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Jagdskandal muss Konsequenzen haben!

Wedekind posiert hinter dem erschossenen Elefanten

Am 06. Dezember 2013 schoss Dr. Udo Wedekind, Zentralabteilungsleiter im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, bei einer Trophäenjagd in Botswana einen Elefanten. Fotos des Tieres, auf das er nach Recherchen des SPIEGEL rund 20 mal schoss, da es immer wieder versuchte schwer verletzt zu flüchten, verschickte er stolz an seine Arbeitskollegen im Umweltministerium.

Aus Sicht von animal public ist es nicht hinnehmbar, dass ein führender Mitarbeiter eines für den Artenschutz zuständigen Ministeriums sich in kolonialer Manier als Trophäenjäger betätigt und in seiner Freizeit seltene Tiere zum Spaß tötet. Wir fürchten, dass dieser Ministeriumsmitarbeiter sich nicht in geeigneter Weise für den Artenschutz in Thüringen einsetzt.

Wir fordern daher vom zuständigen Umweltminister Reinholz die sofortige Suspendierung Wedekinds. Bitte unterstützt uns dabei und sendet eine Protestmail an den Minister.

UPDATE – 03.02.2014 – 17:00 Uhr – Minister nimmt Wedekind aus Schusslinie

Nachdem die „Thüringer Allgemeine“ über einen weiteren Jagdskandal im Thüringer Umweltministerium berichtet hat, wurde Dr. Wedekind in die Landesanstalt für Landwirtschaft versetzt. Diese soll der Beamte mit B6-Besoldung (etwa 8500 Euro brutto monatlich) zukünftig als Präsident leiten. Die Landesanstalt für Landwirtschaft beschäftig sich unter anderem mit Fragen des Tierschutzes.

Wirkliche Konsequenzen sehen anders aus! Durch die Versetzung in eine andere leitende Position hat Minister Reinholz den Großwildjäger Dr. Wedekind lediglich aus der Schusslinie genommen. Aus Sicht von animal public wird dies der Tragweite des Skandals nicht gerecht. Wir werden unsere Protestaktion daher fortsetzen. 

UPDATE – 08.02.2014 – Minister beurlaubt Wedekind

Aufgrund der anhaltenden Proteste wurde Dr. Wedekind am Freitag, den 07.02.2014, beurlaubt. Das Ministerium prüft, ob er sich eines Dienstvergehens schuldig gemacht hat. – Die Protestaktion ist daher beendet.

 

Protestmail—————————————————————————————-

Betreff: Jagdskandal muss Konsequenzen haben

Sehr geehrter Herr Minister Reinholz,

mit großer Empörung habe ich erfahren, dass Dr. Udo Wedekind, ein Ihnen unterstellter hochrangiger Beamter, sich als Großwildjäger betätigt und gegenüber seinen Kollegen mit dem Abschuss eines Elefanten brüstete. Laut verschiedener Medienberichte hat er das Tier Ende letzten Jahres in Botswana erschossen. Im Internet veröffentlichte Fotos zeigen ihn, wie er neben dem toten Tier posiert.

Die Trophäenjagd auf seltene, teilweise hoch bedrohte Tierarten ist weder mit dem Tier-, noch mit dem Artenschutz vereinbar. Für viel Geld werden von den ausländischen Jagdtouristen besonders stattliche Exemplare erschossen. Diese widernatürliche "Auslese" hat fatale Folgen für das Überleben der Population.

Als Abteilungsleiter eines für den Artenschutz zuständigen Ministeriums sollte Herrn Dr. Wedekind zudem bewusst gewesen sein, dass Afrikanischen Elefanten hoch bedroht sind. Fast zeitgleich mit seiner Jagd hat die Regierung in Botswana daher beschlossen 2014 keine touristischen Jagdlizenzen mehr für Großwild zu vergeben.

Die Äußerungen von Herrn Wedekind gegenüber der Presse sind an Unsensibilität kaum zu übertreffen. So sagt er gegenüber der TLZ, das von ihm versandte Foto gleiche dem Gipfelfoto eines Bergsteigers und wies Kritik am Abschuss des Elefanten mit den Worten „Der nächste meint dann, dass es unmoralisch ist, Briefmarken abzulochen“ zurück.

Dass ein führender Mitarbeiter eines deutschen Umweltministerium sich in seiner Freizeit in kolonialer Manier als Trophäenjäger betätigt, hat weltweit für Negativschlagzeilen gesorgt. Dies hat dem Ansehen Ihres Ministeriums und den Umwelt- und Artenschutzbemühungen unseres Landes geschadet.

Herrn Dr. Wedekind nun zum Präsidenten der Landesanstalt für Landwirtschaft zu machen, halte ich für keine angemessene Reaktion! Insbesondere finde ich es sehr enttäuschend, dass Sie als für den Umwelt- und Artenschutz zuständiger Minister bislang nicht eindeutig Position zu diesem Vorfall bezogen haben.

Ich fordere Sie daher auf, endlich ernst zu nehmende Konsequenzen aus diesem Skandal zu ziehen.

Mit freundlichen Grüßen






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