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Für ein Europa ohne Delfinarien

Laura Zimprich von animal public und Dr. Ingrid Visser von der Free Morgan Foundation im EU Parlament

Laura Zimprich von animal public und Dr. Ingrid Visser von der Free Morgan Foundation im EU Parlament (von links nach rechts)

 In dieser Woche fand in Brüssel die internationale Konferenz „Dolphinaria-Free Europe“ statt. Gemeinsam mit Tierschützern, Wissenschaftlern und ehemaligen Delfintrainern aus aller Welt haben wir dort darüber beraten, wie eine Beendigung der Haltung von Delfinen und Walen in Gefangenschaft in der EU rechtlich durchsetzbar und praktisch umsetzbar ist.
Derzeit werden in 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union rund 307 Wale und Delfine gehalten. In kleinen Pools, die nicht annähernd ausreichen ihre artgemäßen Bedürfnisse zu befriedigen, müssen sie allerlei alberne Kunststücke vorführen, mit Touristen schwimmen oder für Souvenirfotos herhalten.
Viele der Tiere sind chronisch krank, werden ständig mit Antibiotika oder Fungiziden behandelt oder erhalten zur Verhaltenskontrolle Hormonen und Psychopharmaka, um sie an die artwidrigen Haltungsbedingungen anzupassen.
In Deutschland gibt es nach der Schließung der Delfinarien in Soltau und Münster derzeit noch zwei Delfinarien, im Zoo Duisburg und im Tiergarten Nürnberg.

Eröffnung der Konferenz durch einen Vertreter der griechischen Regierung

In anderen Ländern ist man schon weiter. In 13 EU Mitgliedstaaten gibt es keine Delfinarien mehr. In Zypern, Kroatien und Slowenien ist die Haltung von Delfinen und Walen in Gefangenschaft verboten, Ungarn hat den Import von Delfinen und Griechenland jegliche Tiervorführungen untersagt.
Im Rahmen der Konferenz „Dolphinaria-Free Europe“ gab es sowohl im EU Parlament in Straßburg, als auch in Brüssel, eine Vorführung des preisgekrönten Dokumentarfilms „Blackfish“ über das Leiden von Orcas in Gefangenschaft für die EU-Abgeordneten, die Mitarbeiter der EU Kommission und Journalisten. Verschiedene Abgeordnete versprachen uns im Anschluss sich für ein Europa ohne Delfinarien einzusetzen.

Von den anwesenden Tierschutzverbänden und Wissenschaftlern wurde eine Intensivierung der Zusammenarbeit bei der Schaffung von Auffangstationen für Meeressäuger und deren Auswilderung beschlossen. Vor zwei Jahren ist es unseren Kollegen in England gelungen die zwei Delfine Misha und Tom nach jahrelanger Gefangenschaft auszuwildern. Eine bewegendes Video der ersten Momente in Freiheit finden Sie hier. Gemeinsam wollen wir erreichen, dass ihnen schon bald zahlreiche Artgenossen folgen werden.

Teilnehmer der Konferenz

Die Teilnehmer der Konferenz

animal public setzt sich schon lange für ein Ende der Delfinhaltung in Deutschland ein. Im April wird sich der Landtag in NRW mit der Zukunft des Delfinariums in Duisburg beschäftigen. Wir werden vor Ort sein. Hintergrundinformationen über die Haltung von Walen und Delfinen in Deutschland und Europa finden Sie in unserem Delfinarien-Report.

Gemeinsam mit der „Free Morgan Foundation“ engagieren wir uns für die Wiederauswilderung des Orcaweibchens „Morgan“, das vor nunmehr über drei Jahren vor der niederländischen Küste gefangen wurde, um es gesund zu pflegen und das jetzt in einem spanischen Vergnügungspark für Show-Zwecke missbraucht wird. Mehr Informationen zu dieser Kampagne finden Sie hier.

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