Archive for September 2014

Nach Tiertötung: animal public erstattet Anzeige gegen Berliner Tierparkdirektor

Montag, 22. September 2014

Frischlinge22.09.2014 – Am vergangen Mittwoch ließ Andreas Knieriem, der neue Direktor des Tierparks Berlin, zehn Wildschweine in ihrem Gehege erschießen, um Platz für „wichtigere Tiere“ zu schaffen. Der Tierschutzverein animal public e.V. verurteilt die Massentötung der gesunden Tiere als unnötig und unmoralisch und hat Strafanzeige gegen den Tierparkdirektor erstattet.

Am vergangen Mittwoch ließ der neue Direktor des Tierparks Berlin, Andreas Knieriem, eine Wildschweinfamilie in ihrem Gehege erschießen. Innerhalb einer halben Stunde starben alle zehn Tiere, inklusive der gerade erst gezüchteten Jungtiere, im Kugelhagel.
Der Tierparkdirektor begründet die Massentötung damit, dass der Platz für „wichtigere Tiere“ gebraucht werde.

Der Tier- und Artenschutzverein animal public verurteilt die Tötung der Tiere aufs Schärfste. „Das war unnötig und unmoralisch“, so Laura Zodrow, Sprecherin von animal public, „der Tierpark Berlin ist mit einer Fläche von 160 Hektar der größte Landschaftstiergarten Europas, da wäre nun wirklich ausreichend Platz für ein weiteres Gehege gewesen.“

Aus Sicht von animal public zeigt dieser Fall einmal mehr, dass die zoologischen Gärten ihren selbst gesetzten Aufgaben und Zielen nicht gerecht werden. „Die Zoos behaupten immer wieder, sie würden die Besucher für den Schutz von Tieren sensibilisieren, doch genau das Gegenteil ist der Fall“, kritisiert Zodrow, „ist ein Tier nach Ermessen des Zoodirektors nicht „wichtig“ genug, wird es getötet. Ein solcher Umgang mit Tieren ist unmoralisch und setzt ein falsches Signal.“

Aus Sicht von animal public stellt die Tötung zudem einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. Denn für die Tötung eines gesunden Wirbeltiers bedarf es gemäß Tierschutzgesetz eines vernünftigen Grundes, andernfalls liegt ein Verstoß gegen §17 Tierschutzgesetz vor. Laut Urteil des Oberlandesgericht Naumburg (Urteil vom 26.06.2011 – 2Ss82/11) stellen weder Artenschutz, Nichteignung eines Tieres zur Zucht, noch finanzielle Erwägungen einen solchen vernünftigen Grund dar.
Der Tier- und Artenschutzverein animal public hat daher Strafanzeige gegen den Berliner Tierparkdirektor Andreas Knieriem erstattet.

 

Foto: Fotolia © Antje Lindert-Rottke

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Affenpate werden

Samstag, 13. September 2014

Unterstützen Sie uns im Kampf für die Grundrechte von Großen Menschenaffen

Menschenaffen sind unsere nächsten Verwandten und sie sind wie wir. Sie lachen und trauern, streiten und lieben, haben ein Selbstbewusstsein und eine eigene Kultur. Dennoch werden allein in Deutschland über 400 Große Menschenaffen in Zoos, Tierparks, Zirkussen und sogar von Privatpersonen gefangen gehalten, zumeist unter erbärmlichsten Umständen. Beengte Gehege, fehlende Rückzugsmöglichkeiten und unendliche Langeweile führen dazu, dass viele Tiere psychisch krank werden.

Das macht animal public:

animal public e.V. betreibt intensive Lobbyarbeit, auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene, um den Interessen von Großen Menschenaffen Gehör zu verschaffen. So konnten wir erreichen, dass in Deutschland die Haltungsvorschriften für diese Tiere deutlich verbessert wurden. Doch das reicht uns nicht, zusammen mit dem Great Ape Project setzt sich animal public dafür ein, dass Großen Menschenaffen Grundrechte zuerkannt werden: das Recht auf Leben, Freiheit und körperliche Unversehrtheit. Dabei verlieren wir auch das einzelne Tier nicht aus dem Blick, wo immer es möglich ist, befreien wir Menschenaffen aus schlechten Haltungsbedingungen und bringen sie in spezialisierte Auffangstation. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Projektpatenschaft bei unserem Kampf für Große Menschenaffen.

Als Pate helfen Sie uns:

  • die Interessen der Tiere auf allen politischen Ebenen zu artikulieren
  • die Öffentlichkeit über das Leiden von Großen Menschenaffen in Gefangenschaft aufzuklären
  • hinter den Kulissen zu recherchieren und die gesammelten Informationen öffentlich zu machen
  • die Rettung von misshandelten Menschenaffen zu organisieren und zu finanzieren
  • Misshandelten Menschenaffen ein neues Leben zu schenken

Ihre Vorteile:

  • Sie erhalten eine persönliche Patenschaftsurkunde
  • Die Patenschaft kann steuerlich geltend gemacht werden
  • Sie können die Patenschaft jederzeit ohne Angabe von Gründen kündigen

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Mimi und Dolly: die Affenschande von Wedemark

Mittwoch, 03. September 2014

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Seit Jahrzehnten werden die Schimpansen Mimi und Dolly im niedersächsischen Wedemark in einem winzigen Verschlag auf dem Gelände einer Gärtnerei gehalten. Vor den Augen der zuständigen Amtstierärzte der Region Hannover werden die offiziellen Leitlinien derart deutlich unterschritten, dass es sich hier um einen groben Fall von Tierquälerei handelt. Das Gehege ist häufig verdreckt und bietet den intelligenten Menschenaffen keine Möglichkeit zum Klettern oder zur Beschäftigung. Als animal public e.V. und PETA Ende 2012 von der schimpanse-gärtnerei-1katastrophalen Haltung der Schimpansen erfuhren, wurde sofort Anzeige beim Veterinäramt erstattet. Doch anstatt die Tiere zu beschlagnahmen oder tierschutzgerechte Umbauten anzuordnen, schritt die Behörde in Hannover nur halbherzig ein und ließ sich von dem Halter mit juristischen Tricks vorführen. Mimi und Dolly leiden weiterhin still vor sich hin.

Helfen Sie mit, Deutschlands schlimmste Schimpansenhaltung zu beenden

Bitte fordern Sie das Veterinäramt der Region Hannover auf, Mimi und Dolly endlich aus ihrem Verschlag zu befreien und in die renommierte Auffang- und Rehabilitationsstation AAP in den Niederlanden zu überstellen. Dort stehen zwei Plätze für die Schimpansen bereit.


Update: Das Veterinäramt hat über 25.000 Protestmails erhalten und endlich gehandelt. Am 20.11. wurden Mimi und Dolly von animal public befreit. Mehr Informationen zu der Rettungsaktion finden Sie hier: www.animal-public.de/mimi-dolly-befreit

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Empörung habe ich erfahren, dass in Wedemark zwei Schimpansen unter tierquälerischen Bedingungen in einem kleinen Verschlag gehalten werden. Obwohl Ihnen die Haltung seit vielen Jahren bekannt ist, leben die Schimpansen weiterhin auf einer Fläche von nicht einmal 30 Quadratmetern.
Bei kalten Temperaturen stehen den intelligenten Menschenaffen sogar weniger als 9 Quadratmeter zur Verfügung. Das ist in meinen Augen grobe Tierquälerei.

Ich fordere Sie auf, umgehend Schritte zur unverzüglichen Beschlagnahmung der Tiere einzuleiten. Die renommierte Schimpansenauffangstation AAP in den Niederlanden hat angeboten, die beiden Tiere aufzunehmen und zu rehabilitieren.

Mit freundlichen Grüßen





Ja, ich möchte weiterhin über die Arbeit von animal public informiert werden.

Hintergrund:

Mimi und Dolly werden in einem ca. 9 Quadratmeter kleinen Innengehege gehalten. Bei gutem Wetter können die beiden intelligenten Menschenaffen zusätzlich ein Außengehege von etwa 18 Quadratmeter nutzen. Gemäß den bundesweit geltenden Mindestanforderungen müssen Schimpansen jedoch auf mindestens 400 Quadratmeter gehalten werden. Die Richtlinien werden bei Mimi und Dolly schon seit Jahrzehnten so deutlich unterschritten, dass hier neben der anhaltenden Tierquälerei auch ein skandalöses Behördenversagen vorliegt. Anwohnern zufolge hat der Halter in früheren Jahren zu seinem privaten Vergnügen immer wieder Tiere aus Zirkusbetrieben erhalten, die ihre „ausgedienten“ Tiere bei ihm ablieferten. Obgleich der Mann anscheinend häufig auf Reisen ist, lehnt er jedes Angebot zur freiwilligen Abgabe der Tiere in die renommierte Auffangstation AAP in den Niederlanden ab.
Schimpansen brauchen Freiheit
Schimpansen sind hochintelligent, beschützen ihre Familien, helfen ihren Freunden, verstehen das Konzept von Fairness und verwenden Werkzeuge. In Freiheit kommunizieren sie miteinander, tauschen Neuigkeiten und Klatsch aus, bauen bequeme Nester, suchen nach Leckerbissen und bringen ihren Kindern die nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse für das Leben im Wald bei. In der Natur leben Schimpansen in Gruppen mit komplexer Sozialstruktur zusammen, die zeitweise mehrere Dutzend Tiere umfassen können. Sie nehmen dabei einen Lebensraum in Anspruch, der in Waldgebieten bis zu 50 Quadratkilometer, in Savannen sogar weitaus mehr betragen kann. Schimpansen sind die nächsten Verwandten des Menschen; das Erbgut beider Spezies gleicht sich bis zu 98 Prozent. Nach Meinung vieler Primatologen steht hinter der Fähigkeit der Schimpansen, eigenhändig Werkzeuge herzustellen und auch zu benutzen, logisches Denken und sogar eine eigene Kultur.
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