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Wilde Greifvögel – geraubt und verschachert

Der Bestand freilebender heimischer Greifvögel wurde seit Mitte des letzten Jahrhunderts zusehends weniger. Die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume, Umweltgifte, rücksichtslose Bejagung und andere Störungen durch den Menschen brachten diese Tierart an den Rand des Aussterbens. Deshalb wurden Anfang der 80er Jahre alle heimischen Greifvogelarten unter Schutz gestellt. Die Tiere zu fangen, zu jagen oder ihre Nester auszuhorsten ist seither verboten.

Wie im Drogenhandel

Von Seiten der Falknerverbände wird gerne die Behauptung aufgestellt, dass Nestplünderungen in Deutschland nicht mehr vorkommen. Der Handel mit Nachzuchten, hätten den mit Wildfängen abgelöst. Doch die Realität sieht anders aus. Jahr um Jahr entdecken deutsche Artenschutzbehörden bei Falknern und in Greifvogelschauen illegal aus der Natur geraubte Greifvögel. Sobald im Frühjahr die Brutzeit der Greife beginnt, beobachten die Vogeldiebe die Nester. Ist die Brut erfolgreich, schlagen sie zu. Im Morgengrauen klettern sie dann zu den Nestern, um die Gelege auszunehmen. Die Jungtiere werden zu horrenden Preisen verkauft. Mehrere Tausend Euro bringt jeder Vogel auf dem Schwarzmarkt. Ein sicheres Geschäft, denn währende die Gewinne so hoch sind wie im Drogenhandel, ist die drohende Strafe, falls man erwischt wird, so wie beim Falschparken.

In Sachsen und Brandenburg wurde 2001 ein international operierender Greifvogelhändlerring gesprengt. Über Jahre hatten die Täter zahlreiche Falkner und Schaufalknereien mit ausgehorsteten Jungtieren beliefert. Um der Strafverfolgung zu entgehen, hatten sie die Tiere als Nachzucht ausgegeben. Den Falknern fielen anscheinend die unmöglich hohen Zuchterfolge nicht weiter auf. So konnte allein dieser Händlerring etwa 250 illegal der Natur entnommene Greifvögel gewinnbringend verkaufen.

Der illegale Handel mit vom Aussterben bedrohten Greifvögeln ist weltweit professionell organisiert. Schottische Wanderfalken werden nach Deutschland geschmuggelt, Habichte aus Deutschland nach England, Adler aus Russland nach Österreich und Gerfalken aus Grönland in die Arabischen Emirate. Nicht nur Eier, sondern auch ausgewachsene Vögel werden gehandelt. In kleine Röhren gezwängt, die Augen zugenäht, werden sie durch den Zoll geschmuggelt. Welche Qual dies für die wilden Greifvögel bedeutet ist kaum
vorstellbar.

Schaufalknereien

Vielerorts haben sich Schaufalknereien in Wildparks, Schlössern und Burgen niedergelassen. Sie versprechen den Besuchern ein ganz besonderes Naturerlebnis. Greifvögel aus aller Welt werden aus nächster Nähe vorgeführt, manche darf man streicheln. Doch der idyllische Eindruck täuscht. Gerade Schaufalknereien sind immer wieder in den illegalen Handel mit Greifvögeln verstrickt. Immer neue Vögel werden benötigt, um dem Publikum Abwechslung zu bieten. Wildfänge gelten als besonders rasante Flieger, da sie geschicktere Jäger sind, als ihre in Gefangenschaft gezüchteten Artgenossen. 

Die Folgen

Trotz Artenschutzgesetzen und Naturschutzmaßnahmen sind nach wie vor viele Greifvogelarten vom Aussterben bedroht. Die illegalen Aushorstungen gefährden die Bestände zusätzlich. Es ist dringend nötig, dass das Strafmaß für den illegalen Handel mit geschützten Tieren erhöht wird und das Greifvogelhaltungen und vor allem Zuchten strenger kontrolliert werden.

 
Unabhängig von der Bestandsgröße, sind Naturentnahmen von Greifvögeln aus Tierschutzgründen abzulehnen. Die Haltung der Wildtiere in einer Voliere oder gar angebunden auf einem Block ist weder art- noch verhaltensgerecht, sondern Tierquälerei übelster Art. Deshalb fordert der Tierschutzverein animal public ein Verbot der Greifvogelhaltung und Falknerei.

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