Während die Bekämpfung des Coronavirus die Schlagzeilen und unser aller Leben beherrscht, wird die Bekämpfung eines anderen sich ausbreitenden Virus kaum wahrgenommen. Dabei kommen auch bei dem Versuch die Afrikanische Schweinepest aufzuhalten, vorher kaum denkbare Methoden zum Einsatz.

So gibt es im Hotspot Brandenburg Betretungsverbote für Wald und Flur, es darf nicht mehr gesät oder geerntet werden, Soldaten durchkämmen die Wälder nach toten Tieren, während an der Grenze zu Polen ein 70 Kilometer langer Zaun errichtet wird. Geplant ist zudem der Totalabschuss aller Wildschweine in einer sogenannten weißen Zone, die zuvor komplett umzäunt werden soll. 

Schon letztes Jahr wurde von der Bundesregierung vorsorglich die Schonzeit für Wildschweine aufgehoben. Selbst Muttertiere und ihre Jungen dürfen jetzt das ganze Jahr gejagt werden. Zudem hat man vielerorts, fast sämtliche Tierschutzbestimmungen des Jagdgesetzes für null und nichtig erklärt. So darf auch mit Nachtsichtgeräten, aus Autos oder mittels Saufang, gejagt werden. Ein Saufang ist ein Gatter, in das man eine ganze Rotte mit Futter lockt, um dann die eingesperrten Tiere nacheinander zu erschießen, während sie in höchster Panik versuchen zu flüchten. Mehrere Bundesländer zahlen sogar Pürzelprämien, das heißt Jäger bekommen Geld, wenn sie den Schwanz eines erlegten Wildschweins bei der zuständigen Behörde einreichen. Das traurige Ergebnis: im letzten Jahr wurden über eine halbe Millionen Wildschweine erschossen. 

Für den Menschen ist die Afrikanische Schweinepest vollkommen ungefährlich und um das Wohl der Tiere geht es bei diesen Maßnahmen ganz offensichtlich auch nicht. Die Sorge gilt dem Wirtschaftsfaktor Schweinefleisch, genauer gesagt dem Export in Drittländer. Dabei gehen dorthin noch nicht einmal 10% des in Deutschland produzierten Schweinefleischs. 

Wesentlicher Überträger der Schweinepest ist der Mensch, der das Virus mittels kontaminierten Fahrzeugen, Kleidung oder Schuhen verbreitet. Doch als Sündenbock müssen die Wildschweine herhalten. Dabei ist das Problem die industrielle Schweinezucht. Die Tiere werden über weite Strecken vom Züchter, zum Mäster und dann zum Schlachthof transportiert. Erkrankt ein Tier, müssen Tausende getötet werden. 

Wir setzen uns daher für einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Tieren ein. Solange Tiere als Produkte gehandelt werden, deren Wert nur in Tonnen Schlachtgewicht gemessen wird oder als Schädlinge, die man nach Belieben jagen und töten darf, wird es immer wieder Seuchen geben, die wie im Fall des Coronavirus auch dem Menschen gefährlich werden.

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