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Report zur privaten Wildtierhaltung veröffentlicht

Am 03.10.2012 hat ENDCAP* im Europäischen Parlament in Brüssel einen Report zur privaten Wildtierhaltung in Europa vorgestellt. Seit einigen Jahren nimmt in ganz Europa die Haltung von Wildtieren wie Affen, Schlangen oder Chamäleons in Privathaushalten zu. Der Report Wild Pets in the European Union zeigt auf, dass dies mit zahlreichen Problemen verbunden ist für die Tiere, die Umwelt und den Menschen.

Der internationale Handel mit Wildtieren für die Privathaltung ist ein Milliarden Dollar Geschäft.Die Europäische Union gehört zu den größten Importeuren weltweit. Das europäische Tierschutznetzwerk ENDCAP hat am 03.10.2012 im Europäischen Parlament den Report Wild Pets in the European Union vorgestellt, der aufzeigt welche weitreichenden Folgen der internationale Wildtierhandel für die betroffenen Tiere, die Umwelt und die Verbraucher hat.

Der Report enthüllt, dass

  • der Fang von Wildtieren für den Heimtierhandel als einer der Hauptursachen für das Artensterben angesehen wird.
  • die versehentliche oder absichtliche Freilassung von privat gehaltenen Wildtieren zur Ansiedlung von invasiven Arten führen kann. Dies hatte in Europa bereits jetzt die Etablierung von über 80 gebietsfremden Arten zur Folge. Invasive Arten werden als eine der Hauptursachen für das weltweite Artensterben angesehen
  • der Handel und Besitz von Wildtieren als ein signifikanter Faktor für das Auftreten und die Ausbreitung von Zoonosen (zwischen Mensch und Tier übertragbare Krankheiten) angesehen wird.
  • für jedes gefangene und verkaufte Wildtier, etwa 50 weitere Tiere während des Fangs und des Transports gestorben sind.
  • Schätzungen zufolge etwa 25% des Wildtierhandels illegal ist. Nach dem Handel mit Drogen und Waffen ist der Handel mit geschützten Arten das lukrativste illegale Gewerbe.
  • Geschätzte 90% der für die Heimtierhaltung wild gefangenen Reptilien nicht einmal ein Jahr in Gefangenschaft überleben, obwohl ihre natürliche Lebenserwartung zumeist zwischen 8 und 120 Jahren liegt.

Laura Zodrow, Sprecherin des deutschen Tierschutzvereins animal public e.V., der mit an dem Report gearbeitet hat, fordert von den verantwortlichen Politikern aus diesen Erkenntnissen Konsequenzen zu ziehen: „Sowohl in den einzelnen Mitgliedsstaaten, als auch auf EU-Ebene müssen Maßnahmen zur Regulierung des Wildtierhandels ergriffen werden, um bedrohte Arten, die betroffenen Wildtiere, die Gesundheit der Verbraucher und das hiesigen Ökosystem zu schützen.“ Aus Sicht von Zodrow ist ein Verbot des Handels mit Wildfängen ein erster unumgänglicher Schritt.

* ENDCAP (the European network to END the keeping of wild animals in CAPtivity) ist ein informelles Netzwerk europäischer Tierschutzorganisationen und Wildtierexperten die sich gemeinsam gegen die Haltung von wilden Tieren in Gefangenschaft einsetzen. Das Netzwerk wurde 2005 gegründet.

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