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Missstände in deutschen Tierparks aufgedeckt

Über ein Jahr hat Reporterin Caro Lobig vom Team Wallraff undercover in deutschen Vergnügungs- und Tierparks recherchiert. Getarnt als Mitarbeiterin hat sie heimlich hinter den Kulissen der Freizeitparks gefilmt und dabei erhebliche Missstände aufgedeckt. IMG_0522Leidtragende der Freizeitindustrie sind häufig nicht nur die menschlichen Mitarbeiter, sondern auch die zur Schau gestellten Tiere.

Während die Besucher auf „Safari“ gehen oder den Tag in einer liebevoll gepflegten Grünanlage genießen, fristen viele Tiere ein elendes Dasein in kleinen, tristen Gehegen. Ungewollte Tierbabys werden einfach geschlachtet, während die Publikumsmagneten – von ihren Müttern getrennt – für viel Geld vermarktet werden.

IMG_1392Caro Lobig vom Team Wallraff ist es zudem gelungen, die sogenannten Innengehege zu filmen, in denen viele Wildtiere außerhalb der Öffnungszeiten untergebracht sind. Den Blicken der Besuchern bleiben diese, zumeist kahlen und dunklen, Verschläge verborgen.

Laura Zodrow, Vorsitzende von animal public e.V., hat die Recherche des Team Wallraff von Anfang an als Expertin begleitet und gemeinsam mit den Redakteuren versucht den betroffenen Tieren zu helfen. Noch während der Dreharbeiten hat animal public Anzeige gegen den Tierpark Bad Pyrmont erstattet und immer wieder Druck gemacht, damit das Veterinäramt endlich handelt.
Schließlich konnte erreicht werden, dass der über Monate einzeln gehaltene Schimpanse Charly in eine Auffangstation abgegeben wurde, wo er jetzt wieder ein Leben unter Artgenossen führen kann.

IMG_0513Aus Sicht von Laura Zodrow, die die Parks gemeinsam mit Günter Wallraff besucht hat, handelt es sich bei den beiden gezeigten Tierparks nicht um einzelne „schwarze Schafe“. In Deutschland gibt es derzeit über 600 zoologische Einrichtungen, die hunderttausende Wildtiere aus aller Welt halten. Während die finanziell besser ausgestatteten städtischen Zoos die Tiere in etwas größeren und besser strukturierten Gehegen halten, genügen die Haltungsbedingungen in den kleineren, privat geführten Tierparks oft noch nicht einmal den rechtlichen Mindestvorschriften.

Mit systemimmanenten Problemen haben sowohl die kleinen Tierparks, als auch die großen Zoos zu kämpfen. Durch die räumliche Enge und die künstliche Umwelt können die gefangenen Wildtiere ihr natürlichen Verhaltensweisen nicht ausleben. Die Folge sind physische Erkrankungen z.B. des Bewegungsapparats, Muskelschwund oder Übergewicht. Auch Verhaltensstörungen, wie das ständige Auf- und Ablaufen an ein und derselben Stelle oder das ununterbrochene Hin- und Herwiegen des Körpers, sind bei vielen Zootieren unübersehbar. Aktuelle Untersuchungen belegen, dass in allen Elefanten-, in allen Eisbär- und allen Schimpansenhaltungen Verhaltensstörungen zu beobachten sind.

animal public setzt sich daher für ein Auslaufen der Wildtierhaltung in Gefangenschaft ein. Dabei können Sie uns als Fördermitglied oder Spender unterstützen.

Wenn Sie den Beitrag des Team Wallraff verpasst haben, können Sie ihn hier online ansehen: http://www.nowtv.de/rtl

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