Koalition will Schutz von Wildtieren verbessern

Verkaufsbedingungen auf einer deutschen Tierbörse

Die große Koalition aus CDU/CSU und SPD plant den Schutz von Wildtieren zu verbessern. Insbesondere sollen Privathaltung und Handel von exotischen Wildtieren reglementiert werden. In dem Entwurf des Koalitionsvertrages heißt es: „Wir verbessern den Wildtierschutz und gehen gegen Wilderei sowie den illegalen Wildtierhandel und deren Produkte vor; Handel mit und private Haltung von exotischen und Wildtieren wird bundeseinheitlich geregelt. Importe von Wildfängen in die EU sollen grundsätzlich verboten und gewerbliche Tierbörsen für exotische Tiere untersagt werden.“
animal public begrüßt die geplanten Maßnahmen ausdrücklich.

Deutschland ist einer der größten Importeure lebender Wildtiere für die Privathaltung. Ein Großteil dieser importierten Wildtiere wird noch immer aus der Natur gefangen. Sogar bedrohte Arten, die in ihrem Heimatland unter Schutz stehen, können vollkommen legal nach Deutschland importiert werden, solange sie nicht dem internationalen Artenschutz unterliegen. Brutale Fangmethoden, Zwischenhälterung unter katastrophalen hygienischen Bedingungen und mangelhafte Versorgung haben hohe Mortalitätsraten zur Folge. Eine Verlustrate von 50% noch vor dem Export ist keine Seltenheit. Beim Halter geht das Sterben weiter. Experten schätzen, dass bis zu 90% der importierten Wildfänge innerhalb des ersten Jahres in Gefangenschaft sterben. Verkauft werden viele der Tiere auf so genannten Wildtierbörsen. In kleine Plastikdosen gepresst, werden sie wie Wühltischware verscherbelt. Vielfach sind die Behältnisse so klein, dass die Tiere nur eingerollt hineinpassen. Sich ausstrecken oder umdrehen ist unmöglich.

Seit Jahren setzt sich animal public gerade für diese Tiere ein, deren Schicksal nur wenig Beachtung in der Öffentlichkeit findet. Gemeinsam mit „LUSH“ haben wir im Jahr 2011 die Internetseite www.stoppt-den-wildtierhandel.de ins Leben gerufen, um ein Informationsportal für Journalisten, Politiker und andere Interessierte zu schaffen.

Seminar zum Wildtierschutz im EU Parlament

Immer wieder haben wir mit Abgeordneten in den Landtagen, im Bundestag und im EU-Parlament über die Probleme, die mit der privaten Wildtierhaltung verbunden sind, gesprochen. In diesem Jahr fand das Thema endlich die notwendige politische Beachtung. Sowohl Bündnis 90/Die Grünen als auch die SPD nahmen den Wildtierschutz in ihr Wahlprogramm auf, was dazu geführt hat, dass dieses Thema nun auch im Entwurf des Koalitionsvertrages zwischen CDU/CSU und SPD zu finden ist.
Wir freuen uns über diesen ersten kleinen Schritt in die richtige Richtung und werden uns aktiv dafür einsetzen, dass dieser Absichtserklärung auch Taten folgen.

Bitte unterstützen Sie die Arbeit von animal public mit einer Spende, damit wir auch weiter politisch arbeiten und den Tieren eine Stimme geben können. Nur eine Verbesserung der Rechtslage kann Tierleid langfristig verhindern.

 

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