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Online-Protest: Tierquälerische Jagdmethoden verbieten!

BadgerIn Baden-Württemberg soll ein neues Jagdgesetz verabschiedet werden. Das Ministerium hat jetzt einen ersten Entwurf des sogenannten „Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes für Baden-Württemberg“ veröffentlicht. Dem Natur- und dem Tierschutz werden endlich mehr Bedeutung beigemessen, leider jedoch bei weitem nicht genug. Daher fordert animal public eine deutliche Nachbesserung im Sinne des Tierschutzes.

Die Jägerschaft in Baden-Württemberg macht massiv gegen das neue Jagdgesetz mobil. Sie will erreichen, dass die wenigen Verbesserungen im Sinne des Tierschutzes aus dem Gesetz gestrichen werden. Geht es nach den Jägern, dann sollen tierschutzwidrige Praktiken, wie die Fallenjagd, die Baujagd und der Abschuss von Hunden und Katzen weiter erlaubt bleiben. Das müssen wir verhindern!

Bitte unterstützen Sie uns dabei und senden Sie eine Mail an die zuständigen Politiker, die in den nächsten Monaten über den Erlass des neuen Gesetzes entscheiden müssen.

Update: Diese Aktion ist beendet. Das neue Jagdgesetz wurde am 12.11.2014 in knapper Mehrheit vom Landtag verabschiedet. Wir danken allen Unterzeichnen der Protestmail für Ihre Hilfe.

PROTESTMAIL

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann,
sehr geehrter Herr Minister Bonde,
sehr geehrter Herr Schmiedel,
sehr geehrter Herr Hauk,

ich begrüße es ausdrücklich, dass die Landesregierung an einer Novellierung des Landesjagdgesetzes arbeitet. Dass der von ihnen vorgestellte Entwurf einige Verbesserungen im Sinne des Tier- und Naturschutzes enthält findet meine volle Zustimmung. Angesicht der Tatsache, dass der Tierschutz vor 12 Jahren als Staatsziel in die Verfassung aufgenommen wurde, halte ich diese jedoch für unzureichend.

Ich möchte Sie daher bitten, sich für folgende Änderungen im Sinne eines fortschrittlichen Tier- und Artenschutzes einzusetzen:

Unkompliziertes Verfahren der Befriedung von Grundflächen aus ethischen Gründen (§ 14 JWMG)

Es ist nicht akzeptabel, dass Bürger die im 21. Jahrhunderten aus ethischen Gründen die Jagd auf ihrem Grund und Boden untersagen möchten, sich dafür einer Gewissensprüfung, bis hin zu einer eidesstattlichen Versicherung hinsichtlich ihrer ethischen Orientierung unterziehen müssen. Auch ist nicht nachvollziehbar, warum Jagdgenossenschaft, Jagdpächter, angrenzende Grundeigentümer und Jagdbeirat hier ein Mitspracherecht haben sollen.

Ausnahmsloses Verbot der Baujagd (§ 31 JWMG)

Die Baujagd auf Fuchs und Dachs, egal ob in Kunst- oder Naturbau, ist mit dem Tierschutzgesetz nicht vereinbar. Zum einen stellt die Bekämpfung von natürlichen Prädatoren, nur um die Jagdstrecke der Jäger zu vergrößern, keinen vernünftigen Grund im Sinne des §1 Tierschutzgesetz dar, zum anderen ist das Hetzen eines Tieres auf ein anderes ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Ausnahmsloses Verbot des Schrotschusses auf Vögel (§ 31 JWMG)

Bei dem Schuss mit Schrot auf eine Vogelgruppe kann niemals ausgeschlossen werden, dass Tiere durch Randschrote verletzt werden. Daher muss der Schrotschuss auf Vogelgruppen ausnahmslos verboten werden.

Verbot der Beizjagd (§ 31 JWMG)

Die für die Beizjagd eingesetzten Greifvögel werden fast ausnahmslos in falknerischer Anbindehaltung gehalten. Den Tieren wird dadurch die Möglichkeit genommen ihr arteigenes Bewegungsverhalten, das Fliegen, frei auszuleben. Diese Form der Tierhaltung ist nicht mit §2 Tierschutzgesetz vereinbar.

Verbot jeglicher Fallenjagd (§31 JWMG)

Auch der Einsatz von Lebendfallen ist mit erheblichen tierschutzrelevanten Problemen verbunden. So fangen auch Lebendfallen nicht selektiv, was immer wieder zu schweren Verletzungen bei Wildtieren, die zu groß oder zu klein für die jeweilige Falle sind, führt. Zudem leiden die gefangenen Wildtiere unter erheblichem Stress und nicht wenige sind bis zum Eintreffen des Fallenstellers bereits tot.

Verbot jeglicher Fütterung und Kirrung (§ 33 JWMG)

Das Füttern oder Anlocken von Wildtieren mit Futter ist mit einem zeitgemäßen Natur- und Artenschutzverständnis nicht vereinbar. Die im Gesetz aufgeführten Ausnahmeregelungen ergeben nicht nur aus ökologischer Sicht keinen Sinn, sondern laden zudem zum Missbrauch ein.

Verbot des Aussetzens jagdbarer Tierarten (§37 JWMG)

Das Aussetzen von gezüchteten Wildtieren jagdbarer Arten, mit dem einzigen Zweck diese nach einigen Monaten zu erschießen, ist mit einem modernen Tier- und Artenschutzverständnis nicht vereinbar und muss verboten werden.

Verbot der Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren (§ 38 JWMG)

Die Ausbildung von Hunden in Schliefanlagen am gefangenen Fuchs oder an flugunfähig gemachten Enten ist mit dem Tierschutz nicht vereinbar. Aufgrund der eingeschränkten Fluchtmöglichkeit bzw. Verhinderung des normalen Fortbewegungsverhaltens leiden die Tiere unter Angst und Stress. Verschiedene Gerichte haben bereits festgestellt, dass die Hundeausbildung an vorübergehend flugunfähig gemachten Ente grundsätzlich gegen das Tierschutzgesetz verstößt.

Neun Monate Jagdruhe (§41 JWMG)

Die Jagdzeit muss sich an dem natürlichen Verhalten der Tiere und nicht den Wünschen der Jägerschaft orientieren. Jagd während der Brut-, der Aufzuchtphase oder im Winter verursacht unnötigen Stress und Leiden und ist daher abzulehnen. Um die negativen Auswirkungen der Jagd auf die heimischen Wildtiere so weit wie möglich zu reduzieren müssen die Jagdzeiten auf den kürzest möglichen Zeitraum zusammengelegt werden.

Generelles Jagdverbot in Nationalparks und Naturschutzgebieten (§42 JWMG)

Die Jagd hat einen nachhaltigen negativen Einfluss auf wildlebende Tiere, macht sie zudem scheu und für Naturfreunde nicht erlebbar. Daher ist es unabdingbar, dass in Gebieten die ausgewiesener Maßen dem Schutz der heimischen Flora und Fauna dienen sollen, die Jagd ruht.

Ausnahmsloses Verbot des Abschusses von Haustieren (§ 49 JWMG)

Für den Abschuss von Haustieren durch Jäger gibt es keinen vernünftigen Grund. Den Abschuss von Hunden oder Katzen unter Erlaubnisvorbehalt zu stellen, setzt ein falsches Signal und ist missbrauchsanfällig. Der Abschuss von Hunden und Katzen - ein Relikt aus der Feudalzeit, hat nichts mit der Jagd zu tun und muss daher ausnahmslos verboten werden.

Kürzung der Liste jagdbarer Arten (Anlage JWMG)

Die Tötung von Tieren ohne vernünftigen Grund (z.B. Prädatorenbekämpfung) ist mit dem Tierschutzgesetz nicht vereinbar. Auch widerspricht die Jagd auf im Bestand bedrohte Tierarten dem allgemeinen Verständnis eines zeitgemäßen Natur- und Artenschutzes. Daher muss die Liste der dem Baden-Württemberger Jagd- und Wildmanagement unterstellten Arten erheblich gekürzt werden. Zu streichen sind Dachs, Fuchs, Hermelin, Steinmarder, Wildkaninchen, Baummarder, Feldhase, Iltis, Luchs, Wildkatze sowie sämtliche Vogelarten.

Bitte tragen Sie Sorge dafür, dass das im Gesetz postulierte Ziel „die Belange des Tierschutzes aus der besonderen Verantwortung für das Tier als Mitgeschöpf in allen Bereichen der Jagd und des Wildtiermanagements zu berücksichtigen“ keine hohle Phrase wird.

Mit freundlichen Grüßen




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