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Missstände in der Zirkustierhaltung & Vollzugsprobleme

Die Recherchen von animal public haben gezeigt, dass sehr viele Zirkusunternehmen, darunter auch namhafte und renommierte Großzirkusse, die Vorgaben der Zirkusleitlinie nicht in allen Punkten einhalten.

Folgende Missstände werden bei vielen Zirkussen immer wieder dokumentiert:

  • Kranke Tiere müssen auftreten, eine tierärztliche Behandlung wird nicht oder nicht ausreichend vorgenommen. Man transportiert sie weiter von einem Gastspielort zum nächsten bis sie tot umfallen.
  • Elefanten werden ausschließlich in Ketten gehalten oder werden noch nicht einmal aus dem Transporter herausgelassen.
  • Zahlreiche Elefanten werden dauerhaft alleine gehalten.
  • Es wird im Winter mit Tieren in der Fußgängerzone gebettelt.
  • Tiere werden so geprügelt oder mit Eisenhaken malträtiert, dass sie blutige Wunden davontragen.
  • Rhesusaffen und Paviane werden dauerhaft an einer Kette um den Hals gehalten.
  • Menschenaffen, die eigentlich nicht mehr im Zirkus gehalten werden sollten, werden in geschlossenen LKWs vor den Behörden versteckt.
  • Tiere werden unzureichend mit Wasser versorgt.
  • Die Tiere bekommen nicht das Futter, das sie benötigen. Stattdessen bekommen sie Essensreste, Süßigkeiten oder müssen gar hungern.
  • Die Tiere werden mit Gewalt dressiert. Immer wieder wird der Einsatz von Elektroschockgeräten beobachtet. In der Dressur von Elefanten ist der Einsatz von spitzen Elefantenhaken allgegenwärtig.
  • Großkatzen werden die Krallen gezogen und die Zähne abgeschliffen.
  • Für Elefanten, Seelöwen, Großkatzen und Bären werden keine Außengehege aufgebaut.
  • Die Gehege und die Ausläufe der Tiere sind wesentlich kleiner als sie sein sollten.
  • Es werden keine Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten. Es gibt kein festes Winterquartier.
  • Das Winterquartier ist so gestaltet, dass den Tieren nicht der vorgeschriebene Auslauf zur Verfügung steht.
  • Dringend nötige Heizungen für exotische Wildtiere fehlen.
  • Tiere die nicht mehr zu gebrauchen sind, werden getötet.

Diese Liste läßt sich beliebig lang  fortsetzen.

Nur in den wenigste Fällen hat ein solcher Umgang mit Tieren Konsequenzen für die Verantwortlichen. Zumeist trägt der zuständige Amtsveterinär in das Tierbestandsbuch eine Auflage zur Änderung der Tierhaltung ein. Am nächsten Ort macht der nächste Veterinär das gleiche. Bevor eine Behörde aktiv eingreifen kann, um den Tieren zu helfen, ist der Zirkus weiter gezogen – oftmals mit unbekanntem Ziel. Für die Tiere ändert sich nichts.

Theoretisch sollten die Tierhaltungsprobleme dann dem Heimatveterinäramt des Zirkus mitgeteilt werden. Die meisten Zirkusunternehmen aber haben kein festes Winterquartier, in welches sie zurückkehren, so gibt es auch kein Heimatveterinäramt. Da es  keine zentrale Registrierung gibt, an die die Veterinäre ihre Beanstandungen weiterleiten können, bleibt ihnen oft keine andere Möglichkeit, als den Fall zu den Akten zu gelegt.

Eine Beschlagnahme von misshandelten Wildtieren ist fast unmöglich, da es kaum Plätze gibt, zu denen die Tiere gebracht werden können. Die wenigen Auffangstationen, die existieren, sind ausgelastet und führen teilweise noch Wartelisten. So vegetieren zahlreiche exotische Wildtiere unter katastrophalen und absolut gesetzwidrigen Bedingungen in deutschen Zirkussen vor sich hin, weil es keine Möglichkeit gibt ihnen zu helfen.

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