Archive for September 2015

Bündnis Jagdreform Hessen fordert mehr Tierschutz im hessischen Jagdrecht

Montag, 28. September 2015

Pressemitteilung des Bündnis Jagdreform Hessen – 24.09.2015

Wie im Koalitionsvertrag angekündigt hat die schwarz-grüne Landesregierung nun den Entwurf einer neuen Jagdverordnung vorgelegt, in der unter anderem die Jagd- und Schonzeiten in Hessen neu Fuchswelpen-Detlef Hinrichsgeregelt werden. Das im Juli dieses Jahres gegründete „Bündnis Jagdreform Hessen“ (BJH) unterstützt die Landesregierung in ihrem Bestreben, die hessischen Jagdverordnungen zu reformieren und in einer neuen Jagdverordnung zusammenzufassen. Der aktuell vorgelegte Entwurf geht den Bündnispartnern allerdings nicht weit genug. Im Rahmen der schriftlichen Anhörung hat das Bündnis in dieser Woche dazu Stellung genommen Stellungnahme HJagdV BJH Bündnis Jagdreform Hessenund an die Landesregierung appelliert, den Tierschutz vor jagdliche Freizeitinteressen zu stellen.

„Wir befürworten die Initiative der grünen Umweltministerin, die Jagdzeiten an wissenschaftliche und ökologischen Erkenntnisse anpassen zu wollen“ erklärt Mike Ruckelshaus von TASSO e.V., Mitbegründer des Bündnisses, „Dazu fordern wir eine jagdfreie Zeit von Januar bis September für alle Tiere, eine ganzjährige Schonzeit für Fuchs, Dachs, Waschbär und Co. und das Verbot der Fallenjagd.“

Der vorliegende Entwurf einer Jagdverordnung ermöglicht es weiterhin, Tiere ohne Verwertungsgebot (als Nahrungsmittel) und ohne wissenschaftlich belegte ökologische Erfordernis zu töten.  Das ist weder im Sinne des Tierschutzgesetzes, noch entspricht es dem heutigen gesellschaftlichen Verständnis im Umgang mit Tieren. Füchse, Marderartige, Waschbären und auch Vögel werden in der Regel nicht verwertet. Auch aus ökologischer oder gar epidemiologischer Sicht gibt es keinen Grund, diese Tiere zu jagen. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und Praxisbeispiele belegen, dass insbesondere die Jagd auf Beutegreifer nicht zu einer nachhaltigen Bestandsreduzierung führt und entsprechend keine nachhaltige Auswirkung auf den Artenschutz hat.

Darüber hinaus fordert das Bündnis eine allgemeine Jagdruhe von Januar bis September. Eine entsprechende Schonzeitenregelung würde es Wildtieren ermöglichen, ihre Jungtiere ungestört von jagdlichen Störungen aufzuziehen. Im Winter könnten sie ihren Stoffwechsel und den Energieverbrauch an das reduzierte Nahrungsangebot anpassen. Weniger Jagd würde zudem die Scheu der Wildtiere reduzieren (Nationalpark-Effekt). Sie wären damit auch für Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer wieder häufiger erlebbar.

Die Organisationen fordern darüber hinaus  ein Verbot tierschutzwidriger Jagdpraktiken. Demnach sollten Totschlagfallen, in denen Tiere häufig einen qualvollen Tod finden oder schwere Verletzungen erleiden, gänzlich verboten werden. Auch der Einsatz von Lebendfallen geht mit Stress und Leid für die Tiere einher und sollte nicht für jagdliche Zwecke, sondern nur im begründeten Einzelfall im Rahmen von Naturschutzprojekten erlaubt sein.

Seit 2002 ist der Tierschutz im Grundgesetz verankert und somit als bindendes Gut mit Verfassungsrang anzusehen. Das Bündnis weist daraufhin, dass es dringend einer grundlegenden Novellierung auch des hessischen Landesjagdgesetzes bedarf, um den Anforderungen des Tierschutzgesetzes gerecht zu werden. Tierschutzwidrige Jagdpraktiken, wie beispielsweise die Baujagd, die Beizjagd sowie die Jagdhundeausbildung am lebenden Tier bleiben nach den derzeitigen Plänen in Hessen weiterhin erlaubt.

Laut Koalitionsvertrag soll zumindest die Jagd auf Hunde und Katzen noch in dieser Legislaturperiode einer wissenschaftlichen Bewertung unterzogen und ggf. verboten werden. Baden-Württemberg sowie Nordrhein-Westfalen haben die Jagd auf Hunde und Katzen mit der Einführung der neuen Jagdgesetze bereits weitgehend verboten. Ein Verbot dieses feudalherrschaftlichen Relikts ist auch in Hessen längst überfällig.

Das Bündnis Jagdreform Hessen (BJH) ist ein Zusammenschluss von neun Tier- und Naturschutzorganisationen:
– animal public e.V.
– Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.
– Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V.
– ETN – Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.
– Landestierschutzverband Hessen e.V.
– Menschen für Tierrechte, Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
– PETA Deutschland e.V.
– TASSO e.V.
– Wildtierschutz Deutschland e.V.

Diese Seite teilen.Share on Facebook

Nach RTL-Reportage: Tierrechtsverbände veröffentlichen neues Video über mangelhafte Schimpansenhaltung im Tierpark Nadermann

Mittwoch, 23. September 2015

Organisationen fordern sofortige Beschlagnahmung durch Veterinärbehörden

Nach der RTL-Reportage am gestrigen Abend, in der tierschutzwidrige Zustände bei der Haltung der Schimpansen im Tierpark Nadermann gezeigt wurden, veröffentlichen heute die Tierrechtsorganisationen animal public, Great Ape Project und PETA Deutschland e.V. ein neues Video über die beiden Menschenaffen in der Delbrücker Einrichtung. Darauf ist zu sehen, wie die Tiere wiederholt von Besuchern mit Süßigkeiten wie Popcorn und Bonbons gefüttert werden. Obwohl die Schimpansen stark übergewichtig sind, lassen die Veterinärbehörden und die Tierpark-Verantwortlichen zu, dass die adipösen Tiere weiterhin schädliche Nahrung erhalten. Den Organisationen liegt zudem eine Stellungnahme des renommierten Primatologen Professor Dr. Volker Sommer vor, der die Schimpansen vor Anfang Juli besuchte. Demnach bezeichnet der Wissenschaftler die Unterbringung als „Quälgehege“. Sommer fand bei den sensiblen Tieren deutliche Anzeichen einer tiefen Depression und beobachtete das anhaltende Ausrupfen selbst winziger Körperhärchen. Die Tierrechtsorganisationen forderten heute das Kreisveterinäramt auf, die Tiere unverzüglich zu beschlagnahmen und in eine anerkannte Auffangstation zu überführen.

„Die Schimpansenhaltung im Tierpark Nadermann ist pure Tierquälerei. Die Menschenaffen verstümmeln sich mittlerweile selber, leiden an tiefer Depression und werden von respektlosen Besuchern den ganzen Tag mit Süßigkeiten beworfen“, so Wildtierexperte Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland e.V.

Mittlerweile liegen Aufnahmeangebote zweier renommierter Auffangstationen für die beiden Tiere vor: Die Stiftung AAP in den Niederlanden ist seit Jahrzehnten spezialisiert auf die Rehabilitation von Schimpansen aus mangelhafter Haltung. Das „Ape & Monkey Sanctuary“ in Wales (GB) hat ein schriftliches Aufnahmeangebot abgegeben. Nach Protesten von Tierrechts- und Artenschutzverbänden zog der Tierpark Nadermann seinen Antrag an das Bundesamt für Naturschutz – wonach die Schimpansen nach China verkauft werden sollten – Anfang des Jahres zurück.

Der Tierpark Nadermann steht schon seit langem in der Kritik, weil der Privatzoo die behördlich vorgeschriebenen Mindesthaltungsstandards für die Schimpansen nicht erfüllen kann. Die karge Einrichtung bietet den intelligenten Menschenaffen in dem kleinen Käfig kaum Kletter- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Während der Winterzeit ist der Park geschlossen und die Tiere sind in einem düsteren, heruntergekommenen Innenkäfig untergebracht. Nach vielen Jahren unter tierquälerischen Bedingungen weisen die Menschenaffen Symptome schwerer psychischer Störungen auf. Bewegungsmangel sowie die Fütterung mit Pommes frites und Süßigkeiten durch Besucher haben die beiden Schimpansen übergewichtig werden lassen.

„Den Zustand dürfen die Behörden nicht länger hinnehmen“, so Laura Zodrow von animal public, „es muss endlich gehandelt werden. Insbesondere da es alternative Unterbringungsmöglichkeiten gibt.“

Update 07.12.2015: Vor einer Woche wurden die beiden Schimpansen Kaspar und Uschi aus dem Delbrücker Tierpark Nadermann gerettet und in die Auffangstation „Wales Ape and Monkey Sanctuary“ nach Großbritannien gebracht.

Nun können die Tiere ihren Lebensabend in einer artgerechten Umgebung, fernab der Vergnügungsindustrie verbringen. Wir freuen uns über den glücklichen Ausgang und möchten allen Unterstützern unserer Protestaktion von Herzen danken!

Diese Seite teilen.Share on Facebook

Quälgehege schließen

Montag, 21. September 2015

Update 07.12.2015: Vor einer Woche wurden die beiden Schimpansen Kaspar und Uschi aus dem Delbrücker Tierpark Nadermann gerettet und in die Auffangstation „Wales Ape and Monkey Sanctuary“ nach Großbritannien gebracht.

Nun können die Tiere ihren Lebensabend in einer artgerechten Umgebung, fernab der Vergnügungsindustrie verbringen. Wir freuen uns über den glücklichen Ausgang und möchten allen Unterstützern unserer Protestaktion von Herzen danken!

Am Montag, den 21.09.2015, hat RTL in einer großen Reportage gezeigt, unter welch tierschutzwidrigen Umständen zwei Schimpansen im Tierpark Nadermann (Delbrück) gehalten Great Ape Projectwerden. Seit vielen Jahren fristen die beiden Menschenaffen ein elendes Dasein in einem winzigen, dunklen Käfig. Die karge Einrichtung bietet den intelligenten Menschenaffen kaum Kletter- und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Der renommierten Primatologen Professor Dr. Volker Sommer, der die Schimpansen Anfang Juli besuchte, bezeichnet die Unterbringung in einer Stellungnahme als „Quälgehege“. Der Wissenschaftler fand bei den sensiblen Tieren deutliche Anzeichen einer tiefen Depression und beobachtete das anhaltende Ausrupfen selbst winziger Körperhärchen.

11973223_1031078940258282_700940522_oBereits Anfang des Jahres sorgte der Tierpark Nadermann für Empörung, als bekannt wurde, dass er sich der beiden alten Schimpansen durch einen Verkauf nach China entledigen wollte. Erst nach heftigen Protesten zog der Tierpark den Exportantrag zurück.

Mittlerweile liegen Aufnahmeangebote zweier renommierter Auffangstationen für die beiden Tiere vor: Die Stiftung AAP in den Niederlanden ist seit Jahrzehnten spezialisiert auf die Rehabilitation von Schimpansen aus mangelhafter Haltung. Das „Ape & Monkey Sanctuary“ in Wales (GB) hat ein schriftliches Aufnahmeangebot abgegeben.

Die Tierrechtsorganisationen animal public e.V., PETA Deutschland e.V. und Great Ape Project fordern, dass den Tieren endlich geholfen wird. In einem gemeinsamen Schreiben haben sie sich erneut an das zuständige Veterinäramt gewandt und die Beschlagnahme der beiden Schimpansen gefordert.

Bitte helfen auch Sie mit, das Leiden der Tiere zu beenden. Senden Sie noch heute eine Protestmail an Herrn Nadermann, den Betreiber des Tierparks, und fordern Sie ihn auf, die Tiere endlich in eine Auffangstation abzugeben.

Protestaktion

Sehr geehrter Herr Nadermann,

es hat mich sehr betroffen gemacht zu erfahren, dass in Ihrem Park zwei Schimpansen unter quälerischen Bedingungen gehalten werden. Laut den Beobachtung eines erfahrenen Primatologen zeigen die Tiere deutliche Anzeichen einer tiefen Depression und reißen sich sogar kleinste Körperhärchen aus.
Gleich zwei renommierte Auffangstationen haben Ihnen die Aufnahme der Tiere angeboten. Ich appelliere an Sie, die Tiere dorthin abzugeben. Die beiden über 30-jährigen, stark übergewichtigen Menschenaffen könnten dort rehabilitiert werden und einen weitgehend tiergerechten Lebensabend verbringen.
Viele Jahre lang haben Sie mit Ihrem Tierpark Profit aus den Schimpansen geschlagen und sie dabei unter mangelhaften Bedingungen gehalten. Nach meiner Überzeugung sind Sie es den beiden Menschenaffen schuldig, dass sie ihre letzten Lebensjahre in einer großartigen Auffangstation verbringen dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Alle Unterzeichner werden automatisch per Mail über diese und andere Protestaktionen auf dem Laufenden gehalten.

Diese Seite teilen.Share on Facebook

Delfinschwimmen – Ein Spaß für die ganze Familie?

Dienstag, 01. September 2015

Ihr Spaß ist deren Leid!

dolphin swith with (c) A KeeleySchwimmen mit Delfinen ist in vielen Urlaubsregionen eine beliebte Touristenattraktion. Jedoch ist es ein einseitiges Vergnügen, denn der Delfin hat sich dieses Leben nicht selbst ausgesucht. Oftmals werden die Tiere aus der freien Wildbahn gefangen, um sie zur Unterhaltung für zahlende Kunden einzusetzen.

Doch was uns Menschen Spaß machen soll, macht die Tiere krank und depressiv.

Delfine sind sehr soziale und hochintelligente Tiere, die in Familienverbänden, sogenannte Schulen, zusammenleben. Sie können Geschwindigkeiten von 55 km / h erreichen, können bis zu 300 m tief tauchen und haben Streifgebiete von 300 km². Eine artgerechte Haltung dieser Tiere durch den Menschen ist unmöglich.

In Gefangenschaft leiden Delfine unter der räumlichen Enge, der Bewegungseinschränkung, Langeweile und dem Fehlen einer natürlichen Sozialstruktur. Verhaltensstörungen und Aggressionen, sind die häufige Folge, die dann mit Medikamenten wie Antidepressiva behandelt werden müssen.

delfin-urkunde-fuer-internetEs ist nie zu spät umzudenken! Bitte besuchen Sie kein Delfinarium. Auf unserer Internetseite finden Sie Informationen über Delfine in Gefangenschaft. Sie können uns in unserem Kampf für die Freiheit dieser Tiere unterstützen!

 

Wenn Sie Delfinen etwas Gutes tun möchten, können Sie bei uns eine Delfin-Patenschaft übernehmen oder verschenken.

www.animal-public.de/delfinpate-werden

Diese Seite teilen.Share on Facebook