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Jagdgesetznovelle: Die Chance nutzen

Über Jahrzehnte haben CDU und CSU eine umfassende Novellierung des Bundesjagdgesetzes verhindert. Eine andere Politik ist auch von der großen Koalition nicht zu erwarten. Seit der Föderalismusreform dürfen jedoch die Bundesländer eigene, vom Bundesjagdgesetz abweichende, Jagdgesetze erlassen. Die rot-grünen Koalitionen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben mit der Überarbeitung der jeweiligen Landesjagdgesetze begonnen. Einbezogen werden in die Diskussionen erstmals auch Tierschutzverbände wie animal public.

Der Widerstand der Jägerschaft ist massiv. Unsachlich, selbstgerecht und aggressiv wettern sie gegen Kritiker in der Politik, den Medien und gegen Tierschutzverbände. Dem ist auch animal public e.V. ausgesetzt, seit die erste Vorsitzende Laura Zimprich sich in einer MDR Reportage kritisch zur Jagd geäußert hat. Doch davon lassen wir uns nicht einschüchtern. Wir werden die Chance nutzen und entschieden für eine umfassende Novellierung des Jagdrechts zu Gunsten des Tierschutzes kämpfen, an den Verhandlungstischen und in der Öffentlichkeit.

Über 5 Millionen Wildtiere werden in Deutschland jährlich von Hobbyjägern getötet. Dabei finden Jagdmethoden Anwendung, die dem heutigen Tier- und Naturschutzverständnis absolut zuwider laufen.
So werden Schwarmvögel im Flug mit Schrot beschossen. Welcher Vogel wie getroffen wird, ist ein reines Glücksspiel. Rund 30% der Tiere werden nur angeschossen und quälen sich über Tage oder Wochen mit zerschossenen Knochen und giftigem Blei im Körper.
In Fuchs- und Dachsbauten werden speziell abgerichtete Hunde gehetzt, um die Tiere dem wartenden Jäger vor die Flinte zu treiben. Ausgebildet werden die Hunde in so genannten Schliefanlagen, wo sie in künstlichen Bauen auf einen lebenden Fuchs gehetzt werden.
Vielfach setzen Jäger gezüchtete Fasane und Enten, die nicht an ein Leben in der freien Natur gewöhnt sind, eigens aus, um sie nach wenigen Wochen in Freiheit als lebende Zielscheibe zu nutzen.
Auch ist es Jägern bis heute erlaubt „wildernde“ Hunde und „streunende“ Katzen zu erschießen. Es liegt dabei in ihrem Ermessen, wann sie ein Haustier als streunend oder wildernd ansehen. Jedes Jahr sterben deshalb in Deutschland tausende Haustiere durch Jägerhand.

Dies sind nur einige wenige der Jagdpraktiken, die aus Sicht von animal public sofort verboten werden müssen.

Mit freundlicher Unterstützung von „LUSH“ hat animal public ein Informationsflugblatt zum Thema Jagd veröffentlicht. Damit wollen wir anlässlich der aktuellen Debatte über die Novellierung des Jagdrechts in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg über die bis heute gebräuchlichen tierschutzwidrigen Jagdmethoden aufklären. Bitte helfen Sie mit, das Flugblatt zu verbreiten und möglichst viele Menschen zu informieren.

Das Flugblatt kann ab sofort über unseren Onlineshop bezogen werden.

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