Am 10. September 2020 hat das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) den ersten Nachweis der Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland bestätigt. Insgesamt wurden inzwischen über vierzig infizierte Wildschweine in Brandenburg tot aufgefunden oder erschossen (Stand 06.10.2020).1 https://www.maz-online.de/Brandenburg/Afrikanische-Schweinepest-Suche-nach-toten-Wildschweinen-in-Brandenburg-mit-Drohnen

Massenabschuss von Wildschweinen geplant

Um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, wurde um den Fundort des ersten toten Tieres ein Sperrgebiet von 150 Quadratkilometer ausgewiesen. In diesem Gebiet darf nicht gejagt, gesät oder geerntet werden. Selbst Spaziergänge sind verboten. Stattdessen ist die Bundeswehr vor Ort im Einsatz; 140 Soldaten suchen das Gebiet nach kranken oder toten Schweinen ab.
Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel plant zudem den Bau eines stabilen Zauns um eine sogenannte weiße Zone. Ist dieser errichtet, sollen in der Zone alle Wildschweine abgeschossen werden, inklusive der Muttertiere und ihrer Jungen.

Foto: Pixabay

ASP ist für Menschen ungefährlich

Für den Menschen ist die Afrikanische Schweinepest vollkommen ungefährlich.2 https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/afrikanische-schweinepest-brandenburg-toetet-alle-wildschweine-in-der-weissen-zone-a-2cbc72da-1ee0-4f3c-ba3f-af087541e23e Grund für den Aktionismus ist auch nicht die Sorge um das Wohl der infizierten Tiere, sondern um den Wirtschaftsfaktor Schweinefleisch, genauer gesagt den Export in Drittländer.
So haben Südkorea und China sofort nach Bekanntwerden des ersten ASP-Falls den Import von Schweinefleisch aus Deutschland verboten. Doch noch nicht einmal 10% des in Deutschland produzierten Schweinefleischs geht in Drittländer. Etwa 70 Prozent der Exporte verbleiben im EU-Binnenmarkt. Hier gilt das Regionalprinzip, das heißt, nur betroffene Regionen sind vom Handel ausgeschlossen und nicht ganze Länder. Trotzdem will CDU Landwirtschaftsministerin Klöckner den Schweinemästern mit Beihilfe zur privaten Lagerhaltung und Liquiditätsprogrammen großzügig helfen.

Verbreitung durch den Menschen

Eine direkte Übertragung der Schweinepest von Wildschweinen auf Hausschweine ist unwahrscheinlich, sind diese doch fast ausnahmslos in geschlossenen Mastanlagen eingesperrt. Der größte Risikofaktor bei der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest ist der Mensch. An Schuhen, Kleidern oder Fahrzeugen können die widerstandsfähigen Viren haften bleiben und in Ställe getragen werden.

Eine weitere Gefahr stellt die Bejagung von Wildschweinen dar. Allein im letzten Jahr wurden über eine halbe Millionen Schweine von Jägern erschossen. Flüchtende Tiere legen weite Distanzen zurück und können damit zu einer schnellen Ausbreitung des Virus beitragen.

Grundlegender Wandel nötig

Problematisch ist die Schweinepest für die Landwirte aufgrund der tierschutzwidrigen Bedingungen, unter denen heute Schweinefleisch industriell produziert wird. Die Tiere werden über weite Strecken vom Züchter, zum Mäster und dann zum Schlachthof transportiert. Erkrankt ein Tier, müssen Tausende getötet werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Gefördert werden sollte daher nicht die Lagerhaltung von billig produziertem Schweinefleisch, sondern eine grundlegende Ernährungs- und Agrarwende.


Setzen Sie sich für die Rechte der Wildtiere ein!

Mit unserem Newsletter sind sie ganz nah dran an unseren Themen!

Jetzt Newsletter abonnieren!