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Viele Zirkusunternehmen führen Wildtiere, wie Elefanten, Großkatzen oder Bären mit. Welche Gefahr von der Haltung dieser Tiere in reisenden Unternehmen ausgeht wird häufig unterschätzt. animal public hat die Ausbrüche und Angriffe von Wildtieren seit Januar 2009 zusammengestellt.
Februar 09
In Kassel brechen vier Zebras aus einem Zirkus aus. Die Polizei kann drei der Tiere einfangen. Das vierte Tier läuft mehrere Stunden durch die Stadt bis es schließlich von einem Tierarzt betäubt werden kann.
April 09
In Kassel brechen die Bären des Zirkus "Universal Renz" aus und laufen an einer viel befahrenen Straße lang. Als die Polizei die Tiere zum Zirkus zurücktreiben will, greift einer der Bären an und muss von der Polizei erschossen werden.
Mai 09
In Lörrach bricht ein Elefant aus und läuft auf einen Kinderspielplatz. Er beschädigt einen Kinderwagen, ein Fahrrad mit Anhänger, eine Laterne, ein Schild, ein Schaukelgerüst, ein Klettergerüst, eine Sitzbank und diverse Spielgeräte.
Juni 09
In Tuttlingen bricht ein Elefant aus dem Zirkus "Monte Carlo" aus und rennt über eine vielbefahrene vierspurige Bundesstraße.
Juli 09
In Rottweil demoliert ein Elefant des „Afrikas Big Circus“ ein Auto.
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10.02.2009 – Gleich zweimal beschäftigt der Umgang des „Circus Krone“ mit seinen Tieren im Frühjahr 2009 deutsche Gerichte. In Darmstadt und in Hagen hatten die Amtsveterinäre während Gastspielen des Unternehmens die Tierhaltung des Zirkus und den Handstand eines Elefanten bemängelt. Heute verurteilte das Amtsgericht Darmstadt den Traditionszirkus wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einem Bußgeld. Das Gericht sah es u.a. als erwiesen an, dass die Elefanten nicht genügend beschäftigt wurden.
Bereits 2000 beklagte die „European Elephant Group“ das Fehlen des vorgeschriebenen Aussenpaddocks für die Elefanten des „Circus Krone“ bei einem Gastspiel des Unternehmens im April 2000 auf der Münchener Theresienwiese.
Noch dramatischer ist allerdings, was die Mitglieder der EEG nach dem Manegenauftritt der Elefanten beobachteten: „Direkt nach dem Manegenauftritt musste sich eine Afrikanische Elefantenkuh noch im Sattelgang ablegen und erhielt durch Frau Z. eine erste kurze Bestrafung mit dem Elefantenhaken. Offensichtlich hatte der Elefant in der Manege nicht so gespurt wie sich die Trainerin das vorstellte. Auf dem Rückweg zum Stallzelt wurde das gleiche Tier von Frau Z. mehrmals mit dem Haken „behandelt“.
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In
Deutschland kämpfen über 300 Zirkusunternehmen, vom kleinen
Familienzirkus bis hin zum professionellen Showunternehmen um die Gunst
des Publikums.
Exotische Wildtiere und umfangreiche Tierschauen sollen Zelt und Kasse
füllen. Berauscht von Musik, lachenden Clowns, Scheinwerferlicht und
Popcorn-Geruch erliegen Erwachsene wie Kinder dem Zauber des Zirkus und
der Illusion, dass es den Tieren im Zirkus gut geht. Wie das Leben der
Tiere hinter den bunten Kulissen wirklich aussieht, wird vor der
Öffentlichkeit verborgen – aus gutem Grund. Jenseits von Applaus und
Scheinwerfern fristen die Zirkustiere ein elendes Dasein.
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aus der Dokumentation “Wildtiere im
Zirkus”
Die Recherchen von animal public haben
gezeigt, dass sehr viele Zirkusunternehmen, darunter auch namhafte
und renommierte Großzirkusse, die Vorgaben der Zirkusleitlinie
nicht in allen Punkten einhalten.
Folgende Missstände werden bei
vielen Zirkussen immer wieder dokumentiert:
- Kranke Tiere müssen auftreten,
eine tierärztliche Behandlung wird nicht oder nicht ausreichend
vorgenommen. Man transportiert sie weiter von einem Gastspielort zum
nächsten bis sie tot umfallen.
- Elefanten werden ausschließlich
in Ketten gehalten oder werden noch nicht einmal aus dem Transporter
herausgelassen.
- Zahlreiche Elefanten werden dauerhaft
alleine gehalten.
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In anderen Ländern gibt es bereits
Gesetze, die das Mitführen von Wildtieren im Zirkus, aus
Tierschutzgründen verbieten.
- In
Finnland wurde bereits Anfang der 70er Jahre die Haltung von Affen,
Raubtieren, Nashörnern, Flusspferden und einigen anderen
Tierarten im Zirkus verboten. Seit 1996 dürfen auch Elefanten
nicht mehr gehalten werden.
- Schweden hat
1988 eine Reihe von Wildtierarten in Zirkussen verboten.
- 2001 wurde in Österreich eine
Vereinbarung zum Tierschutz verabschiedet, die nur noch das Mitführen
weniger ausgewählter Tierarten vorsieht.
- Auch in Australien, Brasilien und Costa
Rica, gibt es Rechtsvorschriften, wonach bestimmte Wildtierarten im
Zirkus nicht mehr mitgeführt werden dürfen.
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“Die
zahlreichen Probleme, die bei der Haltung von Wildtieren im Zirkus
auftreten, sind mir bekannt. In der Regel ist eine art- und
verhaltensgerechte Unterbringung unter den Bedingungen eines reisenden
Zirkusunternehmens nicht gewährleistet. [...]
Wir werden die geplante Bundesratsinitiative mit einer eigenen
parlamentarischen Initiative unterstützen
und die Bundesregierung auffordern, die Ermächtigung des §13 Abs. 3
Tierschutzgesetz zu nutzen und eine Rechtsverordnung vorzulegen, die
die Haltung einer Reihe von Wildtierarten in Zirkussen verbietet.”
Claudia Hämmerling, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin
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aus der Dokumentation “Wildtiere im Zirkus”
Die Haltung von Wildtieren im Zirkus ist alles andere als ungefährlich. Regelmäßig kommt es zu Unfällen oder Ausbrüchen, mitunter mit tödlichem Ausgang. Nicht nur Großkatzen und Bären, von denen dies jeder erwartet, sondern auch Elefanten, die gemeinhin als sanfte Riesen gelten, töten immer wieder ihre Dompteure und auch Zuschauer.
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Quelle: Jan-Erik Hegemann / Feuerwehr-Magazin / Ausgabe 4/2002
Wenn
der Zirkus kommt, droht der örtlichen Feuerwehr Arbeit. Es hat den
Anschein, als würden vor allem die kleineren Zirkusse Tierausbrüche,
Unfälle und Brände während ihrer Gastspiele inszenieren und zu
Werbezwecken und Spendenaktionen missbrauchen.
„Irgendwie
kam mir der Brand komisch vor“, erinnert sich Fritz Stemplinger,
Kreisbrandinspektor und damals Kommandant der Feuerwehr Wegscheid im
Bayrischen Wald. Damals, das war der 22.September 2001. Gegen 16 Uhr
meldete ein Passant einen brennenden Zirkuswagen auf dem Festplatz.
Ganz in der Nähe befindet sich das Gerätehaus der Feuerwehr. Zufälle
gibt´s. Angeblich soll der umgebaute Sattelauflieger älteren Baujahrs
mehreren Artisten als Wohnquartier gedient haben. Stemplinger hat da so
seine Zweifel: „Das hat darin fürchterlich ausgesehen.“
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