Archive for Mai 2014

animal public bietet Tierschutzinitiativen Unterstützung an

Dienstag, 27. Mai 2014

Foto 4Kommt ein Zirkus in die Stadt, so wirbt er mit bunten Plakaten und farbenfrohen Flyern, Bildern von lachenden Clowns, mutigen Akrobaten und glücklich wirkenden Tieren. Eine Scheinwelt, die viele Menschen begeistert.
Gerade das macht es uns Tierschützern so schwierig darüber aufzuklären, wie es den tierischen Stars der Manege abseits des Scheinwerferlichts wirklich geht.

Die meiste Zeit eingesperrt in winzige Käfigwagen oder wie Sträflinge festgekettet, fristen hunderte Wildtiere ein elendes Dasein in deutschen Zirkusbetrieben. Alle paar Tage werden sie an einen anderen Ort gekarrt, um die immer gleichen Kunststücke zu zeigen. Antrainiert werden ihnen diese häufig mit Schlägen, Elektroschocks oder spitzen Eisenhaken.

Um auch Menschen für das Leiden der Wildtiere im Zirkus zu sensibilisieren, die bislang dem Tierschutz noch nicht aufgeschlossen gegenüber stehen, hat animal public einen neuen Zirkus-Flyer konzipiert. Er sieht aus, wie eine Werbeflyer für ein Zirkusgastspiel und hat doch eine ganz andere Botschaft. Knapp und für jeden verständlich informiert der Flyer über das Leiden der Zirkustiere und fordert dazu auf keine Wildtierzirkusse zu besuchen.

Mit diesem Flyer möchte animal public die Arbeit der zahlreichen engagierten Tierschutzinitiativen unterstützen, die Woche für Woche in ganz Deutschland gegen Zirkusgastspiele mobil machen. In den letzten Wochen haben bereits einige Tierschützer den neuen Flyer bei Zirkusgastspielen verteilt und damit gute Erfahrungen gesammelt.

Die Zirkus-Flyer stellen wir allen Tierschützern und Tierschutzinitiativen kostenlos zur Verfügung und bitten lediglich um Erstattung der Porto- und Verpackungskosten in Form einer freiwilligen Spende in beliebiger Höhe.

Hier können Sie die Zirkus-Flyer bestellen

Auch wenn Sie selbst keine Möglichkeit haben die Flyer zu verteilen, können Sie uns mit einer kleinen Spende helfen mehr Exemplare zu produzieren und zu versenden.

Spenden

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animal public kritisiert Säugetiergutachten

Montag, 19. Mai 2014

Laura Zimprich - SäugetiergutachtenDas Bundeslandwirtschaftsministerium hat das neue Säugetiergutachten vorgestellt. Das Gutachten legt die Mindeststandards für die Haltung von Tieren in Zoos fest. Es wurde in den letzten drei Jahren von Sachverständigen der Zoo- und der Tierschutzverbände im Auftrag des BMEL überarbeitet.
Laura Zimprich, Vorsitzend von animal public e.V., hat als Sachverständige der Tierschutzverbände an dem Gutachten mitgearbeitet. Denn, obwohl animal public die Haltung von Wildtieren in Gefangenschaft generell ablehnt, sind diese Standards von existentieller Bedeutung für all die Tiere, die derzeit in Deutschland gehalten werden.
An dem nun veröffentlichten Gutachten übt animal public scharfe Kritik. Bei vielen Tierarten reichen die neuen Haltungsanforderungen noch nicht einmal aus, um eine gesetzeskonforme Haltung sicherzustellen. Dies ist vor allem auf den Entstehungsprozess, der weder wissenschaftlich, noch demokratisch geprägt war, zurückzuführen. So wurde den wirtschaftlichen Interessen der Halter mehr Gewicht beigemessen, als den Bedürfnissen der Tiere. Die Tierschutzverbände haben das Gutachten daher nur unter Verweis auf ein umfassendes Differenzprotokoll unterzeichnet und ihre Kritik bei der Pressekonferenz des Bundeslandwirtschaftsministeriums in aller Deutlichkeit öffentlich gemacht.

Bericht in der TAZ
Bericht im WDR Fernsehen
Säugetiergutachten mit Differenzprotokoll

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Grundrechte für Große Menschenaffen

Montag, 19. Mai 2014
Pressekonferenz Foto: hpd.de

Pressekonferenz des Great Ape Projects, Foto: hpd.de

Das Recht der Großen Menschenaffen auf persönliche Freiheit, auf Leben und körperliche Unversehrtheit soll im deutschen Grundgesetz verankert werden. Dies ist das Ziel einer Grundrechtsinitiative, die das Great Ape Project gemeinsam mit animal public am 08. Mai 2014

im Haus der Bundespressekonferenz vorgestellt hat. Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt eine aktuelle Studie zu den Lebensbedingungen von Menschenaffen in deutschen Zoos.

Dr. Colin Goldner, Leiter des Great Ape Projects in Deutschland, hat in den letzten zwei Jahren alle 38 deutschen Zoos, die Menschenaffen halten, besucht und analysiert. Die Ergebnisse der Studie, mit dem Titel „Lebenslänglich hinter Gittern“, sind bestürzend: Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind die Haltungsbedingungen in deutschen Zoos katastrophal. Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans leiden unter der Beengtheit der Gehege, unter fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und dem eklatanten Mangel an Beschäftigungsanreizen, viele von ihnen zeigen Symptome massiver psychischer Störungen.

Anthropologen, Juristen, Philosophen und Tierschützer haben die Veröffentlichung der Studie zum Anlass genommen, die Grundrechtsinitiative für Große Menschenaffen vorzustellen. Eine entsprechende Petition (Petitionsnummer 51830) hat der Philosoph und Buchautor Michael Schmidt-Salomon unlängst beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags eingereicht.

animal public unterstützt diese Petition. Laura Zimprich, Vorsitzende von animal public e.V., war vor Ort bei der Pressekonferenz dabei, um zu erläutern, warum auch die neuen Haltungsanforderungen für Zootiere nicht ausreichen, um Menschenaffen ein würdiges Leben zu ermöglichen.

Mehr Informationen zur Initiative:

Interview zur Grundrechtsinitiative im Deutschlandfunk
Bericht zu Dr. Goldners Studie in der Welt
Text der Bundestagspetition
Informationen zu der Pressekonferenz

cover_lebenslaenglichLiteratur zum Thema:

Karsten Bresing: „Persönlichkeitsrechte für Tiere: Die nächste Stufe der moralischen Evolution“
Colin Goldner: „Lebenslänglich hinter Gittern“

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Chance auf umfassenden Schutz für Zootiere verpasst

Mittwoch, 07. Mai 2014

Am Mittwoch, den 07. Mai 2014,  wird im Bundeslandwirtschaftsministerium das in einem mehrjährigen Sachverständigenprozess überarbeitete „Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren“, das sogenannte Säugetiergutachten, vorgestellt. Neben Vertretern des Ministeriums und der Zooverbände werden sich auch die an dem Überarbeitungsprozess beteiligten Tierschutzvertreter den Fragen der Journalisten stellen.

Die beteiligten Tierschutzverbände sehen das Ergebnis zwiespältig, weil trotz des langwierigen und aufwändigen Überarbeitungsprozesses insgesamt die Chance auf ein umfassend modernes und dem Tierschutzgesetz entsprechendes Regelwerk verpasst wurde. „Viele wissenschaftlich fundierte und wesentliche Empfehlungen der Tierschutzsachverständigen, externer Experten und erfahrener Tierhalter sowie wichtige Anregungen einiger Bundesländer blieben unberücksichtigt. In der Folge bleibt das vorliegende Gutachten bei vielen Tiergruppen auch deutlich hinter international anerkannten Mindesthaltungsstandards zurück“, urteilt James Brückner, der als Sachverständiger an der Überarbeitung beteiligt war. Überhaupt hätten die Sachverständigen der Tierschutzseite – neben James Brückner (Deutscher Tierschutzbund e.V.) auch Torsten Schmidt (Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.) und Laura Zimprich (animal public e.V.) – das Gutachten nur unter Verweis auf ein entsprechend ausführliches Differenzprotokoll unterzeichnet.

„Das neue Gutachten bringt sicherlich einige Verbesserungen. Dies kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass der Tierschutz bei vielen Tierarten den wirtschaftlichen Interessen der Zoovertreter geopfert wurde“, fasst Laura Zimprich das Ergebnis aus ihrer Sicht zusammen. Torsten Schmidt ergänzt: „Mit den zugrunde gelegten neuen Haltungsanforderungen ist für bestimmte Tierarten keine verhaltensgerechte Unterbringung möglich.“

Exemplarisch kann die Nichtbeachtung wissenschaftlicher Standards anhand des Kapitels über Delfine verdeutlicht werden. Einerseits wurden wichtige Statistiken zur Delfinzucht in Europa von den Zooverbänden unter Verschluss gehalten. Dagegen stellten sich selektiv zur Verfügung gestellte Daten der Zoos als fehlerhaft und irreführend heraus. Der von der Tierschutzseite hinzugezogene Meeresbiologe und Verhaltensforscher Dr. Karsten Brensing erklärt ernüchtert: „Das vorgelegte Gutachten zementiert eine Haltung, in der Delfine mittels Psychopharmaka und Hormonen an völlig unzureichende Haltungsbedingungen angepasst werden. Das Delfinkapitel bringt somit keine Verbesserungen für die Tiere in deutschen Zoos und ist auch fachlich inakzeptabel.“

Daten zur Pressekonferenz:

Mittwoch, 7. Mai 2014, 11:30 Uhr / Pressezentrum Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft / Wilhelmstraße 54 / 10117 Berlin

Die Vertreter der Tierschutzverbände stehen vor Ort für Interviews zur Verfügung.

Für Rückfragen: Laura Zimprich, Vorsitzende animal public e.V.,  Mail: l.zimprich@animal-public.de

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PK: „Grundrechte für Menschenaffen – Lebenslänglich hinter Gittern“

Dienstag, 06. Mai 2014

cover_lebenslaenglichVorstellung der Grundrechtsinitiative sowie der GAP-Studie zu Menschenaffen in deutschen Zoos am 8. Mai im Haus der Bundespressekonferenz

Das Recht der Großen Menschenaffen auf persönliche Freiheit, auf Leben und körperliche Unversehrtheit soll im deutschen Grundgesetz verankert werden. Dies ist das Ziel einer Grundrechtsinitiative, die am Donnerstag, dem 8. Mai, mit einer Pressekonferenz im Haus der Bundespressekonferenz startet. Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt eine aktuelle Studie zu den Lebensbedingungen von Menschenaffen in deutschen Zoos, die ebenfalls im Rahmen der Pressekonferenz vorgestellt wird.

Colin Goldner, der Leiter der deutschen Sektion des Great Ape Project (GAP), das sich für die Interessen unserer nächsten tierlichen Verwandten einsetzt, hat in den letzten zwei Jahren alle 38 deutschen Zoos, die Menschenaffen halten, besucht und analysiert. Die Ergebnisse der Studie, die nun unter dem Titel „Lebenslänglich hinter Gittern“ erscheint, sind bestürzend: Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind die Haltungsbedingungen in deutschen Zoos katastrophal. Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans leiden unter der Beengtheit der Gehege, unter fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und dem eklatanten Mangel an Beschäftigungsanreizen, viele von ihnen zeigen Symptome massiver psychischer Störungen.

Verschiedene Organisationen, die das Great Ape Project unterstützen, u.a. Menschen für Tierrechte, animal public, die Albert-Schweitzer-Stiftung sowie die Giordano-Bruno-Stiftung, nehmen die Veröffentlichung der GAP-Studie zum Anlass, um ihre Kampagne „Grundrechte für Menschenaffen in die Verfassung“ der Öffentlichkeit vorzustellen.

An der Pressekonferenz im Haus der Bundespressekonferenz nehmen teil:

  • Dr. Colin Goldner, Leiter des Great Ape Project Deutschland, der die zentralen Ergebnisse seiner Studie skizziert;
  • Prof. Dr. Volker Sommer, Professor für Evolutionäre Anthropologie am University College London und Leiter des Gashaka Primate Project in Nigeria, der die Forderungen der Initiative aus primatologischer Sicht erläutert;
  • Laura Zimprich, Vorsitzende von animal public e.V. und Tierrechts-Expertin in der Kommission zum bundesministeriellen Säugetiergutachten (das am 7.5. offiziell vorgestellt wird), die im Rahmen der Pressekonferenz darlegen wird, warum die neuen Vorgaben (gerade auch im Hinblick auf Gorilla & Co.) weit hinter den Erfordernissen zurückbleiben;
  • Prof. Dr. Dieter Birnbacher, Vorsitzender der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer, der die Grundrechtsinitiative aus philosophischer Perspektive kommentiert;
  • Dr. Eisenhart von Loeper, der als (Tier-)Rechtsanwalt maßgeblich an der Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz (Artikel 20a) beteiligt war und die neue Initiative juristisch begründet;
  • Dr. Michael Schmidt-Salomon, Philosoph und Bestsellerautor („Hoffnung Mensch“, „Keine Macht den Doofen“), der die Kampagne „Grundrechte für Menschenaffen in die Verfassung“ als Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung koordiniert.

Die Pressekonferenz im Tagungszentrum der Bundespressekonferenz (Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin, Raum I und II) beginnt um 11.00 Uhr. Alle Interessierten sind herzlich zur Konferenz eingeladen. Die Referenten stehen auch für Einzelinterviews zur Verfügung. Da die Zahl der Sitzplätze begrenzt ist, bitten wir um eine Anmeldung per Mail an: presse(at)giordano-bruno-stiftung.de.

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