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Tigerangriff im Kölner Zoo zeigt: Haltung von Wildtieren nicht zu verantworten

Düsseldorf, den 25.08.2012 – Der tödliche Tigerangriff im Kölner Zoo zeigt einmal mehr, dass Wildtiere nicht in Gefangenschaft gehören. Die Tierschutzorganisation animal public e.V. beobachtet immer häufiger Ausbrüche und Unfälle mit Wildtieren in deutschen Zoos.

Die Tierschutzorganisation animal public e.V. beobachtet mit Sorge die häufig vorkommenden Ausbrüche und Unfälle mit Wildtieren in deutschen Zoos. Wie Thomas Höller, Vorstand von animal public e.V. mitteilte, ist der tragische Unfall am vergangenen Samstag im Kölner Zoo bei weitem kein Einzelfall. „Die Wildtiere in deutschen Zoos haben keine Anpassung an den Menschen, sie sind und bleiben wild“, sagt Thomas Höller. „Wir erfahren ständig von Ausbrüchen und Unfällen mit Wildtieren in deutschen Zoos, die nicht selten lebensgefährlich für Tierpfleger und auch Zoobesucher sind.“ Auch auf den Menschen übertragbare Krankheiten bei Zootieren stellen eine grosse Gefahr dar, die viel zu wenig beachtet wird.

Die Mitarbeiter von animal public e.V. sehen in den Ausbrüchen und Unfällen vor allem, dass die deutschen Zoos keineswegs den Umgang mit Wildtieren souverän beherrschen. Vielmehr sind die Anforderungen, die Wildtiere an ihre Umgebung stellen, generell von einem Zoo nicht zu erfüllen.
„Ein Sibirischer Tiger braucht viel mehr zum Lebens als einen Käfig, der neugierige Menschen vor seinen Krallen oder Zähnen schützen soll“, so Thomas Höller weiter. Wenn selbst moderne, große Zoologische Gärten wie der Kölner Zoo nicht einmal eine sichere Haltung gewährleisten können, sei eine artgerechte Haltung ohne Zweifel unmöglich.

Zu einem normalen Wildtierleben gehört ein großzügiger Bewegungsraum, das Leben im Sozialverbund mit Partnern und ein Austausch mit an die Territorien angrenzenden Artgenossen ebenso wie der Art angemessene Klimaverhältnisse (nicht nur zeitweise oder in Gehegeteilen), natürliche Ernährung und eine Vielzahl von Umwelteinflüssen, beispielsweise Interaktion mit anderen Arten, Wetter oder natürliche Tag- und Nachtphasen. In Zoos würden diese Lebensbedingungen bestenfalls simuliert, oft den Wildtieren völlig vorenthalten, so die Mitarbeiter von animal public e.V.

Auch die als Hauptgrund für den Sinn von Zoos angeführten Zuchten von vom Aussterben bedrohten Tierarten sehen die Mitarbeiter von animal public e.V. äußerst kritisch. „Hier wollen uns die deutschen Zoos hinters Licht führen“, sagt Thomas Höller. „Die in deutschen Zoos gezüchteten Tiere sind sehr häufig Kreuzungen und es mangelt ihnen an elementaren Fähigkeiten zum Leben in der Freiheit. Solche sogenannten Hybride können eine Tierart nicht vor dem Aussterben bewahren und sie können und dürfen nicht in die freie Wildbahn entlassen werden. Die Tiere, die den Zoobesuchern gezeigt werden, sind nur traurige Abbilder ihrer wild lebenden Artgenossen.“

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