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animal public – Forderungen zur Novellierung des Jagdrechts

In Deutschlands Wald- und Flur töten ca. 340.000 Hobbyjäger jedes Jahr über 4 Millionen Tiere. Dabei verbergen sich unter dem Deckmäntelchen der Waidgerechtigkeit übelste Tierquälereien. Es ist höchste Zeit das Jagdrecht, das noch auf dem Reichsjagdgesetz fußt, zu novellieren.

animal public fordert:

Verbot des Abschusses von Haustieren
Jäger haben zur Zeit noch das Recht angeblich wildernde Hunde und streunende Katzen zu töten. Festzustellen wann ein Tier streunt oder wildert und ob es überhaupt eine Gefahr für andere Tiere ist, liegt in ihrem Ermessen. So kommt es immer wieder vor, dass Hunde, die sich beim Spaziergang einige Meter von ihrem Besitzer entfernt haben, vor den Augen ihres entsetzten Halters erschossen werden. Auch Katzen, die einige hundert Meter vom Haus entfernt übers Feld laufen, sind Todeskandidaten. Für die Jäger sind gerade die toten Katzen durchaus nutzbar – ihr Fell für Rheumadecken, ihr Körper als Fuchsköder. Jedes Jahr fallen in Deutschland ca. 40.000 Hunde und 350.000 Katzen Jägern zum Opfer.

Verbot der Fallenjagd
Mit Fallen rückt die deutsche Jägerschaft Beutegreifern, wie Mardern, Iltissen oder Füchsen zu Leibe. Zugelassen sind Schlagfallen, die sofort töten oder Lebendfallen, die das Tier unverletzt fangen. Doch die Praxis sieht anders aus. Nicht jedes Tier, das in eine Schlagfalle gerät, ist sofort tot. Häufig überleben Tiere schwer verletzt und quälen sich Stunden oder sogar Tage, eine Pfote oder die Schnauze von der Falle zertrümmert. Auch Lebendfallen sind Tierquälerei. Die gefangenen Tiere geraten in Panik, sterben oftmals am Stress bevor der Fallensteller kommt um die Falle zu kontrollieren. Zudem fangen Fallen nicht selektiv. So geraten auch vom Aussterben bedrohte Tiere, Haustiere und Kinder immer wieder in Fallen.

Verbot der Baujagd
Bei der Baujagd dringen speziell abgerichtete Hunde in den Bau von Füchsen oder Dachsen ein, um diese heraus zu treiben. Vor dem Bau stehen dann die Jäger bereit, das in panischer Angst flüchtende Tier zu erschießen. Will das gejagte Tier den Bau nicht verlassen, schrecken die Jäger auch nicht davor zurück, Feuer zu legen, den Bau unter Wasser zu setzen oder einfach blindwütig hinein zu schießen. Dabei kommt manches Mal auch der Jagdhund zu Tode. Eine derart grausame Jagdmethode ist mit dem Tierschutz nicht vereinbar und muss verboten werden.

Verbot der Beizjagd
Bei der Beizjagd werden abgerichtete Greifvögel auf andere Tiere gehetzt. Ein Leben lang werden die wilden Greifvögel dafür auf engstem Raum gefangen gehalten und mit Methoden, die mit dem Tierschutz nicht vereinbar sind, abgerichtet. Viele der Tiere sind illegal aus der Natur entnommen worden. Andere sind künstliche Hybridzüchtungen (eine Kreuzung verschiedener Greifvogelarten), die wenn sie einmal entkommen, die Bestände wildlebender Arten gefährden.

Verbot der Vogeljagd
Bei der Jagd ist es angeblich waidgerecht, dass Jäger nur auf Vögel schießen, die sich in der Luft befinden. Verwendet wird dafür Schrotmunition. Gerade bei Tieren die in Schwärmen fliegen, ist es so ein Glücksspiel, welches Tier wie getroffen wird. Es besteht die Gefahr, dass sie von den Randschroten nicht tödlich getroffen werden und sich mit durchschossenem Schnabel oder zertrümmerten Flügel langsam zu Tode quälen. Viele Arten fliegen in gemischten Schwärmen. Nicht selten erschießen die Jäger deshalb auch Tiere, die unter Artenschutz stehen.

Verbot der Jagd auf Beutegreifer
Angeblich um gefährdete Tierarten zu schützen, werden Beutegreifer mit aller Vehemenz verfolgt. Doch in Wirklichkeit sehen die Jäger durch sie nur ihre eigene Beute gefährdet, die sie sich mit Futter und Medikamentengaben herangezüchtet haben. Diese Beutegreifer sind für das ökologische Gleichgewicht unverzichtbar. Daher ist eine Bejagung dieser Tiere aus Sicht des Tier- und Naturschutzes nicht nur sinnlos, sondern auch schädlich.

Verbot der Jagd auf alle im Bestand bedrohten Tierarten
Gebetsmühlenartig versucht die Jägerschaft der kritischen Öffentlichkeit weis zu machen, dass Jagd angewandter Naturschutz sei. Dabei werden in Deutschland noch immer Tierarten bejagt, die in ihrem Bestand gefährdet sind. Und auch ausgerottete Tierarten wurden bislang nicht von der Liste jagdbarer Arten gestrichen.

Verbot der Jagdhundeausbildung an lebenden Tieren
In meisten Bundesländern werden Jagdhunde noch immer an lebenden Tieren ausgebildet. So werden Enten flugunfähig gemacht, und der auszubildene Hund auf sie angesetzt. Die Ente hat keine Möglichkeit zu entkommen, ist Hund und Jäger hilflos ausgesetzt. Viele Enten werden totgebissen, schwer verletzt oder ertrinken. Ein grober Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Verbot der Fütterung, Kirrung, Lockmittel sowie Medikamentengabe
Unter dem Deckmantel der Hege, füttern sich Jäger ihre Trophäen von morgen heran. Nicht nur, dass Berge von Futter ausgebracht werden, auch vor der Gabe von Kraftfutter und Medikamenten schreckt die Jägerschaft nicht zurück. Aus Sicht von Wildbiologen schadet dies dem Naturhaushalt. Es gibt keine Notwendigkeit Wildtiere zu füttern.

Verbot des Aussetzens gezüchteter jagdbarer Tiere

Um die Jagdstrecke zu verlängern setzen Jäger gezüchtete Tiere, wie z.B. Fasane aus. Die Vögel werden in Massen gezüchtet, nur um nach einer Schamfrist von vier Wochen in Freiheit als lebende Zielscheibe herzuhalten. Mit dem von Jägerseite laut propagierten Natur- oder Artenschutz hat dies nichts zu tun.

Verbot von bleihaltiger Munition
Jedes Jahr werden allein in Deutschland von Jägern 500 Tonnen hochgiftiges Blei verschossen. Viele Tiere werden von Randschroten verletzt oder nehmen das Blei versehentlich mit der Nahrung auf. Sie sterben einen qualvollen Vergiftungstod. Mit dem Tierschutz ist dies nicht vereinbar. Daher muss bleihaltige Munition verboten werden.

Verbot der Jagd in Naturschutzgebieten

Obwohl es Sinn und Zweck von Naturschutzgebieten ist, die Natur zu schonen und möglichst vor menschlichen Einflüssen zu schützen, ruht noch nicht einmal hier die Jagd. Während Spaziergänger die Wege nicht verlassen dürfen und Hunde an der Leine gehen müssen, um Störungen zu vermeiden, ist es den Jägern erlaubt die heimischen Wildtiere zu erschießen. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass Jagd die Tiere scheu macht. Aus Sicht des Natur- und Artenschutzes ist es deshalb angebracht die Jagd in Naturschutzgebieten sofort zu verbieten.

Aufhebung der Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften
Grundeigentümer sind, wenn sich ihr Besitz außerhalb befriedeter Bezirke befindet, zwangsweise Mitglied in einer Jagdgenossenschaften. Sie müssen die Jagd auf ihrem Grund und Boden zulassen, auch wenn dies ihren ethischen Überzeugungen widerspricht. Es kann nicht angehen, dass Menschen gezwungen werden das sinnlose Töten von Tieren auf ihrem Grund und Boden zu dulden.

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