Der Handel mit Elfenbein boomt und die Nachfrage steigt (1). Die Anzahl der afrikanischen Elefanten ist in den letzten 10 Jahren um 30% zurückgegangen. Hauptursache ist die Wilderei.

Jeden Tag werden schätzungsweise 96 Elefanten gnadenlos für ihr Elfenbein gejagt und getötet, das sind 35.000 Tiere pro Jahr. Bei nur noch 415.000 verbliebenen afrikanischen Elefanten wird es in 10 Jahren vielleicht keine Tiere in Freiheit mehr geben.

Als „Ersatz“ müssen häufig Flusspferde herhalten. Auch sie werden für ihre Zähne skrupellos verfolgt und getötet. Ein Großteil des Handels mit ihren Zähnen wird über Hongkong abgewickelt. Hier landet eine weit größere Menge Hippo-Elfenbein, als in den afrikanischen Herkunftsländern deklariert wurde. Eine Studie hat gezeigt, dass es in den Handelsdaten zwischen Uganda und Honkong Differenzen von über 14.000 Kilogramm gibt. Diese Menge entspricht ungefähr den Zähnen von etwa 2700 Flusspferden – ca. zwei Prozent des weltweiten Bestandes. Man geht davon aus, dass nur noch 115.000 bis 130.000 Tiere in freier Wildbahn leben. Die Tiere stehen daher auf der Roten Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten (IUCN) und sind als bedroht eingestuft. Die EU ist dabei Hauptimporteur von Flusspferdelfenbein – vor allem in Form von Elfenbeinschnitzereien. Über 88 Prozent und mehr als 40.480 Schnitzereien wurden in die Länder der Europäischen Union eingeführt. Die übrigen 12 Prozent Hippo-Schnitzereien gingen in die USA (2).

Aber auch Nashörner werden brutal wegen ihres Hornes gejagt und getötet. Während sich der Schwarzhandel mit den Hörnern der Tiere früher auf Märkte in China, Taiwan, Südkorea, Japan und im Jemen konzentrierte, liegt der Schwerpunkt heute in Vietnam. Allein im Jahr 2002 wurde dort schätzungsweise mehr als eine Tonne Horn ins Land gebracht (3). Dabei ist es wichtig, Elfenbein und Horn nicht gleichzusetzen. Elefantenzähne sind aus Elfenbein. Ein Rhinozeros-Horn besteht dagegen aus Keratin und ähnelt somit Haaren oder Federn (4).

Das Rhinohorn der Nashörer – leider immer beliebter!

Zahlreiche namhafte Plattformen wie Google, Ebay und Amazon haben ihren Handel mit Elfenbein bereits eingestellt. Zu diesen Unternehmen hat sich im Dezember 2018 auch das renommierte Auktionshaus Sotheby’s eingereiht und verzichtet auf Rhino-Horn (5). Zudem hat China Ende 2017 den Handel mit Elfenbein komplett beendet (6).

Gründe hierfür sind neben dem sehr wichtigen Tier- und Artenschutz auch, dass eine umfassende Überprüfung auf die Einhaltung der internationalen Bestimmungen zum Elfenbeinhandel kaum möglich ist und der Schmuggel und der Schwarzmarkt damit angeheizt werden. Leider ist die EU mit Abstand der größte Elfenbeinexporteur und trägt damit maßgeblich zum Elfenbeinschmuggel zwischen Afrika und Asien bei.

Aus all diesen Gründen wird der Handel von Elfenbein, auch von Altbeständen, von Tierschutzverbänden entschieden abgelehnt.

Der Verkauf von Elfenbein ist mit dem Artenschutz nicht vereinbar.

New York (7) setzte im August 2017 ein Zeichen und zerstörte mehr als zwei Tonnen Elfenbein im Central Park. Und auch Kenia (8) verbrannte im April des letzten Jahres etwa 105 Tonnen Elfenbein, um die Nachfrage und dem Schwarzmarkt nicht noch mehr zu befeuern.

Eine von der IFAW (International Fund for Animal Welfare) kürzlich durchgeführte Umfrage unter EU-Bürgern in 15 Mitgliedsstaaten ergab, dass sich die Befragten mit klarer Mehrheit für ein vollständiges Elfenbeinhandelsverbot in der EU aussprechen. 90 Prozent der befragten EU Bürger gaben an, kein Interesse am Erwerb von Elfenbeinprodukten zu haben.

Zweifelhafter Schmuck und Figuren aus Elfenbein.
(c) Born Free Foundation

Eine von der IFAW herausgegebene Studie (9) über den illegalen Elfenbeinhandel in den vergangenen zehn Jahren zeigt allerdings, dass die Europäische Union immer noch ein Ziel für illegales Elfenbein, ein wichtiger Transitweg (vor allem zwischen Afrika und Südostasien) sowie ein Hauptexporteur von antikem Elfenbein für die südostasiatischen Märkte ist. Sie konnte zum ersten Mal belegen, dass in Europa Elfenbein geschnitzt und weiterverarbeitet wird, um dann nach Südostasien exportiert zu werden. Die falsche Zertifizierung bei einer Reihe von Beispielen weist zudem auf organisiertes Verbrechen und den Schmuggel von Europa in die südostasiatischen Märkte hin. Das beweist, dass Europa beim illegalen Handel mit Elfenbein immer noch eine Rolle spielt.

Werden Sie aktiv!

Bitte helfen Sie mit, den Handel mit Elfenbein und Horn zu unterbinden.

Klären Sie Freunde und Familien auf und unterstützen Sie unsere Arbeit gegen die barbarische Wilderei für die Rechte der Wildtiere.

Stand: Januar 2019


Quellen:

  1. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/deutschland-immer-mehr-online-angebote-fuer-elfenbein-a-1208397.html
  2. https://www.prowildlife.de/blog/flusspferde-die-naechsten-opfer-der-unstillbaren-gier-nach-elfenbein
  3. https://www.nationalgeographic.de/tiere/nashorn-jagd-blutige-schlacht-ums-horn
  4. Ebd.
  5. https://www.scmp.com/lifestyle/arts-culture/article/2174817/rhino-horn-sothebys-becomes-third-major-auction-house-end?fbclid=IwAR3tsB92ddfqn_AnyTvyKrke7w2_NxUVcu3zWYLi2PM9Ku4Ptp4NZ8Zl1QE
  6. https://www.zeit.de/wissen/2017-03/wilderei-china-verbietet-handel-elfenbein
  7. https://www.derstandard.de/story/2000062271950/fast-zwei-tonnen-elfenbein-in-new-york-vernichtet
  8. https://www.welt.de/vermischtes/article154905646/Was-Elfenbein-mit-Terrorismus-zu-tun-hat.html
  9. https://www.ifaw.org/european-union/resource-centre/ivory-seizures-europe-2006

Pin It on Pinterest

Share This

Setzen Sie sich für die Rechte der Wildtiere ein!

Mit unserem Newsletter sind sie ganz nah dran an unseren Themen!

Jetzt Newsletter abonnieren!