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Offener Brief: Beschlagnahme hat Elefantenkuh das Leben gerettet

02.08.2013 – Im Mai 2013 wurden die Elefantenkuh Chitana und vier Großkatzen des „Zirkus Las Vegas“ beschlagnahmt und anderweitig untergebracht. Medienberichten zufolge, wird derzeit über die Rechtmäßigkeit der Beschlagnahme vor Gericht gestritten.

In einem gemeinsamen Brief haben sich nun die Tierschutzorganisationen animal public, Deutscher Tierschutzbund, Pro Wildlife, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Menschen für Tierrechte, Bundesverband Tierschutz und Vier Pfoten an die Öffentlichkeit gewandt. Aus Sicht der Tierschutzverbände war das Vorgehen von Staatsanwaltschaft und Veterinäramt im Fall Chitana absolut richtig und nachvollziehbar.

Foto: Archiv European Elephant Group

Foto: Archiv European Elephant Group

Chitana leidet haltungsbedingt unter Deformationen der Hinterbeine, deutlichem Minderwuchs, Arthrose und Erkrankungen der Füße. Ihr Schwanz fehlt. Sie traf in ihrem neuen Zuhause deutlich untergewichtig und sehr verängstigt ein. Zudem leidet sie unter Verhaltensstörungen, sogenannten Stereotypien. Diese entstehen dadurch, dass natürliche Verhaltensweisen und –bedürfnisse nicht ausgelebt werden können und sind ein deutlicher Hinweis auf erhebliche Schäden und Leiden und damit ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Die nicht zumutbare Einzelhaltung von Chitana hat dieses Leiden vermutlich noch deutlich verstärkt. Der Eigentümer des Elefanten, Hardy Weisheit, ist bereits mehrfach wegen schlechter Tierhaltung in anderen Fällen aufgefallen und war vor Jahren für den Tod des Elefanten „Mary“ verantwortlich. Das Tier konnte wegen eines starken chronischen Nierenleidens nur noch durch Einschläfern erlöst werden. Nach Auskunft von Elefantenexperten war der gesundheitliche Zustand die Folge von schlechter Haltung, u.a. durch Kälte, Nässe und Mangelernährung. Ein zweiter völlig verwahrloster Elefant im Besitz von Weisheit namens „Dunja“ wurde beschlagnahmt und an einen Zoo abgegeben.

Drei weitere derzeit in Weisheits Eigentum befindliche Elefanten weisen ihrerseits einen sehr schlechten Gesundheitszustand auf. Das von Hardy Weisheit geleitete reisende Unternehmen „Circus Afrika“ ist in vielen Teilen Deutschlands als „Skandalzirkus“ bekannt und hat in mehreren Kommunen bereits Auftrittsverbote erhalten, u.a. wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs und Vorspiegelung falscher Tatsachen.

Aufgrund des schlechten Pflege‐ und Gesundheitszustandes des Elefanten und der erwiesenen Unzuverlässigkeit des Tierhalters stellte die Wegnahme somit eine unmittelbar lebensrettende Maßnahme dar. Die Verbände sprechen sich mit aller Deutlichkeit für einen Verbleib von Chitana in ihrem jetzigen Umfeld aus.

 

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