Bettelzirkusse auf Mitleidstour

Berlin/Düsseldorf, 22.12.2010. Jedes Jahr vor Weihnachten sind sie in den Fußgängerzonen zu sehen – Zirkusmitarbeiter, die mit Tieren betteln. Oft schlagen auch fahrende Zirkusse ungefragt ihre Winterlager in Stadtnähe auf und bleiben manchmal bis zum Frühling. Angeblich unfähig, sich selbst zu finanzieren, wird an die Gemeinde und deren Bewohner appelliert, „Mann und Maus“ durchzufüttern. aktion tier und animal public raten jedoch von Spenden ab.

„Es gibt leider viele Zirkusunternehmen, die im Winter zu Bittstellern werden“, sagt Laura Zimprich von animal public. „Artisten und Tiere in Not“, „Zirkus in Not droht Räumung“, „Zirkus sitzt fest“ – so lauten nur einige der Schlagzeilen, die jeden Winter wiederkehren. Dabei ist ein Zirkusunternehmen, wie der Name schon sagt, ein Betrieb, der eigenständig und eigenverantwortlich wirtschaftet. Lohnt sich dieser Betrieb nicht mehr, weil die Einnahmen fehlen, muss sich das Unternehmen etwas einfallen lassen, um mehr Geld in die Kassen zu spülen oder eben aufgeben. „Ein Unternehmen, welches nur dadurch über die Runden kommt, dass es im Winter mit möglichst mageren und mitleiderregenden Tieren Spenden sammelt, ist nicht existenzfähig; außerdem bedarf das Spendensammeln mit Tieren gemäß Tierschutzgesetz einer speziellen Genehmigung, die meist nicht vorhanden ist“, sagt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Wir raten daher dringend davon ab, diese Zirkusse mit Futter-, Sach- oder Geldspenden zu unterstützen. Schließlich spendet man ja auch keinem mittelständischen Unternehmen, welches aufgrund mangelnder Umsätze vor dem Aus steht. „Ein Zirkus, der sich nicht mehr selber trägt und seine Tiere folglich nicht mehr ernähren kann, muss diese abgeben“, sagt Laura Zimprich von animal public. Mit gutgemeinten Spenden zementiert man lediglich das Tierleid.

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