Die Tierschutz-Aktivisten, die kurzzeitig aus Protest gegen die tierquälerische Bärenhaltung das Dach des Bärenzwingers in Berlin-Mitte besetzt hielten, werden jetzt selbst der Tierquälerei bezichtigt. „Störung der Winterruhe“ der beiden Bärinnen, so lautet der Vorwurf des Stadtrats Carsten Spallek (CDU). Das klingt schon fatal nach „Störung der Totenruhe“.

Was Besseres ist dem für den Zwinger zuständigen Baustadtrat wohl nicht eingefallen. Ihm scheint völlig entfallen zu sein:

Die „Berliner Bärenfreunde“, die krampfhaft den Satus quo verteidigen, pflegen ausgerechnet im Januar eine Geburtstagssause für die in diesem Monat geborenen Bären direkt am Zwinger zu veranstalten. Richtig festlich geht es da zu, mit Tschingderassabum und Geburtstagstorte. Das Erscheinen der Bärinnen Maxi und Schnute wird dann bejubelt und beklatscht. Der Lärmpegel steigt, wenn sich die Tiere – ihre Winterruhe vergessend, auf die Leckereien stürzen. Und er steigt noch einmal, wenn sich ein Abgesandter des Bezirks, möglichst der Bürgermeister himself, unter die Gäste mischt. Pflichtgemäß berichten danach die lokalen und regionalen Medien von diesem Event …

Ja dann, gute Winterruhe!

Nachtrag:
Einen Tag später, am 22.11.12, tagte den ganzen Abend die Bezirksverordneten-Versammlung von Berlin-Mitte, auf der auch eine Entscheidung zum leidigen Thema erwartet wurde.
Doch kurz bevor die Antwort auf die Fragen der Grünen zum Bärenzwinger fällig war, verabschiedete sich der zuständige Stadtrat – seinen Rollkoffer hinter sich herziehend, in die Winterruhe, bzw. in den Urlaub. Seine Vetretung: uninteressiert und reichlich desorientiert.
Es war offensichtlich längst entschieden, dass die Entscheidung, was mit den beiden Zwinger-Bären Maxi und Schnute passieren soll, vertagt wird – bis nach der Winterruhe.

© Karin Hutter, 23.11.2012

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