Tierschützer kritisieren Zuchtpolitik der Zoos

üsseldorf, 16.02.2011- Gestern berichtete der WDR in der großen Reportage „Geboren, um zu sterben“ über den Umgang deutscher Zoos mit ihrem Nachwuchs. Die Dokumentation zeigte eindrucksvoll wie überzählige Zootiere in schlechte Haltungen abgeschoben werden. Der Tierschutzverein animal public, der einige der im WDR gezeigten Tiere in Auffangstationen vermittelte, kritisiert die Zuchtpolitik deutscher Zoos als unverantwortlich.
Tierbabys sind im Zoo Besuchermagneten. Doch was wird aus den Tieren, wenn sie groß sind? Dieser Frage ging gestern die Reportage „Geboren, um zu sterben“ im WDR nach. In drastischen Bildern war zu sehen, wie skrupellos deutsche Zoos ihre Jungtiere an Tierhändler verkaufen, ohne sich um ihr weiteres Schicksal Gedanken zu machen. Die Tiere landen dann bei Privathaltern, im Zirkus oder sogar im Schlachthof. Der Tierschutzverein animal public kritisiert seit Jahren den Umgang von deutschen Zoos mit ihrem Nachwuchs. Laura Zimprich, Sprecherin von animal public ist empört über das Verhalten der Zoos: „Es wird Tiernachwuchs wie am Fließband produziert, obwohl man nicht weiß wohin mit ihm. Die Zoos nehmen billigend in Kauf, dass die von ihnen gezüchteten Tiere ein Leben lang in katastrophalen Umständen leiden. Dieses Verhalten ist unverantwortlich.“

Auch den deutschen Zoodirektoren ist bewusst, dass die Abgabe von Tieren in schlechte Haltungen ihrem Image schadet. Sie würden daher überzählige Tiere lieber tot spritzen, doch das ist in Deutschland, anders als in manchen Nachbarländern, nicht zulässig.
Der Tierschutzverein animal public lehnt das Ansinnen der Zoodirektoren entschieden ab. Aus Sicht von animal public gehört vielmehr die gesamte Zuchtpolitik der deutschen Zoos auf den Prüfstand. „Es muss hinterfragt werden mit welchem Ziel die Zoos überhaupt züchten und ob sie dieses erreichen“, so Laura Zimprich.

Diese Seite teilen.Share on Facebook