Archive for November 2015

Gefahr für die Bevölkerung

Freitag, 20. November 2015

OLYMPUS DIGITAL CAMERASchätzungen zufolge werden in Deutschland derzeit etwa 100.000 Gift- und 200.000 Riesenschlangen gehalten. Hinzu kommen unzählige giftige Skorpione, Spinnen und Frösche. Beweggründe für die private Haltung eines wildlebenden, gefährlichen Tieres sind laut einer aktuellen Untersuchung vor allem Besitzerstolz, Angeberei und die Faszination der potentiellen Bedrohung, die von solch einem Lebewesen ausgeht.

Nach Angaben verschiedener Giftnotzentralen nimmt die Zahl der Unfälle mit exotischen Gifttieren in alarmierender Weise zu. Neben Klapperschlangenbissen melden Giftambulanzen immer häufiger Verletzungen durch Skorpione, Vogelspinnen und giftige Aquarienfische. Die Dunkelziffer ist enorm, da Stiche von Aquarienfischen oder Bisse von Vogelspinnen nicht meldepflichtig sind und die Halter häufig nicht zum Arzt gehen. Trotzdem gibt es immer noch in 8 der insgesamt 16 Bundesländer keine Regelungen zur privaten Haltung gefährlicher Tiere wildlebender Arten.

Baden- Württemberg

  • Keine besonderen Vorschriften

Bayern

  • „Gesetz über das Landesstrafrecht und das Verordnungsrecht auf dem Gebiet der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ Art. 37Wer ein gefährliches Tier einer wildlebenden Art halten will, bedarf der Erlaubnis der Gemeinde. Die Erlaubnis darf nur erteilt werden, wenn der Antragsteller ein berechtigtes Interesse nachweist, gegen seine Zuverlässigkeit keine Bedenken bestehen und Gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder Besitz nicht entgegenstehen. Die Erlaubnis kann vom Nachweis des Bestehens einer besonderen Haftpflichtversicherung abhängig gemacht werden. Mit Geldbuße bis zu zehntausend Euro kann belegt werden, wer vorsätzlich oder fahrlässig ein gefährliches Tier einer wildlebenden Art ohne die erforderliche Erlaubnis hält oder die mit der Erlaubnis verbundenen Auflagen nicht erfüllt. Liste der gefährlichen Tiere

Berlin

  • Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere wildlebender ArtenVerbot der nichtgewerblichen Haltung gefährlicher Tiere wildlebender Arten. Ausnahmegenehmigungen für die private Haltung von Tieren, die für den Menschen aufgrund bestimmter Eigenschaften besonders gefährlich sind, dürfen nicht erteilt werden. Unter dieses generelle Verbot fallen Löwen, Tiger, Bären, Wölfe, Giftschlangen sowie hochgiftige Skorpione und Spinnen. Für die Haltung wildlebender Tierarten wie z.B. Riesenschlangen und Echsen, die nicht so gefährlich sind, können Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. Der Halter muss seine Zuverlässigkeit, Sachkunde sowie eine ausbruchsichere und tierschutzgerechte Haltung der Tiere nachweisen.

Brandenburg

  • Keine besonderen Vorschriften

Bremen

  • Polizeiverordnung über die öffentliche SicherheitDas Halten von gefährlichen Tieren, die in der Anlage zu der Verordnung aufgeführt sind, ist außerhalb tier- und artenschutzrechtlich genehmigter Einrichtungen und Betriebe verboten. Die Ortspolizeibehörde kann Ausnahmen zulassen, wenn durch die Tierhaltung im Einzelfall keine Gefahren für den Halter oder Dritte entstehen können, das Tier in einem ausbruchsicheren Käfig untergebracht ist und der Halter die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit den Tieren nachweist. Bei giftigen Tieren müssen Gegenmittel (Seren) in gebrauchsfähigem Zustand stets bereitgehalten werden. Liste der gefährlichen Tiere

Hamburg

  • HmbGefahrtierG – Hamburgisches Gefahrtiergesetz
    Hamburgisches Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Tieren wild lebender Arten. Die nichtgewerbliche Haltung privater Tiere muss angemeldet werden und kann, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, genehmigt werden. Liste gefährlicher Tiere.

Hessen

  • Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung §43aDie nicht gewerbsmäßige Haltung eines gefährlichen Tieres einer wild lebenden Art ist verboten. Als gefährliche Tiere gelten solche, die in ausgewachsenem Zustand Menschen durch Körperkraft, Gifte oder Verhalten erheblich verletzen können und ihrer Art nach unabhängig von individuellen Eigenschaften allgemein gefährlich sind. Die Bezirksordnungsbehörde kann auf Antrag Ausnahmen von dem Verbot zulassen, wenn der Halter ein berechtigtes Interesse an der Haltung nachweist, wie z.B. zum Zwecke der Wissenschaft oder Forschung. Liste der gefährlichen Tiere

Mecklenburg-Vorpommern

  • Keine besonderen Vorschriften

Niedersachsen

  • Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere. Es ist verboten, nicht gewerblich gefährliche Tiere zu halten. Als solche gelten giftige Tiere und in der Anlage zur Verordnung aufgeführte Tiere. Der Landkreis oder die kreisfreie Stadt kann Ausnahmen von dem Verbot genehmigen, wenn durch die Haltung des gefährlichen Tieres im Einzelfall keine Gefahr für Dritte entsteht und gewährleistet ist, dass die Tierhalterin oder der Tierhalter von dem Landkreis oder der kreisfreien Stadt festgelegte Gegenmittel und Behandlungsempfehlungen bereithält. Liste der gefährlichen Tiere

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

  • Keine besonderen Vorschriften

Saarland

  • Keine besonderen Vorschriften

Sachsen

  • Keine besonderen Vorschriften

Sachsen-Anhalt

  • Keine besonderen Vorschriften

Schleswig-Holstein

  • Gesetz zum Schutz der Natur § 38 Die Haltung von Tieren wildlebender Arten, die Menschen lebensgefährlich werden können, insbesondere von Tieren aller großen Katzen- und Bärenarten, Wölfen, Krokodilen und Giftschlangen, ist unzulässig. Die zuständigeNaturschutzbehörde kann Ausnahmen zulassen

Thüringen

  • Thüringer Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren (ThürTierGefG) Die Haltung von Tieren einer wildlebenden Art, die Menschen durch Körperkraft, Gifte oder Verhalten erheblich verletzen können ist nur mit Erlaubnis zulässig und wenn nachgewiesen werden kann, dass ein besonderer wissenschaftlicher oder beruflicher Bedarf für die Haltung besteht. Gesetzestext Vorläufige Liste der gefährlichen Tiere
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Weihnachten: Tierschutz verschenken

Donnerstag, 19. November 2015

2016-geschenkgutschein

animal public setzt sich rund ums Jahr für den Schutz und die Rechte von Wildtieren ein. Wir retten Tiere aus schlechten Haltungsbedingungen und wirken aktiv an der Verbesserung des Tierschutzrechts mit. Wir wünschen uns eine Welt, in der Tiere nicht länger unter der Willkür des Menschen leiden müssen. Dafür kämpfen wir, jeden Tag.

Wenn auch Sie sich das wünschen und uns bei unserer Arbeit unterstützen möchten, dann verschenken Sie doch dieses Jahr eine Spende und helfen Sie uns so, Tieren eine Stimme zu geben.geschenkurkunde-vorschau

Spende schenken – so funktioniert´s: Eine Geschenkspende ist schon ab 20 Euro möglich. Sie geben einfach in dem unten stehenden Formular die Spendensumme ein und wählen als Verwendungszweck „Geschenkspende“ aus. Unter Kommentar tragen Sie den Namen des Verwandten oder Freundes ein, den Sie beschenken möchten.

Innerhalb weniger Tage erhalten Sie per Post eine persönliche Geschenkurkunde, ausgestellt auf den Namen des Beschenkten und ein Kartenset mit Tierrechts-Zitaten bervorschaubild postkartenühmter Männer.

Zusätzlich schenken wir Ihnen eine unserer neuen „Manege frei von Tierquälerei“ Statement-Taschen, zum Weiterverschenken oder selber behalten.

Natürlich können Sie auch eine Patenschaft verschenken, z.B. für unser Delfin- oder unser Menschenaffen-Projekt.

Alle Spenden sind steuerlich absetzbar.

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Berliner Stadtbärin Schnute eingeschläfert

Mittwoch, 11. November 2015

Update Oktober 2015

Am 11.10.2015 wurde Berlins letzte Zwingerbärin Schnute im Alter von 34 Jahren eingeschläfert.

Die Obduktionsergebnisse machen deutlich, dass die Bärin vor ihrem Tod sehr gelitten haben muss. Neben einer ausgeprägten Arthrose wurde auch eine Herzinsuffizienz festgestellt, welche das Tier zunehmend schwächer werden ließ. Laut einer Computertomographie waren zudem beide Hüftgelenke ausgekugelt. All das muss so starke Schmerzen verursacht haben, dass sich Schnute zuletzt noch nicht einmal mehr bewegen konnte.

Abschied SchnuteMit Schnutes Tod geht ein langer Kampf für die Umsiedlung der Berliner Zwingerbären in einen Bärenpark und gegen Politik und Behörden zu Ende. Ein Kampf, den wir letztlich verloren haben. Über Jahre hat sich animal public, auch gemeinsam mit anderen Tierschutzorganisationen für eine Schließung des Berliner Bärenzwingers und eine Umsiedlung der beiden Bären Maxi und Schnute in eine Auffangstation eingesetzt. Übernahmeangebote gab es von verschiedenen Einrichtungen aus ganz Deutschland. Aber die Politiker im Stadtrat verhinderten immer wieder die Rettung der Tiere.

Zuletzt entschied der Bezirk im April 2015, dass Schnute im Bärenzwinger bleiben muss, da von Seiten der zuständigen Amtstierärztin keine Bedenken für diese Haltung vorlägen. Aus Sicht von animal public vollkommen unverständlich, zeigte das Tier doch massive Verhaltensstörungen.

Immerhin beschloss der Stadtrat schon vor einiger Zeit, dass im Bärenzwinger nach dem Tod des letzten Bären keine Tiere mehr gehalten werden sollen.

Was jetzt mit dem denkmalgeschützten Bau geschieht ist noch unklar. animal public fordert schon lange, dass er zu einem Museum werden sollte – einem Mahnmal, das an die Leiden der Zwingerbären erinnert und über die Bedürfnisse von Wildtieren aufklärt.

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Hoffnung für Deutschlands letzten Zirkus-Schimpansen

Montag, 02. November 2015

Seit fast 40 Jahren fristet der Schimpanse Robby im „Circus Belly“ ein elendes Dasein. Alle paar Tage wird er von einer Stadt in die andere gekarrt, um die immer gleichen albernen Kunststücke vorzuführen. In einen Anzug gezwängt, auf einem kleinen Tretroller fahrend, wird der hochintelligente Menschenaffe dem Publikum vorgeführt. Außerhalb der Vorstellungen wird Robby alleine in einem kleinen Käfig gehalten. Für ein so soziales Tier wie einen Schimpansen, wohl mit die schlimmste Quälerei.

S7300498Damit soll jetzt endlich Schluss sein. Immer wieder haben animal public und andere Tierschutzorganisationen beim zuständigen Veterinäramt im Landkreis Celle und den verantwortlichen Politikern darauf gedrängt, dass Robby geholfen wird. Erst vor Kurzem hat animal public dem Veterinäramt erneut die Unterbringung von Robby in der renommierten Auffangstation AAP angeboten.

Jetzt hat die Behörde endlich gehandelt und die Abgabe des Tieres in eine für die Resozialisierung von Schimpansen spezialisierte Haltungseinrichtung angeordnet. Doch der Direktor des „Circus Belly“ hat gegen die Abgabe des Tieres geklagt. Im schlimmsten Fall kann sich ein solcher Gerichtsprozess über Jahre hinziehen. Jahre, in denen Robby weiter alleine im Zirkus leidet.

animal public kämpft weiter, damit Robby so bald wie möglich aus dem Zirkus befreit wird und seine letzten Lebensjahre endlich in der Gesellschaft von Artgenossen verbringen darf.

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