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Newsletter 25.03.2018

Diese Woche hat der Tod eines einzelnen Tieres weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Im Wildtierreservat Ol Pejeta in Kenia starb Sudan, das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn der Welt. In freier Natur gilt das Nördliche Breitmaulnashorn bereits seit 2008 als ausgestorben. Doch traurig ist nicht nur Sudans Tod, sondern auch das, was ihm zuvor von Menschen angetan wurde.

Der Nashornbulle wurde in den 70er Jahren kurz nach seiner Geburt im Sudan von seiner Familie weggefangen und in einen tschechischen Zoo gebracht. Dort hielt man ihn zusammen mit einigen Artgenossen, fern seiner natürlichen Heimat auf engstem Raum als unterhaltsames Schauobjekt. Als sich in den 80er Jahren abzeichnete, dass die Ausrottung des Nördlichen Breitmaulnashorns in freier Natur unmittelbar bevor stand, intensivierte der Zoo seine Zuchtbemühungen, die sich lesen wie ein groß angelegter Tierversuch. Wissenschaftler legten die Tiere immer wieder in Narkose, nahmen ihnen Blut, Urin, Milch und Sperma ab, gaben ihnen Vitamine und versuchten sie medikamentös zu stimulieren. Brüder wurden mit ihren Schwestern und Väter mit ihren Töchtern verpaart. Ab 2006 wurde zudem versucht die Tiere künstlich zu befruchten. Alles ohne Erfolg! Erst als das letzte Nördliche Breitmaulnashorn in freier Natur ausgestorben war, gestanden sich die Zooverantworlichen ein, dass die Zucht in Gefangenschaft nicht funktioniert und brachten Sudan und drei Artgenossen in das Ol Pejeta Reservat im Süden Kenias. Doch war es da bereits zu spät, die Tiere waren zu alt und krank um sich fortzupflanzen.

Sudans Tod macht nicht nur in erschreckender Weise deutlich, wie akut das Artensterben ist, er zeigt auch, dass Zoos selbst unter Einsatz immenser menschlicher, technischer und finanzieller Ressourcen nicht in der Lage sind Tierarten vor dem Aussterben zu bewahren.
Daher werden wir uns weiter dafür einsetzen, dass Tiere dort geschützt werden, wo sie hingehören, in ihrem natürlichen Lebensraum. Und wir werden uns weiter dagegen wehren, dass einzelne Individuen als „Botschafter ihrer Art“ ein erbärmliches und sinnloses Dasein in Gefangenschaft fristen müssen. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns dabei unterstützen.

 

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