Archive for Januar 2018

Luxemburg verlängert Fuchsjagdverbot erneut – Jagdbann ist ein Erfolgsmodell

Freitag, 26. Januar 2018

19.01.2018 – Der Luxemburgische Regierungsrat hat das im Jahr 2015 eingeführte Verbot der Fuchsjagd soeben um ein weiteres Jahr verlängert. Die Schonung der Füchse ist ein Erfolgsmodell: Die Fuchsbestände sind stabil; die von Jägern im Vorfeld des Jagdverbots prognostizierte „Bestandsexplosion“ ist ausgeblieben. Eine Studie zeigt nun, dass die Schonung des Fuchses auch das Risiko für den Menschen reduziert, am Fuchsbandwurm zu erkranken. Das Aktionsbündnis Fuchs, eine Initiative von mehr als 40 deutschen Tier- und Naturschutzorganisationen, der auch animal public e.V. angehört, fordert die Bundesregierung auf, dem Beispiel Luxemburgs zu folgen.

Das Luxemburgische Umweltministerium hatte die Fuchsjagd 2015 verboten, weil man keinen vernünftigen Grund für die Tötung mehrerer tausend Füchse im Jahr sah. Jagdverbände hatten dagegen immer wieder vor ausufernden Fuchsbeständen durch das Jagdverbot gewarnt. Zudem versuchten sie wiederholt, die Angst vor dem Fuchsbandwurm zu instrumentalisieren, um das Reglement zu kippen.

Jagdbann reduziert Infektionsrisiko mit Fuchsbandwurm

Allerdings gibt es bis heute keinerlei Anzeichen für höhere Fuchsbestände. Eine im November 2017 in Frankreich veröffentlichte Studie zeigt darüber hinaus, dass Bejagung das Infektionsrisiko mit dem Fuchsbandwurm sogar erhöht: Während die Infektionsrate der Füchse infolge starker Bejagung von 40 Prozent auf 55 bis 75 Prozent stieg, blieb sie in einem jagdfreien Kontrollgebiet konstant. Franck Boué, einer der Autoren der vielbeachteten Untersuchung, stellt die Ergebnisse in einem Vortrag am 29.1.2018 in Luxemburg-Stadt vor.

Fuchsbestände bedürfen keiner „Regulierung“ durch den Menschen

Immer wieder zeigen sowohl Studien als auch Praxiserfahrungen in den verschiedensten Gebieten, dass Füchse keiner „Regulierung“ bedürfen. Steigen die Verluste etwa durch die Jagd, führt das zu höheren Geburtenraten und stärkerer Einwanderung aus benachbarten Gebieten, wodurch die Verluste schnell wieder ausgeglichen werden. Andererseits zeigen Erfahrungen aus jagdfreien Gebieten, dass dort weniger Fuchswelpen geboren werden und eine Massenvermehrung ausbleibt. „Geburtenkontrolle statt Massenelend“, kommentierte dies einst der Biologe Erik Zimen.

Verbot der Fuchsjagd: Richtungsweisend für ganz Europa

Das Fuchsjagdverbot in Luxemburg ist richtungsweisend für ganz Europa: Gegen der massiven Druck einer einflussreichen Lobby wurde auf Basis nachprüfbarer wissenschaftlicher Fakten die richtige Entscheidung getroffen. „Es wird höchste Zeit, dass auch politische Entscheidungsträger in Deutschland aufhören, sich den Interessen der Jagdlobby zu beugen“, so Lovis Kauertz, Mitinitiator des Aktionsbündnisses Fuchs. „Das Beispiel Luxemburgs zeigt, dass ein Verbot der Fuchsjagd nicht nur den oftmals qualvollen Tod tausender Füchse verhindert, sondern für Bürger, Tier- und Naturschutz durchweg ein Erfolgsmodell ist.“

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Aktionsbündnis Fuchs gegründet

Donnerstag, 11. Januar 2018

Der Rotfuchs gehört in Deutschland zu den wenigen Wildtierarten, die meist ganzjährig bejagt werden – ohne, dass es für diese intensive Verfolgung einen stichhaltigen Grund gäbe.

Organisationen aus ganz Deutschland haben sich daher einer gemeinsamen Erklärung angeschlossen, in der sie die Abschaffung der Fuchsjagd fordern. Etwa eine halbe Million Füchse werden in Deutschland jedes Jahr getötet. Bei der Jagd kommen auch besonders grausame Jagdarten wie die Bau- oder die Fallenjagd zum Einsatz.

Anders als vom Deutschen Jagdverband (DJV) und seinen Landesverbänden behauptet, kann von einer wie auch immer gearteten Notwendigkeit, Füchse zu jagen, keine Rede sein.

Unser Nachbarland Luxemburg ist dieser Argumentation bereits 2015 gefolgt. Seitdem wird dort der Fuchs ganzjährig geschont. Von einer im Vorfeld von Jagdorganisationen heraufbeschworenen zügellosen Vermehrung der Füchse gibt es keine Spur. Entsprechend hat weder die Anzahl von Hasen oder Fasanen abgenommen noch sind Probleme mit Wildtierkrankheiten aufgetreten.

Um der Forderung nach einer Einstellung der Fuchsjagd auch hierzulande weiteren Nachdruck zu verleihen, unterstützen Organisationen aus ganz Deutschland eine gemeinsame Erklärung des Aktionsbündnisses Fuchs. Die über 40 bislang beteiligten Organisationen und Initiativen – darunter Animal Public, Wildtierschutz Deutschland, TASSO, der Bund gegen den Missbrauch der Tiere, die Tierversuchsgegner Deutschland u.a. – begründen darin, warum die Abschaffung der Fuchsjagd längst überfällig ist.

Der Wortlaut der Erklärung samt den sich daraus ergebenden Forderungen findet sich auf der Webseite des Aktionsbündnisses: www.aktionsbuendnis-fuchs.de. Neben einer Liste aller aktuellen Mitgliedsorganisationen findet sich dort auch eine umfassende Stellungnahme, die die Forderungen des Bündnisses mit zahlreichen Quellen wissenschaftlich untermauert. Auf einer gleichnamigen Facebook-Seite kann jeder Einzelne durch ein “LIKE“ Partei für die Füchse ergreifen und weitere Beiträge zum Aktionsbündnis verfolgen.

In den nächsten Monaten werden die Unterstützer des Bündnisses in weiteren Veröffentlichungen über den Fuchs und die Fuchsjagd informieren.

UNTERSTÜTZER in der Reihenfolge ihrer Registrierung

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