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Robbenjagd in Kanada

Vor rund zwanzig Jahren ging ein Aufschrei durch die Weltbevölkerung. Die grausame Robbenjagd in Kanada hatte die Bestände der Robben fast bis zur Ausrottung dezimiert. Die Einfuhr von Fellen der neugeborenen Sattelrobben (whitecoats) und Mützenrobben (bluebacks) in die EU wurde verboten. Was viele Menschen nicht wissen: immer noch werden in Kanada Tausende Jungrobben ihres Fells wegen grausam getötet, legal und mit Unterstützung durch die Regierung.

Jetzt warten die Robbenfänger einige Tage, bis die Robben ihr weißes Fell (etwa 12 Tage nach der Geburt ablegen) und töten sie dann. 2011 erlaubte Kanada die Jagd auf 468.200 Robben, 20% mehr als im Vorjahr.

Die jungen Robben sind den Jägern völlig schutzlos ausgeliefert. Sie werden niedergeknüppelt oder angeschossen. Viele Tiere sind nicht sofort tot. Ihnen wird das Fell bei vollem Bewusstsein abgezogen und dann irgendwo in der Welt zu einem Mantel, einem paar Handschuhe oder einem Jackenbesatz verarbeitet.

Eine Untersuchung im Jahr 2011 ergab:

  • dass 79% der Robbenjäger nicht prüften , ob ein Tier auch wirklich tot war, bevor sie es häuteten.
  • dass 42% aller getöteten Robben nur geringfügige oder gar keine Knochenbrüche im Schädelbereich aufwiesen, was mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hinweist, dass sie zum Zeitpunkt der Häutung noch bei Bewusstsein waren.

Die intensiven Proteste von animal public und anderen Tierschutzorganisation haben dazu geführt, dass  das EU-Parlament im Mai 2009 ein weitreichendes Handelsverbot für Robbenfelle und andere aus Robben hergestellte Produkte erlassen hat. Trotzdem geht die Jagd weiter. Die Robbenprodukte werden jetzt vor allem in den asiatischen Raum exportiert.

 

Foto: Vladimir Melnik – Fotolia

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