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Mimi und Dolly gerettet: Schimpansen aus Wedemark in niederländischer Auffangstation eingetroffen

Wedemark /Düsseldorf, 24. November 2014 – Tierschutzkampagne mit Happy End: Über 30 Jahre lang mussten die beiden Schimpansendamen Mimi und Dolly in einem kleinen Hinterhof-Verschlag im niedersächsischen Wedemark ausharren. Nach erfolgreicher Kampagnenarbeit der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. sowie des Tier- und Artenschutzvereins animal public e.V. wurden die beiden Menschenaffen schließlich am vergangenen Donnerstag in die Schimpansen-Auffangstation AAP im niederländischen Almere transportiert. Dort wurden sie zunächst gründlich untersucht, die kommenden Wochen bleiben sie in Quarantäne. Anschließend dürfen sich Mimi und Dolly behutsam an ein artgerechtes Schimpansenleben gewöhnen, das die beiden betagten Tiere wohl nur noch aus ihren frühen Kindheitstagen kennen. Weil das Veterinäramt der Region Hannover trotz mehrerer Anzeigen keine ausreichenden Schritte zur Befreiung der Tiere unternahm, wandten sich PETA und animal public Anfang September 2014 an die Öffentlichkeit. Binnen weniger Tage appellierten über 25.000 Menschen per Online-Petition an die Behörde, Mimi und Dolly zu retten. Letztendlich ließ sich der Halter daraufhin davon überzeugen, dass die Menschenaffen in der Auffangstation wesentlich tiergerechter untergebracht werden können.

„Die Rettungsaktion lief problemlos ab. Die beiden Tiere wurden von einem erfahrenen Tierarzt nur leicht sediert, um sie in die Transportkisten zu setzen. Die Fahrt in die Niederlande haben sie gut überstanden“, sagt Laura Zodrow von animal public e.V., die die Umsiedlungsaktion begleitet hat.

„Wir hoffen, dass den betagten Schimpansinnen noch ein paar Jahre bleiben, um einen schönen Lebensabend zu verbringen“, ergänzt Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland e.V. „Die Privathaltung von exotischen Tieren sollte sofort verboten werden, damit sich solche Dramen nicht ständig wiederholen.“

Die Organisationen wurden erstmals Ende 2012 auf die Schimpansenhaltung auf dem Gelände einer Gartenbau-Firma in Wedemark aufmerksam. Recherchen brachten zutage, dass Mimi und Dolly die meiste Zeit in einem ca. neun Quadratmeter großen Verschlag gehalten wurden. Je nach Witterung konnten die Tiere zusätzlich einen kleinen Außenkäfig benutzen. Bis vor einigen Jahren mussten sich sogar drei Schimpansen das viel zu kleine Gehege teilen. Behördliche Richtlinien und Mindestanforderungen bezüglich der Gehegegröße und –struktur wurden permanent unterschritten. Die Organisationen erneuern in diesem Zusammenhang ihre Kritik an der Veterinärbehörde, die die desolaten Haltungsbedingungen auf dem Grundstück jahrzehntelang duldete.

In der Natur leben Schimpansen in Gruppen mit komplexer Sozialstruktur zusammen, die zeitweise mehrere Dutzend Tiere umfassen können. Die Menschenaffen nehmen dabei einen Lebensraum in Anspruch, der in Waldgebieten bis zu 50 Quadratkilometer, in Savannen sogar weitaus mehr betragen kann. Schimpansen sind die nächsten Verwandten des Menschen; das Erbgut beider Spezies gleicht sich bis zu 98 Prozent.

Kontakt Pressestelle animal public:
Telefon: +49 (0)211 – 56 949 730
Mail: info@animal-public.de

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