Archive for April 2014

Online-Protest: Tierquälerische Jagdmethoden verbieten!

Dienstag, 29. April 2014

BadgerIn Baden-Württemberg soll ein neues Jagdgesetz verabschiedet werden. Das Ministerium hat jetzt einen ersten Entwurf des sogenannten „Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes für Baden-Württemberg“ veröffentlicht. Dem Natur- und dem Tierschutz werden endlich mehr Bedeutung beigemessen, leider jedoch bei weitem nicht genug. Daher fordert animal public eine deutliche Nachbesserung im Sinne des Tierschutzes.

Die Jägerschaft in Baden-Württemberg macht massiv gegen das neue Jagdgesetz mobil. Sie will erreichen, dass die wenigen Verbesserungen im Sinne des Tierschutzes aus dem Gesetz gestrichen werden. Geht es nach den Jägern, dann sollen tierschutzwidrige Praktiken, wie die Fallenjagd, die Baujagd und der Abschuss von Hunden und Katzen weiter erlaubt bleiben. Das müssen wir verhindern!

Bitte unterstützen Sie uns dabei und senden Sie eine Mail an die zuständigen Politiker, die in den nächsten Monaten über den Erlass des neuen Gesetzes entscheiden müssen.

Update: Diese Aktion ist beendet. Das neue Jagdgesetz wurde am 12.11.2014 in knapper Mehrheit vom Landtag verabschiedet. Wir danken allen Unterzeichnen der Protestmail für Ihre Hilfe.

PROTESTMAIL

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann,
sehr geehrter Herr Minister Bonde,
sehr geehrter Herr Schmiedel,
sehr geehrter Herr Hauk,

ich begrüße es ausdrücklich, dass die Landesregierung an einer Novellierung des Landesjagdgesetzes arbeitet. Dass der von ihnen vorgestellte Entwurf einige Verbesserungen im Sinne des Tier- und Naturschutzes enthält findet meine volle Zustimmung. Angesicht der Tatsache, dass der Tierschutz vor 12 Jahren als Staatsziel in die Verfassung aufgenommen wurde, halte ich diese jedoch für unzureichend.

Ich möchte Sie daher bitten, sich für folgende Änderungen im Sinne eines fortschrittlichen Tier- und Artenschutzes einzusetzen:

Unkompliziertes Verfahren der Befriedung von Grundflächen aus ethischen Gründen (§ 14 JWMG)

Es ist nicht akzeptabel, dass Bürger die im 21. Jahrhunderten aus ethischen Gründen die Jagd auf ihrem Grund und Boden untersagen möchten, sich dafür einer Gewissensprüfung, bis hin zu einer eidesstattlichen Versicherung hinsichtlich ihrer ethischen Orientierung unterziehen müssen. Auch ist nicht nachvollziehbar, warum Jagdgenossenschaft, Jagdpächter, angrenzende Grundeigentümer und Jagdbeirat hier ein Mitspracherecht haben sollen.

Ausnahmsloses Verbot der Baujagd (§ 31 JWMG)

Die Baujagd auf Fuchs und Dachs, egal ob in Kunst- oder Naturbau, ist mit dem Tierschutzgesetz nicht vereinbar. Zum einen stellt die Bekämpfung von natürlichen Prädatoren, nur um die Jagdstrecke der Jäger zu vergrößern, keinen vernünftigen Grund im Sinne des §1 Tierschutzgesetz dar, zum anderen ist das Hetzen eines Tieres auf ein anderes ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Ausnahmsloses Verbot des Schrotschusses auf Vögel (§ 31 JWMG)

Bei dem Schuss mit Schrot auf eine Vogelgruppe kann niemals ausgeschlossen werden, dass Tiere durch Randschrote verletzt werden. Daher muss der Schrotschuss auf Vogelgruppen ausnahmslos verboten werden.

Verbot der Beizjagd (§ 31 JWMG)

Die für die Beizjagd eingesetzten Greifvögel werden fast ausnahmslos in falknerischer Anbindehaltung gehalten. Den Tieren wird dadurch die Möglichkeit genommen ihr arteigenes Bewegungsverhalten, das Fliegen, frei auszuleben. Diese Form der Tierhaltung ist nicht mit §2 Tierschutzgesetz vereinbar.

Verbot jeglicher Fallenjagd (§31 JWMG)

Auch der Einsatz von Lebendfallen ist mit erheblichen tierschutzrelevanten Problemen verbunden. So fangen auch Lebendfallen nicht selektiv, was immer wieder zu schweren Verletzungen bei Wildtieren, die zu groß oder zu klein für die jeweilige Falle sind, führt. Zudem leiden die gefangenen Wildtiere unter erheblichem Stress und nicht wenige sind bis zum Eintreffen des Fallenstellers bereits tot.

Verbot jeglicher Fütterung und Kirrung (§ 33 JWMG)

Das Füttern oder Anlocken von Wildtieren mit Futter ist mit einem zeitgemäßen Natur- und Artenschutzverständnis nicht vereinbar. Die im Gesetz aufgeführten Ausnahmeregelungen ergeben nicht nur aus ökologischer Sicht keinen Sinn, sondern laden zudem zum Missbrauch ein.

Verbot des Aussetzens jagdbarer Tierarten (§37 JWMG)

Das Aussetzen von gezüchteten Wildtieren jagdbarer Arten, mit dem einzigen Zweck diese nach einigen Monaten zu erschießen, ist mit einem modernen Tier- und Artenschutzverständnis nicht vereinbar und muss verboten werden.

Verbot der Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren (§ 38 JWMG)

Die Ausbildung von Hunden in Schliefanlagen am gefangenen Fuchs oder an flugunfähig gemachten Enten ist mit dem Tierschutz nicht vereinbar. Aufgrund der eingeschränkten Fluchtmöglichkeit bzw. Verhinderung des normalen Fortbewegungsverhaltens leiden die Tiere unter Angst und Stress. Verschiedene Gerichte haben bereits festgestellt, dass die Hundeausbildung an vorübergehend flugunfähig gemachten Ente grundsätzlich gegen das Tierschutzgesetz verstößt.

Neun Monate Jagdruhe (§41 JWMG)

Die Jagdzeit muss sich an dem natürlichen Verhalten der Tiere und nicht den Wünschen der Jägerschaft orientieren. Jagd während der Brut-, der Aufzuchtphase oder im Winter verursacht unnötigen Stress und Leiden und ist daher abzulehnen. Um die negativen Auswirkungen der Jagd auf die heimischen Wildtiere so weit wie möglich zu reduzieren müssen die Jagdzeiten auf den kürzest möglichen Zeitraum zusammengelegt werden.

Generelles Jagdverbot in Nationalparks und Naturschutzgebieten (§42 JWMG)

Die Jagd hat einen nachhaltigen negativen Einfluss auf wildlebende Tiere, macht sie zudem scheu und für Naturfreunde nicht erlebbar. Daher ist es unabdingbar, dass in Gebieten die ausgewiesener Maßen dem Schutz der heimischen Flora und Fauna dienen sollen, die Jagd ruht.

Ausnahmsloses Verbot des Abschusses von Haustieren (§ 49 JWMG)

Für den Abschuss von Haustieren durch Jäger gibt es keinen vernünftigen Grund. Den Abschuss von Hunden oder Katzen unter Erlaubnisvorbehalt zu stellen, setzt ein falsches Signal und ist missbrauchsanfällig. Der Abschuss von Hunden und Katzen - ein Relikt aus der Feudalzeit, hat nichts mit der Jagd zu tun und muss daher ausnahmslos verboten werden.

Kürzung der Liste jagdbarer Arten (Anlage JWMG)

Die Tötung von Tieren ohne vernünftigen Grund (z.B. Prädatorenbekämpfung) ist mit dem Tierschutzgesetz nicht vereinbar. Auch widerspricht die Jagd auf im Bestand bedrohte Tierarten dem allgemeinen Verständnis eines zeitgemäßen Natur- und Artenschutzes. Daher muss die Liste der dem Baden-Württemberger Jagd- und Wildmanagement unterstellten Arten erheblich gekürzt werden. Zu streichen sind Dachs, Fuchs, Hermelin, Steinmarder, Wildkaninchen, Baummarder, Feldhase, Iltis, Luchs, Wildkatze sowie sämtliche Vogelarten.

Bitte tragen Sie Sorge dafür, dass das im Gesetz postulierte Ziel „die Belange des Tierschutzes aus der besonderen Verantwortung für das Tier als Mitgeschöpf in allen Bereichen der Jagd und des Wildtiermanagements zu berücksichtigen“ keine hohle Phrase wird.

Mit freundlichen Grüßen




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Nordrhein-Westfälischer Landtag beschäftigt sich mit Antrag zum Verbot von Delfinarien

Dienstag, 29. April 2014

DelfinariumDüsseldorf, den 25.04.2014 – Am kommenden Montag, dem 28.04.2014, wird sich der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des nordrhein-westfälischen Landtags mit einem Antrag der PIRATEN Fraktion zum „Verbot der Haltung von Delphinen“ (Drucksache 16/4588) beschäftigen. Der Antrag könnte die Schließung des Duisburger Delfinariums zur Folge haben. Der Düsseldorfer Tier- und Artenschutzverein animal public e.V. begrüßt diese Initiative als wegweisend.

Delfine faszinieren den Menschen seit jeher. Aktuelle Freilandforschungen zeigen, dass die Tiere nicht nur hoch intelligent sind, sondern auch in einem sehr komplexen Sozialsystem leben. Doch gerade das wird ihnen in Gefangenschaft zum Verhängnis. Laura Zimprich, Sprecherin des Tier- und Artenschutzvereins animal public e.V., erklärt: „Delfine leben in freier Natur in einem Fission-Fusion-System, das heißt die Zusammensetzung der Gruppe ändert sich je nach äußeren Bedingungen und Lebenssituation. In Delfinarien ist der Aufbau einer natürlichen Sozialstruktur aufgrund der räumlichen Enge und der begrenzten Anzahl an Individuen nicht möglich. Die Folge sind aggressive Auseinandersetzungen, denen die Tiere sich nicht entziehen können und die mit schweren Verletzungen und mitunter sogar tödlich enden.“

Tierschützer konnten nachweisen, dass die beiden in Deutschland noch existierenden Delfinarien, im Zoo Duisburg und im Tiergarten Nürnberg, ihren Tieren daher zur Verhaltenskontrolle das Psychopharmaka Diazepam gegeben haben. Aus Sicht von Laura Zimprich ein Skandal: „Wenn die Haltungsbedingungen so widernatürlich sind, dass man die Tiere mit Psychopharmaka daran anpassen muss, dann ist dies nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar.“

Diese Ansicht teilt auch die PIRATEN Fraktion im Düsseldorfer Landtag. Sie haben eine Antrag zum „Verbot der Haltung von Delphinen“ (Drucksache 16/4588) eingebracht. Darin wird gefordert die Haltung von Delfinen in nordrhein-westfälischen Zoos mit einer angemessenen Übergangsfrist zu verbieten und für die derzeit dort gehaltenen Delfine die Möglichkeit der Auswilderung zu ermitteln, bzw. deren Umsiedlung in eingezäunte Meeresbuchten.

Eine Initiative, die der Düsseldorfer Tier- und Artenschutzverein animal public e.V. ausdrücklich begrüßt. „In Österreich, der Schweiz und in England gibt es bereits aus Tierschutzgründen keine Delfinarien mehr. In Deutschland haben in den letzten Jahren sieben von ehemals neun Delfinarien geschlossen“, so Laura Zimprich, „es ist an der Zeit, dass auch das Leiden der Delfine im Zoo Duisburg und im Tiergarten Nürnberg ein Ende hat.“

Am kommenden Montag wird sich der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des nordrhein-westfälischen Landtags in einer öffentlichen Sitzung mit dem Antrag der PIRATEN Fraktion beschäftigen. „Wir sind zuversichtlich, dass die rot-grüne Landesregierung ihrem engagierten Eintreten für mehr Tierschutz treu bleibt und sich für ein Ende der Delfinhaltung einsetzen wird“, so Laura Zimprich abschließend.

Link:  Ausführliche Stellungnahme von animal public e.V. auf der Seite des Landtags NRW

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Anhörung zu Delfinarien im Landtag NRW

Montag, 28. April 2014
Delfinarium Duisburg

Delfinarium Duisburg

Am 28.04.2014 hat sich der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des nordrhein-westfälischen Landtags mit einem Antrag der PIRATEN Fraktion zum „Verbot der Haltung von Delphinen“ (Drucksache 16/4588 und 16/4956 ) beschäftigt. Darin fordern die Piraten:
1. Die Haltung von Delfinen in Nordrhein Westfälischen Zoos mit einer angemessenen Übergangsfrist zu verbieten;
2. Bei den derzeit in Nordrhein Westfälischen Zoos lebenden Delfinen die Möglichkeit
der Auswilderung zu ermitteln, hierbei ist die Möglichkeit von durch Tierpflegern
betreuten, eingezäunten Meeresbuchten mit in Betracht zu ziehen.
3. Eine Bundesratsinitiative zum Deutschlandweiten Verbot von Delfinarien zu initiieren

Das Duisburger Delfinarium, um das es bei der Anhörung insbesondere ging, gilt als der größte Delfinfriedhof Europas. Über 60 Tiere starben hier seit Bestehen des Delfinariums, allein 15 Tiere in den letzten 22 Jahren.
Im Zuge der Anhörung räumte der Duisburger Zoodirektor zudem ein, dass den Delfinen, – entgegen vorheriger anderslautender Behauptung – in den letzten Jahren das Psychopharmaka Diazepam verabreicht wurde. Dieses Psychopharmaka wird häufig in Delfinarien eingesetzt, um die Tiere an die tierschutzwidrigen Haltungsbedingungen anzupassen.

animal public lehnt die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft als nicht artgerecht ab und fordert die Schließung der letzten beiden Delfinarien in Deutschland. Daher haben wir uns in einer eigenen Stellungnahme an die Mitglieder des Landtags gewandt.

In den letzten Jahren haben sieben von ehemals neun Delfinarien in Deutschland geschlossen. In anderen europäischen Ländern, wie Österreich, der Schweiz oder Großbritannien gibt es aus Tierschutzgründen gar keine Delfinarien mehr. Es wird Zeit, dass auch das Leiden der Delfine in Nürnberg und Duisburg ein Ende hat.

Der Landtag NRW wird voraussichtlich erst im Herbst über den Antrag der Piraten entscheiden.

Hier finden Sie die Stellungnahme von animal public e.V.

 

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Europäische Zoos töten jedes Jahr 5000 gesunde Tiere

Sonntag, 06. April 2014

Nur wenige Wochen nach der Schlachtung des gesunden Giraffenbullens „Marius“, hat der Kopenhagener Zoo jetzt eine ganze Löwenfamilie getötet, mit der Begründung, man wolle Platz für eine neue Generation schaffen.

Nach Angaben der Direktorin des europäischen Zoo- und Aquarienverbandes (EAZA) werden in den europäischen Zoos jedes Jahr bis zu 5000 gesunde Zootiere aus Managementgründen getötet. Darunter seien „nur“ ein paar hundert große Tiere, wie Tiger, Löwen, Bären und Giraffen.

Das deutsche Tierschutzgesetz verbietet es ein gesundes Tier ohne vernünftigen Grund zu töten. Trotzdem ließ der Direktor des Zoos Magdeburg im Jahr 2008 drei gesunde Tigerbabys einschläfern, nur weil sie nicht reinerbig und deshalb für die Zucht ungeeignet waren. animal public erstattete daraufhin Strafanzeige gegen den Zoodirektor und konnte erreichen, dass dieser nach einem mehrjährigen Gerichtsprozess wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zumindest verwarnt wurde.

Gelernt haben die deutschen Zoodirektoren aus diesem Urteil anscheinend nicht. So gab der Verband Deutscher Zoodirektoren bekannt: „Mit der Tötung der Giraffe in Kopenhagen sind die meisten Zoodirektoren unseres Verbands einverstanden“. Und angesichts der Aussage des Nürnberger Zoodirektors, man würde Murmeltiere und Präriehunde schlachten, ist  fraglich, ob sich die deutschen Zoos wirklich alle an das Tierschutzgesetz halten.

Begründet wird die Tötung sogenannter „überzähliger“ Zootiere gerne mit dem Artenschutz. Ziel sei es eine genetisch gesunde Population zu erhalten. Es stellt sich jedoch die Frage: wofür? Denn für Auswilderungsprogramme züchten die Zoos nicht.

Fakt ist, süße Tierbabys bringen viel Geld und werden ausgewachsen zu einem echten Platzproblem, das viele europäische Zoos mit Bolzenschuss und Schlachtmesser lösen.

Aus Sicht von animal public ist es daher an der Zeit die Frage zu stellen: brauchen wir im 21. Jahrhundert wirklich noch Zoos? Ist es wirklich ethisch zu rechtfertigen, dass allein in Deutschland in hunderten Zoos zehntausende Wildtiere allein für Unterhaltungszwecke ein trauriges Dasein fern ihrer natürlichen Heimat fristen? Wir finden nicht!

Passend zum Beginn der Zoosaison haben wir daher Aufkleber mit dem Slogan „Artgerecht ist nur die Freiheit“ produzieren lassen. Diese können Sie über unseren Shop bestellen.

Am 12.04.2014 findet vor dem Berliner Zoo eine große Tierschutzdemonstration gegen die Haltung von Tieren in Zoos statt. animal public wird die Demonstration vor Ort unterstützen.

Wann: Samstag, den 12.04.2014 von 11:00 – 14:00 Uhr
Wo: Zoo und Aquarium Berlin, Budapester Straße 32, 10787 Berlin

Weitere Informationen finden Sie hier.

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