Archive for April 2017

Große Koalition will Pelztierhaltung neu regeln

Freitag, 28. April 2017

Tierschutzverbände kritisieren fehlendes Verbot und Hintertüren für noch existierende Betriebe

Berlin / Düsseldorf, 27. April 2017 – Die Tierschutzorganisationen Animal Public, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Bundesverband Tierschutz, Deutscher Tierschutzbund, VIER PFOTEN, Pro Wildlife und PETA fordern in einem gemeinsamen Brief an die Bundestagsfraktionen ein striktes Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland. Die Große Koalition hat am Donnerstag einen Gesetzesentwurf zur Regelung der Pelztierhaltung in den Bundestag eingebracht (BT-Drucksache 18/12085)Anders als vom Bundesrat, der Mehrheit der Deutschen und Tierschutzverbänden gefordert, sieht der Antrag kein generelles Verbot vor. Es sollen lediglich die Anforderungen aus der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung für Pelztiere in Form eines Verbotes mit Erlaubnisvorbehalt im Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetz überführt werden. Die Pelztierhaltung würde somit nicht grundsätzlich verboten; Pelztierhalter könnten neue Farmen eröffnen, solange sie die Haltungsbedingungen erfüllen. Den sechs verbliebenen Pelzfarmen soll zudem eine Übergangsfrist von fünf Jahren genehmigt werden aus Tierschutzsicht ein beschämendes Ergebnis.

Ein Gesetz mit Hintertüren und Schlupflöchern für Pelzfarmer ist ein Freibrief für weitere Tierquälerei“, so Laura Zodrow, 1. Vorsitzende von animal public e.V., „Wildtiere in winzige Gitterkäfigen zu sperren und nach wenigen Lebensmonaten zu vergasenist nicht mit dem im Grundgesetz verankerten Tierschutz vereinbar. Rund 80 Prozent der Bevölkerung lehnen diese Tierquälerei ab. Die Große Koalition sollte daher endlich ein endgültiges Verbot der Pelztierhaltung beschließen. In anderen Ländern wie Großbritannien, Kroatien oder Österreich gibt es solche Verbote bereits seit Jahrzehnten.

Bereits im Juli 2015 beschloss der Bundesrat mehrheitlich einen Gesetzentwurf für ein Pelzfarmverbot (BR-Drs. 217/15), um die Tötung von Tieren für modische Luxusgüter gesetzlich zu unterbinden. Auch das Bundeskabinett stimmte dem Vorhaben im August zu (BT-Drs. 18/5866), und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gab im November 2015 bekannt, ein Verbot zu unterstützen. 
Laut einer Umfrage deMarktforschungsunternehmens GfK aus dem Jahr 2016 befürworten 79,8 Prozent der Deutschen ein Verbot von Pelzfarmen durch den Bundestag. Aktuell sind in Deutschland noch sechs Nerzfarmen in Betrieb. Entgegen den staatlichen Vorgaben in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung werden dort seit über fünf Jahren zehntausende Nerze in viel zu kleinen Käfigen gehalten. Die Pelzfarmer weigern sich seit 2016, den Tieren zusätzlich festen Boden, Schwimm- oder Klettermöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Die neuen Haltungsanforderungen für Nerze auf deutschen Pelzfarmen sind jedoch mit einem Quadratmeter Käfigfläche pro Tier weiterhin nicht tiergerecht. In deutschen Zoos sind mindestens acht Quadratmeter vorgeschrieben.
Nerze lieben es, zu schwimmen und leben meist in der Nähe von Gewässern. Sie können mit nur einem Atemzug 15 Meter tief tauchen. In freier Wildbahn verteidigen die Wildtiere ihr Revier sehr intensiv und sind absolute Einzelgänger.
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Newsletter 22.04.2018

Freitag, 21. April 2017

Über 150 Jahre galt der Wolf in Deutschland als vom Menschen ausgerottet. Mittlerweile leben in Deutschland wieder einzelne Wolfsrudel, ein großer Schritte für den Naturschutz, denn als Beutegreifer kommt dem Wolf eine wichtige Funktion im Ökosystem zu. Doch während sich Tier- und Naturschützer über diese Entwicklung freuen, machen Jäger und zahlreiche Weidetierhalter massiv Stimmung gegen den Wolf und finden bei einigen Parteien damit auch Gehör.

In dieser Woche hat sich der Bundestag daher bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr mit der Rückkehr des Wolfes befasst, diesmal im Umweltausschuss. Dort kamen in einer öffentlichen Anhörung von den Parteien geladene Experten zu Wort, die im Wesentlichen die bereits bekannten Fakten und Interessen erneut darlegten.
Für die Parteien war diese Anhörung trotzdem nützlich, hatten sie doch die Möglichkeit ihre Anträge zum Thema Wolf der Öffentlichkeit zu präsentieren. Denn, so haben wohl viele von ihnen festgestellt, mit der Angst vorm Wolf lässt sich im ländlichen Raum Stimmung machen. So fordert die AfD in ihrem Antrag die Bedingungen für die Einstufung eines Einzelwolfs oder eines Wolfsrudels als „problematisch“ abzusenken. Die Interessen der Weidetierhalter seien mit denen des Naturschutzes gleichzustellen. Die FDP verlangt von der Bundesregierung sogar, den Wolf als jagdbare Tierart in das Bundesjagdgesetz aufzunehmen. Bei der großen Koalition dürften sie damit offenen Türen einrennen, hat diese doch bereits im Koalitionsvertrag angekündigt „geeignete Kriterien für die letale Entnahme“ von Wölfen erarbeiten zu wollen.

animal public setzt sich dafür ein, dass durch Aufklärung und Förderung des Herdenschutzes ein Zusammenleben mit dem Wolf in Deutschland zur Selbstverständlichkeit wird. Die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht lehnen wir entschieden ab. Einen kurzen Überblick über die Rückkehr des Wolfes finden Sie hier auf unserer Internetseite.
Wir würden uns freuen, wenn Sie diese Informationen auch mit Ihrer Familie und Ihren Freunden teilen. Nur durch die Verbreitung von sachlichen Informationen zum Thema Wolf können wir verhindern, dass das Schüren von Ängsten aus wirtschaftlichen Eigeninteressen Erfolg hat.

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Zirkuslobby will Wildtierverbote kippen

Montag, 10. April 2017

10.04.2017 – Über 80 deutsche Städte und Gemeinden haben mittlerweile Gastspiele von Zirkussen mit Wildtieren auf kommunalen Flächen eingeschränkt oder gänzlich verboten. Das ist ein deutliches Zeichen, in Richtung der Zirkusbetreiber und in Richtung von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), der die drei Bundesratsbeschlüsse zum Verbot der Wildtierhaltung im Zirkus einfach ignoriert.

Vor wenigen Wochen hat nun das OVG Lüneburg einem Zirkus Recht gegeben, der gegen ein kommunales Wildtierverbot geklagt hatte. Dieses Urteil steht im Widerspruch zur bisherigen Rechtsprechung. Trotzdem nutzt die Zirkuslobby es jetzt, um Kommunen unter Druck zu setzen. Ihr Ziel, die Aufhebung der bisherigen Wildtierverbote.
Dabei sind aus Sicht verschiedener Juristen kommunale Wildtierverbote generell zulässig, sofern sie rechtlich korrekt begründet werden.

animal public setzt sich nicht nur aktiv dafür ein, dass die bisherigen Wildtierverbote aufrecht erhalten bleiben, sondern auch dafür, dass noch mehr Städte Zirkussen mit Wildtieren die rote Karte zeigen.

Rechtsgutachten zum Urteil des OVG Lüneburg hinsichtlich des Verbots von Wildtierzirkussen auf kommunalen Flächen

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Newsletter 08.04.2018

Donnerstag, 06. April 2017

Seit dieser Woche wird in Spanien lautstark über ein Verbot der Wildtierhaltung im Zirkus diskutiert. Grund dafür ist ein schwerer Unfall, der sich am Montagmorgen auf der Autobahn 30 nahe der Gemeinde Pozo Cañada im spanischen Südosten ereignete. Bei einem Überholmanöver kippte ein Zirkustransporter mit insgesamt fünf Elefanten an Bord um. Einer der Elefanten starb an Ort und Stelle, zwei Tiere wurden verletzt. Bilder des toten Elefantens im Straßengraben und seiner verletzten Artgenossen haben in Spanien viele Menschen berührt. Sie zeigen in aller Deutlichkeit, wie unnatürlich die Haltung von Wildtieren im Zirkus ist und wie hilflos diese mächtigen Tiere den Zirkusbetreibern ausgeliefert sind.

Ihr Leben ist geprägt von ständigen Transporten, während derer sie in engen LKWs, kleinen Gitterwagen oder Kisten eingesperrt sind. Fünfzig oder mehr Transporte im Jahr sind die Regel, Fahrdistanzen von über 100 km sind dabei keine Seltenheit. Auch während des Auf- und Abbaus am Gastspielort müssen die Tiere in der Regel in den Transportwagen- oder kisten ausharren. Im Durchschnitt sind sie somit rund 41 Tage pro Jahr, also mehr als einen Monat, in beengten Transportbehältnissen eingesperrt. Ein Ausleben natürlicher Verhaltensweisen ist unter diesen Bedingungen unmöglich. Mitunter fehlt es zudem noch an dem Nötigsten, Futter, Wasser, frische Luft oder natürliches Licht.

Diese Tierquälerei muss ein Ende haben! Nicht nur in Spanien, sondern auch hierzulande. Bitte werden auch Sie aktiv. Im animal public Shop können Sie Flugblätter und Aufkleber bestellen, um Familie, Bekannte aber auch Nachbarn zu informieren. Sollten Sie dazu keine Möglichkeit haben, können Sie uns mit einer Spende helfen, mehr Informationsmaterial zu drucken und weiterhin gezielt mit Politikern über ein Wildtierverbot im Zirkus zu verhandeln.

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