Aus Japan werden die meisten Delfine in alle Welt exportiert, um als vermeintliche Showstars in Delfinarien ausgebeutet zu werden. In den Jahren 2000-2012 exportierte Japan 217 Große Tümmler. Davon 164 nach China, 12 in die Türkei und neun nach Thailand. Auch nach Ägypten sollen Delfine verkauft worden sein.

Japans Delfin- und Kleinwaljagd – ein Rückblick

In Japan werden jedes Jahr tausende Delfine und Kleinwale brutal getötet. Die Meeressäuger sind leider im Gegensatz zu den großen Walen nicht durch das Internationale Walfangmoratorium von 1986 geschützt. Japan nutzt diese Gesetzeslücke aus und hält am grausamen Fangen und Töten der sensiblen Tiere fest. Bis in die 1980er Jahre wurden in Japan jährlich etwa 5.000 bis 10.000 Delfine und Kleinwale getötet.

© Marna Frida Olsen

Aufgrund des kommerziellen Walfangverbotes der Internationalen Walfangkommission (IWC) von Großwalen, versuchte man offenbar, auf dem Walfleischmarkt die großen Wale zu ersetzen. Die Jagd auf Kleinwale und Delfine wurde stark intensiviert – 1988 wurden über 40.000 Tiere getötet. Im Jahr 2000 baute Japan die Jagd auf Großwale wieder auf. Seither sinkt die Zahl der getöteten Kleinwale wieder – auf etwa 2.600 Tiere im Jahr 2011/12. Und glücklicherweise ist die Nachfrage nach Delfinfleisch deutlich gesunken, was zu einem deutlichen Rückgang der Delfinjagd geführt hat. Hauptursache ist die hohe Quecksilber- und PCB-Belastung des Fleisches. Immer weniger Japaner wollen dieses Giftfleisch essen. Trotzdem ist die Delfinjagd noch lukrativ. Denn für einen lebend gefangen Delfin zahlen Delfinarien etwa 25.000 Euro, für ein trainiertes Tier sogar 100.000.

Taiji – Hölle für Delfine

Durch den Oskar-preisgekrönten Dokumentarfilm „The Cove – Die Bucht“ erlangte der japanische Küstenort Taiji in der Präfektur Wakayama 2010 weltweite Berühmtheit. Die Grausamkeit und die Sinnlosigkeit der Delfinjagd wurden der breiten Öffentlichkeit bewusst – eine Welle der Entrüstung und des Protestes folgte. Das Medieninteresse im In- und Ausland war enorm. Nach internationalen Protesten im Jahre 2000 wurde die Delfinjagd in Futo in der Präfektur Shizuoka bereits weitgehend eingestellt.

© Sea Shepherd Deutschland e.V.

Doch bis heute werden in Taiji Delfine und Kleinwale gejagt und gefangen. Taiji ist der weltweit größte Verkäufer von Delfinen an Meeresparks und Delfinarien. Rund 2.000 Tiere werden noch immer jedes Jahr in eine nicht einsehbare Bucht von Taiji getrieben. Die schönsten jungen und kräftigen Tiere werden ausgesucht und verkauft. Der Rest wird erbarmungslos getötet – ganze Familien werden vernichtet. Der früher übliche Lanzenstich färbte das Wasser der Bucht blutrot. Heute versucht man die Menge an austretendem Blut zu verringern: Die Fischer treiben einen Metallstab in die Wirbelsäule der Meeressäuger. Dies führt zur Lähmung der Tiere. Berichte von Todeskämpfen, die bis zu 30 Minuten andauern, sind keine Seltenheit und konnte von Tierschützern dokumentiert werden. Das Dolphin Project berichtet von insgesamt 720 Delfinen von sieben Arten, die in der Saison 2017/18 gefangen und/oder in Taiji geschlachtet wurden. Die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher, denn diese Zahl enthält nicht die unzähligen Tiere, die während der Jagd selbst sterben. Oftmals können kranke, verletzte oder alte Tiere sowie die Jungtiere nicht mithalten und verenden. Sie werden in keiner Statistik geführt. Stand: 08/2018

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