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Jagd und Jäger ins Museum

Die Jäger sehen sich heute gern in der Rolle des Gipfelraubtiers, das regulierend in den Wildbestand eingreifen muss, zumal es “seit Jahrhunderten ein Faktum (ist), dass in Mitteleuropa das Grossraubwild verschwunden ist.” Jägerlatein! Gerade diejenigen, die die Jagd als Kulturgut verteidigen, haben ein kurzes Gedächtnis.

Verschwunden? Wer trägt denn die geschichtliche Schuld an der restlosen und großflächigen Ausrottung von Bär, Luchs, Wolf und Gänsegeier in Deutschland? Doch wohl die Jäger wer sonst? Jäger haben 1847 im Bayerischen Wald den letzten Wolf erschossen und noch 1871 im Bezirk Koblenz die Schussgelder für 26 Wölfe kassiert. – Verschwunden!

Heutzutage pirschen an die 340.000 Ersatzwölfe ohne jede Scheu durch unsere Landschaft und sind auf Beute aus. Ausgerüstet mit modernsten Waffen, geländegängigen Fahrzeugen und präzisen optischen Geräten. Eine bewaffnete Truppe hält nahezu alles besetzt, was an Natur noch übriggeblieben ist. Von der Nordsee bis zu den Alpen. In den Revieren, abgeschottet und unter ihresgleichen, ausgestattet mit Sonderrechten, wie kein anderer Amateursportverband, geht sie ihrem liebsten Freizeitvergnügen nach: Dem Nachstellen und Töten von Tieren.

Eine kleine, geschlossene Gesellschaft maßt sich an, einen beträchtlichen Teil unserer freilebenden “wilden” Säugetiere und Vögel für sich zu beanspruchen. Mit dem einzigen Ziel: Die (Jagd)Leidenschaft oder den (Jagd)Trieb zu befriedigen. Dazu braucht der Jäger von echtem Schrot und Korn vor allem Pulver, Blei und Falle, Futtersack und dressierte Hunde. Ganz nebenbei wird nach Gutdünken gehegt und reguliert, ausgesetzt und angesiedelt, gezüchtet und kurzgehalten, um dann das aus den Fugen geratene biologische Gleichgewicht wiederherzustellen. Nach Jagdherrenart, versteht sich. Sollten nationale Schutzgesetze der Jagdpassion Grenzen setzen, schießt man im “unterentwickelten” Ausland.

Heutzutage ist Jagd weder ein notwendiges Handwerk noch ein erhaltenswertes Kulturgut oder gar ein Grundrecht, wie das die deutschen Hobbyjäger gerne behaupten. Jagd ist in unseren Breiten nichts anderes als eine Freizeitbeschäftigung einer kleinen, aber einflussreichen Interessengruppe. Sie wendet für das Recht, Wildtiere töten zu DÜRFEN, beträchtliche finanzielle Mittel auf. Doch die Mehrheit der Bevölkerung müsste mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, wäre ihr Hobby mit dem Quälen und Töten von Lebewesen verbunden. Nicht so die Jäger. Sie haben es gut verstanden, ihr Tun zu verschleiern und zu verklären.

Wer weiß schon, dass…

… mindestens ein Drittel der von Jägerhand getöteten Tiere eines grausigen, qualvollen Todes sterben, weil sie nach dem abgefeuerten Schuss nicht auf der Stelle tot umfallen. Von Jägern und Jagd-Hunden unentdeckt, kann sich der Todeskampf eines angeschossenen Tieres tagelang hinziehen.

… Jäger ihre Hunde auf lebende Enten hetzen, um mit ihnen das „Apportieren“ zu üben.

… Jäger – nicht Wilderer – immer noch mittelalterlich anmutende Schlagfallen stellen und damit zigtausende Füchse, Marder und Dachse fangen, verstümmeln und töten. Wieviele Menschen, Haustiere und „unerwünschte“ Wildtiere in Schlagfallen verletzt oder getötet werden, wird von keiner Statistik erfasst.

… Jäger ihre Befugnis verteidigen, „wildernde“ Hunde und „streunende“ Katzen zu töten – selbst wenn sich diese nur kurzzeitig dem Einfluss ihrer Besitzer entzogen haben. Durch die Willkür von Hobbyjägern kommen bei uns jährlich ca. 40.000 Hunde und 350.000 Katzen ums Leben.

… Jäger im Zuge der gnadenlosen Verfolgung von Füchsen, ihre Jagd-Hunde in sogenannten Schliefanlagen darauf abrichten, den Fuchs aus seinem Bau und vor die Flinten der Jäger zu treiben.

… Deutsche Jäger in großem Umfang die Umwelt vergiften. In Form von Schrotmunition verschießen sie jedes Jahr über 500 Tonnen hochgiftiges Blei. Schleichende Vergiftung von Wildtieren, Verseuchung des Bodens und der Gewässer sind die direkten Folgen des angewandten Naturschutzes mit der Waffe.

… Wildtiere durch die Jagd scheu werden. Dort, wo sie ruht oder verboten ist, sind die Chancen für unbewaffnete Naturfreunde weitaus größer, Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. In Revieren, wo es rund ums Jahr immer etwas zu jagen und zu schießen gibt, fliehen Wildtiere panikartig vor dem Menschen. So gehen nicht wenige, die dem Straßenverkehr zum Opfer fallen, auch auf das Konto der Jäger.

animal public tritt für die ersatzlose Abschaffung der Hobby-Jagd ein. Es kann nicht angehen, dass leidensfähige Lebewesen als Zielscheibe für einige wenige Privilegierte und deren Jagdlust herhalten müssen. Im Sinne des Tier-, Natur- und Artenschutzes ist es an der Zeit, das Kulturgut Jagd schnellstens dahin zu befördern, wo es hingehört: Ins Museum!

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