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Gefahr für die Bevölkerung

OLYMPUS DIGITAL CAMERASchätzungen zufolge werden in Deutschland derzeit etwa 100.000 Gift- und 200.000 Riesenschlangen gehalten. Hinzu kommen unzählige giftige Skorpione, Spinnen und Frösche. Beweggründe für die private Haltung eines wildlebenden, gefährlichen Tieres sind laut einer aktuellen Untersuchung vor allem Besitzerstolz, Angeberei und die Faszination der potentiellen Bedrohung, die von solch einem Lebewesen ausgeht.

Nach Angaben verschiedener Giftnotzentralen nimmt die Zahl der Unfälle mit exotischen Gifttieren in alarmierender Weise zu. Neben Klapperschlangenbissen melden Giftambulanzen immer häufiger Verletzungen durch Skorpione, Vogelspinnen und giftige Aquarienfische. Die Dunkelziffer ist enorm, da Stiche von Aquarienfischen oder Bisse von Vogelspinnen nicht meldepflichtig sind und die Halter häufig nicht zum Arzt gehen. Trotzdem gibt es immer noch in 8 der insgesamt 16 Bundesländer keine Regelungen zur privaten Haltung gefährlicher Tiere wildlebender Arten.

Baden- Württemberg

  • Keine besonderen Vorschriften

Bayern

  • „Gesetz über das Landesstrafrecht und das Verordnungsrecht auf dem Gebiet der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ Art. 37Wer ein gefährliches Tier einer wildlebenden Art halten will, bedarf der Erlaubnis der Gemeinde. Die Erlaubnis darf nur erteilt werden, wenn der Antragsteller ein berechtigtes Interesse nachweist, gegen seine Zuverlässigkeit keine Bedenken bestehen und Gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder Besitz nicht entgegenstehen. Die Erlaubnis kann vom Nachweis des Bestehens einer besonderen Haftpflichtversicherung abhängig gemacht werden. Mit Geldbuße bis zu zehntausend Euro kann belegt werden, wer vorsätzlich oder fahrlässig ein gefährliches Tier einer wildlebenden Art ohne die erforderliche Erlaubnis hält oder die mit der Erlaubnis verbundenen Auflagen nicht erfüllt. Liste der gefährlichen Tiere

Berlin

  • Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere wildlebender ArtenVerbot der nichtgewerblichen Haltung gefährlicher Tiere wildlebender Arten. Ausnahmegenehmigungen für die private Haltung von Tieren, die für den Menschen aufgrund bestimmter Eigenschaften besonders gefährlich sind, dürfen nicht erteilt werden. Unter dieses generelle Verbot fallen Löwen, Tiger, Bären, Wölfe, Giftschlangen sowie hochgiftige Skorpione und Spinnen. Für die Haltung wildlebender Tierarten wie z.B. Riesenschlangen und Echsen, die nicht so gefährlich sind, können Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. Der Halter muss seine Zuverlässigkeit, Sachkunde sowie eine ausbruchsichere und tierschutzgerechte Haltung der Tiere nachweisen.

Brandenburg

  • Keine besonderen Vorschriften

Bremen

  • Polizeiverordnung über die öffentliche SicherheitDas Halten von gefährlichen Tieren, die in der Anlage zu der Verordnung aufgeführt sind, ist außerhalb tier- und artenschutzrechtlich genehmigter Einrichtungen und Betriebe verboten. Die Ortspolizeibehörde kann Ausnahmen zulassen, wenn durch die Tierhaltung im Einzelfall keine Gefahren für den Halter oder Dritte entstehen können, das Tier in einem ausbruchsicheren Käfig untergebracht ist und der Halter die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit den Tieren nachweist. Bei giftigen Tieren müssen Gegenmittel (Seren) in gebrauchsfähigem Zustand stets bereitgehalten werden. Liste der gefährlichen Tiere

Hamburg

  • HmbGefahrtierG – Hamburgisches Gefahrtiergesetz
    Hamburgisches Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Tieren wild lebender Arten. Die nichtgewerbliche Haltung privater Tiere muss angemeldet werden und kann, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, genehmigt werden. Liste gefährlicher Tiere.

Hessen

  • Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung §43aDie nicht gewerbsmäßige Haltung eines gefährlichen Tieres einer wild lebenden Art ist verboten. Als gefährliche Tiere gelten solche, die in ausgewachsenem Zustand Menschen durch Körperkraft, Gifte oder Verhalten erheblich verletzen können und ihrer Art nach unabhängig von individuellen Eigenschaften allgemein gefährlich sind. Die Bezirksordnungsbehörde kann auf Antrag Ausnahmen von dem Verbot zulassen, wenn der Halter ein berechtigtes Interesse an der Haltung nachweist, wie z.B. zum Zwecke der Wissenschaft oder Forschung. Liste der gefährlichen Tiere

Mecklenburg-Vorpommern

  • Keine besonderen Vorschriften

Niedersachsen

  • Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere. Es ist verboten, nicht gewerblich gefährliche Tiere zu halten. Als solche gelten giftige Tiere und in der Anlage zur Verordnung aufgeführte Tiere. Der Landkreis oder die kreisfreie Stadt kann Ausnahmen von dem Verbot genehmigen, wenn durch die Haltung des gefährlichen Tieres im Einzelfall keine Gefahr für Dritte entsteht und gewährleistet ist, dass die Tierhalterin oder der Tierhalter von dem Landkreis oder der kreisfreien Stadt festgelegte Gegenmittel und Behandlungsempfehlungen bereithält. Liste der gefährlichen Tiere

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

  • Keine besonderen Vorschriften

Saarland

  • Keine besonderen Vorschriften

Sachsen

  • Keine besonderen Vorschriften

Sachsen-Anhalt

  • Keine besonderen Vorschriften

Schleswig-Holstein

  • Gesetz zum Schutz der Natur § 38 Die Haltung von Tieren wildlebender Arten, die Menschen lebensgefährlich werden können, insbesondere von Tieren aller großen Katzen- und Bärenarten, Wölfen, Krokodilen und Giftschlangen, ist unzulässig. Die zuständigeNaturschutzbehörde kann Ausnahmen zulassen

Thüringen

  • Thüringer Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren (ThürTierGefG) Die Haltung von Tieren einer wildlebenden Art, die Menschen durch Körperkraft, Gifte oder Verhalten erheblich verletzen können ist nur mit Erlaubnis zulässig und wenn nachgewiesen werden kann, dass ein besonderer wissenschaftlicher oder beruflicher Bedarf für die Haltung besteht. Gesetzestext Vorläufige Liste der gefährlichen Tiere
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