Nicht nur in Asien, sondern auch in Euopa, ist die Nachfrage nach Kunstobjekten aus Elfenbein ungebrochen (1). Während der internationale kommerzielle Handel mit Elfenbein seit rund 30 Jahren verboten ist, boomt der illegale Handel – mit dramatischen Folgen.

Jeden Tag werden schätzungsweise 96 Elefanten illegal gejagt und getötet, das sind rund 35.000 Tiere pro Jahr. Ganze Herden werden von schwer bewaffneten Wilderern niedergemetzelt, die Köpfe der Tiere mit Äxten zertrümmert, um an die wertvollen Stoßzähne zu gelangen. Die Jungtiere, deren Stoßzähne noch zu klein sind, werden hilflos neben ihren toten Müttern, Tanten und Geschwistern zurückgelassen. Auch vor Schutzgebieten machen die Wildererbanden nicht Halt, schrecken sogar vor Mord nicht zurück. Allein 2017 wurden weltweit über 107 Ranger von Wilderern getötet, die meisten von ihnen in Afrika. (2)

Lebensraumzerstörung und Wilderei haben dazu geführt, dass die Zahl der afrikanischen Elefanten in den letzten 10 Jahren um 30% zurückgegangen ist. Bei nur noch 415.000 verbliebenen afrikanischen Elefanten wird es in 10 Jahren vielleicht keine Tiere in Freiheit mehr geben.

Komplizierte Schutzvorschriften

Der internationale kommerzielle Handel mit Elfenbein ist dank des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES seit knapp 30 Jahren weltweit verboten, doch es gibt Einschränkungen.

So gilt zum Beispiel in der EU Elfenbein, das sich schon vor der Geltung von CITES auf dem Gebiet eines EU-Mitgliedsstaates befand, als “Vorerwerb”. Solche Stücke dürfen mit Zertifikaten gehandelt werden. Elfenbein von vor 1947 gilt als Antiquität. Für den innereuropäische Handel ist dann noch nicht einmal ein Zertifikat notwendig, nur auf Nachfrage müssen Händler die Legalität der angebotenen Stücke nachweisen.

Wie alt eine Elfenbeinschnitzerei ist, lässt sich durch Inaugenscheinnahme kaum sagen. Dies nutzen Wilderer, Schmuggler und Fälscher. Mit Tee, Schuhputzmittel und Sandpapier bearbeitet werden aus den Stoßzähnen gewilderter Elefanten „antike“ Schnitzereien hergestellt und über Auktionshäuser, Antikmärkte oder online an Sammler verkauft.

Zahlreiche namhafte Plattformen wie Google, Ebay und Amazon haben daher jeglichen Handel mit Elfenbein eingestellt. Andere Unternehmen, wie Lauritz oder Catawiki halten hingegen am Handel mit Elfenbein fest.

Die EU als Transitweg

Doch nicht nur der illegale Handel mit Elfenbein innerhalb der EU ist ein Problem. Die EU ist auch ein wichtiger Transitweg für den internationalen Elfenbeinschmuggel.

In den letzten zehn Jahren war die EU der bedeutendste Exporteur für Stoßzähne und Elfenbeinprodukte aus der Zeit von vor 1990 nach Asien. Doch mit dem legalen Handel floriert immer auch der illegale Handel.
Recherchen der britischen Environmental Investigation Agency EIA haben gezeigt, dass zwischen 2000 bis 2017 etwa zwölf Tonnen illegales Elfenbein in der EU beschlagnahmt wurden (3). Allein für diese Menge Elfenbein mussten weit über 1000 Elefanten ihr Leben lassen. Die Dunkelziffer an illegal gehandeltem Elfenbein ist weitaus größer.

Aufgrund anhaltender internationaler Kritik hat China, eines der Länder mit der größten Nachfrage nach Elfenbeinschnitzereien, Ende 2017 den Handel mit Elfenbein komplett beendet (4). Doch es besteht die Gefahr, dass sich der Handel jetzt in andere asiatische Länder wie Kambodscha, Thailand oder Vietnam verlagert. Um die Elefanten noch vor dem Aussterben zu retten, braucht es daher ein weltweites Handelsverbot für Elfenbein.

Dies dürfte auch im Sinne der meisten EU-Bürger sein. Eine von der IFAW (International Fund for Animal Welfare) kürzlich durchgeführte Umfrage in 15 Mitgliedsstaaten ergab, dass sich die Befragten mit klarer Mehrheit für ein vollständiges Elfenbeinhandelsverbot in der EU aussprechen.

Werden Sie aktiv!

Bitte helfen Sie mit, den Handel mit Elfenbein zu beenden.

  • Kaufen Sie kein Elfenbein, auch keine Antiquitäten.
  • Achten Sie bei Ihren Urlaubssouvenirs darauf, dass sie nicht aus Elfenbein bestehen.
  • Melden Sie Objekte aus Elfenbein, wenn Sie sie bei Ebay oder Amazon entdecken.
  • Bitten Sie Auktionshäuser und -portale auf den Handel mit Elfenbein zu verzichten.
  • Klären Sie Freunde und Familie über den Elfenbeinhandel auf.
  • Unterstützen Sie unsere Arbeit gegen die barbarische Wilderei für die Rechte der Wildtiere.

Stand: April 2019


Quellen:

  1. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/deutschland-immer-mehr-online-angebote-fuer-elfenbein-a-1208397.html
  2. https://www.tagesspiegel.de/wissen/ranger-im-nationalpark-einer-der-gefaehrlichsten-jobs/22859256.html
  3. https://eia-international.org/illegal-trade-seizures-elephant-ivory-europe/
  4. https://www.zeit.de/wissen/2017-03/wilderei-china-verbietet-handel-elfenbein

Alle Fotos: © Generalzolldirektion

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