Archive for Juli 2013

Bärenzwinger: Strafanzeige gegen Leiter des Veterinäramtes erstattet

Mittwoch, 31. Juli 2013

Berlin, 30.07.2013 – Vermutlich müssen die beiden Bären “Schnute” und “Maxi” auch ihre letzten Lebensjahre im veralteten Bärenzwinger im Köllnischen Park in Berlin-Mitte fristen. Nach Angaben des Veterinäramtes sind die Tiere nicht mehr transportfähig. Das “Berliner Bärenbündnis” hat nun Strafanzeige gegen den zuständigen Leiter des Veterinäramtes erstattet. Die Tierschützer werfen ihm vor, die quälerische Haltung jahrelang tatenlos geduldet zu haben und so dazu beigetragen zu haben, dass die beiden Tiere erheblich leiden.

Wer den Berliner Bärenzwinger in Berlin-Mitte besucht, dem bietet sich ein trauriges Bild. Bärin „Schnute“ läuft monoton immer wieder die gleiche Bahn ab und macht sich wiederholende, kreisende Bewegungen mit dem Kopf. Und auch Bärin „Maxi“ dreht den Kopf und mitunter auch den ganzen Körper in immer gleicher Weise.
Stereotypien nennen Tierärzte diese sich wiederholenden, unveränderten Muster von Verhaltenselementen ohne erkennbares Ziel. Stereotypien gelten als Verhaltensstörungen, sie entstehen, wenn Wildtiere nicht artgerecht gehalten werden. Juristisch gelten solche Verhaltensstörungen als Ausdruck erheblichen Leidens.

Ein Tierhalter, der einem Tier erhebliche Leiden zufügt, begeht nach dem Tierschutzgesetz eine Straftat – und ein Amtsveterinär, der dies nicht verhindert, ebenfalls. Und genau das hat der Leiter des Veterinäramts Mitte nach Ansicht des Berliner Bärenbündnisses getan.

Stefan Klippstein, Sprecher des Bärenbündnisses, erklärt: „Der Leiter des Veterinäramtes ist nach eigenen Angaben seit rund 12 Jahren für die Berliner Bären zuständig. Nachweislich ist er seit über fünf Jahren regelmäßig auf die miserablen Haltungsbedingungen und die Verhaltensstörungen der Tiere hingewiesen worden. Doch er hat keine Maßnahmen ergriffen, die geeignet gewesen wären, weitere Leiden der Tiere zu verhindern. Das wäre aber, ohne jeden Ermessensspielraum, seine Pflicht gewesen.“

Angebote verschiedener Bärenauffangstationen, die Tiere kostenlos zu übernehmen und ihnen ein artgemäßes Leben zu bieten, wurden nicht angenommen.

Das Berliner Bärenbündnis hat daher bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen den Leiter des Veterinäramtes wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Zudem fordert das Bündnis, die Ergebnisse der veterinärmedizinischen Begutachtung von Maxi und Schnute öffentlich zu machen. „Es kann nicht angehen, dass bei einem so kontrovers diskutierten Thema, das vielen Menschen am Herzen liegt, kein schriftlicher Bericht vorgelegt wird“, so Klippstein, „eine solche Intransparenz seitens der Behörden erweckt den Eindruck, dass hier weitere Versäumnisse verheimlicht werden sollen.“

Das „Berliner Bärenbündnis“ ist ein Zusammenschluss der Tierschutzorganisationen aktion tier e. V., Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, animal public e. V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V., Deutsches Tierschutzbüro und Tasso e. V.

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1. Vorsitzende Laura Zodrow

Mittwoch, 31. Juli 2013

Laura Zodrow, 1. Vorsitzende von animal public e.V.

Laura Zodrow studierte Soziologie und Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Schon während ihres Studiums engagierte sie sich aktiv im Tierschutz und schrieb ihre Magisterarbeit über den Umgang mit sogenannten Nutztieren in der modernen Gesellschaft. Sie ist Mitbegründerin und Vorstandsmitglied des Tier- und Artenschutzvereins „animal public e.V.“, der sich speziell für den Schutz von Wildtieren einsetzt.

Laura Zodrow bringt einen geretteten Affen in eine Auffangstation

Laura Zodrow bringt einen geretteten Affen in eine Auffangstation

Schon als Jugendliche wurde Laura Zodrow, nach einem Urlaub auf einem Bauernhof, überzeugte Vegetarierin und Tierschützerin. Sie nahm in den folgenden Jahren an vielen verschiedenen Kundgebungen und Informationsständen zum Tierschutz teil, erkannte aber schnell, dass sich mit diesen vereinzelten lokalen Protestaktionen nur wenig erreichen ließ.

Da sie sich im Rahmen ihres Studiums der Soziologie und Politikwissenschaft nicht nur mit der Mensch-Tier-Beziehung, sondern auch mit dem Einfluss von NGOs auf die Politik beschäftigt hatte, engagierte sie sich in verschiedenen bundesweit tätigen Tierschutzorganisationen, die sie bei Recherchen und in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützte.

Laura Zodrow als Gast bei Westart im WDR

Laura Zodrow bei Westart

2001 gründete sie dann gemeinsam mit anderen Tierschützern den Tier- und Artenschutzverein „animal public e.V.“, der sich speziell für den Schutz von Wildtieren einsetzt. animal public erstellt Film- und Fotodokumentationen für die mediale Berichterstattung über Tierschutzprobleme und hilft aktiv, wenn Wildtiere Hilfe brauchen. So hat Laura Zodrow in den letzten Jahren immer wieder Behörden bei der Beschlagnahme und Vermittlung von misshandelten Wildtieren, vom Affen bis hin zum Elefanten, geholfen.

Rede von Laura Zodrow zur Grundrechtsinitiative für große Menschenaffen

Rede von Laura Zodrow zur Grundrechtsinitiative für große Menschenaffen

Der Schwerpunkt ihres Engagements liegt aber beim politischen Tierschutz. Laura Zodrow ist der Überzeugung, dass es nicht nur die Aufgabe des Tierschutzes ist, misshandelten Tieren zu helfen, sondern vielmehr zukünftige Misshandlungen zu verhindern. Daher engagiert sie sich auf Landes- und Bundesebene für eine Verbesserung des Tierschutzrechts. Sie gehört zu den Mitbegründern des europäischen Tierschutznetzwerks ENDCAP, eines Zusammenschlusses von Vereinen, die sich auf europäischer Ebene gemeinsam für den Schutz von Wildtieren einsetzen. Derzeit lebt und arbeitet  sie als freie Journalistin in Düsseldorf.

Kontakt:
Facebook
laura.zodrow@animal-public.de

 

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Maxi und Schnute sollen im Zwinger sterben – Berliner Bärenbündnis prüft rechtliche Schritte gegen Veterinäramt

Mittwoch, 17. Juli 2013

Update Oktober 2015: Am 11.10.2015 wurde Berlins letzte Zwingerbärin Schnute im Alter von 34 Jahren eingeschläfert.

Der Bezirk Berlin-Mitte hat heute mitgeteilt, dass die beiden Berliner Zwingerbären Maxi und Schnute aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes nicht in eine Auffangstation gebracht werden sollen. Die Tierschützer des Berliner Bärenbündnisses sind tief betroffen. Sie werfen Bezirksbürgermeister Hanke und dem Veterinäramt absolutes Versagen vor. „Hätten sie sich vor Jahren, als es die ersten Aufnahmeangebote von Auffangstationen gab, nicht gegen eine Umsiedlung gesperrt, könnten die beiden Bären längst in einer artgerechten Umgebung leben, jetzt werden sie wohl im Zwinger sterben“, so Stefan Klippstein, Sprecher des Berliner Bärenbündnisses.

Berlin, 17.07.2013. Der Bärenzwinger im Köllnischen Park (Berlin-Mitte) wurde im Jahr 1939 errichtet. Bis heute werden in der historischen Anlage zwei Braunbären, Maxi und Schnute, als lebende Wappentiere gehalten.
Seit Jahren fordern Tierschutzvereine aus ganz Deutschland die Beendigung der nicht artgerechten Haltung. Seit über fünf Jahren liegen dem zuständigen Bezirk Berlin-Mitte Angebote von spezialisierten Bärenauffangstationen vor, die sich bereit erklärt haben, die Tiere kostenlos zu übernehmen, um ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Doch bislang wurde eine Umsiedlung der Tiere vom Bezirk immer abgelehnt.

Erst nachdem sich im letzten Jahr verschiedene Tierschutzvereine zum „Berliner Bärenbündnis“ zusammenschlossen und massiv Druck auf die politisch Verantwortlichen machten, kam etwas Bewegung in die Angelegenheit. Es wurde beschlossen, die Angebote zu prüfen und die Bären auf ihre Transportfähigkeit zu untersuchen. Heute gab Bezirksbürgermeister Hanke (SPD) das offizielle Ergebnis der Untersuchung bekannt. Demnach sollen Maxi und Schnute in so schlechter körperlicher Verfassung sein, dass der Bezirk einen Transport ablehnt.

Die Tierschützer des Berliner Bärenbündnisses sind darüber sehr betroffen und auch wütend. Stefan Klippstein, Sprecher des Bündnisses, erklärt: „Hätte der Bezirk früher gehandelt, würden Maxi und Schnute jetzt in einem großen naturnahem Gehege leben und ihren Lebensabend in Würde beschließen. Doch die jahrelange Verzögerungstaktik scheint zur Folge zu haben, dass die beiden Bären jetzt bis zu ihrem Ende in dem Zwinger dahinvegetieren müssen.“

Das „Berliner Bärenbündnis“ hat angekündigt, die Unterlagen der veterinärmedizinischen Untersuchung gründlich prüfen zu wollen. „Wir erwägen rechtliche Schritte gegen den Amtsveterinär“, so Klippstein. „Angesichts des miserablen Zustands der Tiere und der offensichtlichen Verhaltensstörungen werten wir sein jahrelanges Nichteinschreiten als Beihilfe zur Tierquälerei.“

Das „Berliner Bärenbündnis“ ist ein Zusammenschluss der Tierschutzorganisationen aktion tier e. V., Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, animal public e. V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V., Deutsches Tierschutzbüro und Tasso e. V.

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