Archive for Oktober 2012

Tierschutzorganisationen gründen Bündnis gegen Berliner Bärenzwinger

Dienstag, 30. Oktober 2012

Update Oktober 2015: Am 11.10.2015 wurde Berlins letzte Zwingerbärin Schnute im Alter von 34 Jahren eingeschläfert.

Seit Jahren kritisieren verschiedenste Tierschutzorganisationen die Haltung der beiden Braunbären Schnute und Maxi im Berliner Bärenzwinger. Nun haben sie sich zusammengeschlossen und das „Berliner Bärenbündnis“ gegründet. Gemeinsam machen sie für eine baldige Umsiedlung von Schnute und Maxi in eine Bärenauffangstation mobil.

Berlin, 30.10.2012. Im Jahr 1939 wurde der Berliner Bärenzwinger im Köllnischen Park in Berlin-Mitte eröffnet. Bis heute werden in der historischen Zwingeranlage zwei Braunbären als lebendige Wappentiere gehalten. Seit Jahren kritisieren Tierschutzverbände die Haltungsbedingungen als nicht artgerecht. Aus sicherheitstechnischen Gründen sind die Bären 14 Stunden am Tag auf wenigen Quadratmetern eingesperrt und auch ihr Auslauf besteht nur aus zwei winzigen Plattformen. Diese Haltungsbedingungen fordern ihren Tribut, selbst Laien können bei den Tieren massive Verhaltensstörungen erkennen.

Immer wieder wurde dem Bezirk, als Eigentümer der Tiere, eine Umsiedlung der beiden Braunbären Schnute und Maxi in eine Bärenauffangstation angeboten. Dort können sie in einem weitläufigen, naturnahen Areal ihren Lebensabend unter artgerechten Bedingungen beschließen. Bislang lehnte der Bezirk dies immer ab.

Nun haben sich die Tierschutzverbände zusammengeschlossen und das „Berliner Bärenbündnis“ gegründet. Gemeinsam machen sie für eine Umsiedlung von Schnute und Maxi in eine Auffangstation mobil. Mit einer Internet- und einer Facebookseite (www.baerenzwinger-berlin.de) werben sie für Unterstützung und rufen Tierfreunde aus ganz Deutschland dazu auf, an den Bezirk Mitte zu schreiben und Freiheit für Schnute und Maxi zu fordern.

Die Chancen stehen gut, dass sie mit ihrer Kampagne Erfolg haben. Angesichts der klammen Haushaltslage wird mittlerweile im Bezirk Mitte öffentlich über eine Abgabe der Tiere nachgedacht. Der Zwinger verschlingt jährlich 60.000 Euro Steuergelder.
Das „Berliner Bärenbündnis“ ist ein Zusammenschluss der Tierschutzorganisationen Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, animal public e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. und Deutsches Tierschutzbüro.

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Schließt den Berliner Bärenzwinger!

Dienstag, 30. Oktober 2012

Update Oktober 2015: Am 11.10.2015 wurde Berlins letzte Zwingerbärin Schnute im Alter von 34 Jahren eingeschläfert.

Mitten in der Bundeshauptstadt Berlin fristen die beiden Braunbären Schnute und Maxi ein tristes Dasein. In einem veralteten Bärenzwinger werden sie als lebendige Wahrzeichen der Stadt gefangen gehalten.

Umgeben von einer mit riesigen Eisendornen gesäumten Mauer, trotten sie nun schon ihr ganzes Leben auf zwei winzigen Plattformen auf und ab. Ein paar Schritte hin, ein paar Schritte zurück. Alu-Bierfässer, Autoreifen und eine Art Planschbecken sollen als Abwechslung dienen. Artgerecht sieht anders aus. Es ist wenig verwunderlich, dass selbst Laien Verhaltensstörungen bei den Tieren erkennen können.

Seit Jahren fordert animal public ein Ende dieser archaischen Bärenhaltung. Doch da der Bärenzwinger unter Denkmalschutz steht ist eine Vergrößerung ausgeschlossen. Auch Angebote verschiedener anerkannter Bärenauffangstationen die Tiere kostenlos aufzunehmen wurden vom Bezirk Mitte, dem Eigentümer der Tiere, bislang abgelehnt.

Das könnte sich jetzt ändern. In Kürze wird ein neues Säugetiergutachten erscheinen, das größere Gehegemaße für Bären festschreibt. Zudem geht eine beiden zuständigen Tierpflegerinnen in Rente. Allein ihre Gehälter kosten den Bezirk 28.000 Euro jährlich. Am 22. November soll daher das Thema Bärenzwinger in der Bezirksverordneten-Versammlung behandelt werden.

Damit besteht jetzt die Chance, dass der Bezirk die Bärenhaltung angesichts der neuen Rechtslage, der hohen Kosten und der fehlenden finanziellen Mittel aufgibt. Schnute und Maxi könnten dann in eine Auffangstation gebracht werden und ihren Lebensabend in einem weitläufigen naturnahem Gehege beschließen.

Um dies zu erreichen hat animal public zusammen mit anderen Tierschutzvereinen das Berliner Bärenbündnis gegründet. Gemeinsam wollen wir erreichen, dass Schnute und Maxi endlich aus dem Berliner Bärenzwinger befreit werden.

So können Sie uns dabei unterstützen:

  • Senden Sie eine Protestmail an den verantwortlichen Bezirksbürgermeister
  • Unterstützen Sie die Arbeit von animal public mit einer kleinen Spende
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HOPE FOR WILD PETS?

Montag, 15. Oktober 2012

Europe’s leading veterinarians and EU Parliamentarians call for measures to control exotic pet trade

BRUSSELS: 4th October: A new report ‘Wild Pets in the European Union’ and a two day Conference ‘Import and Keeping of Exotic Animals in Europe’ hosted by Cyprus, the current Presidency of the EU, and the Federation of Veterinarians of Europe, has put the controversial keeping of wild animals as pets firmly on the map.

International experts, veterinarians, scientists, trade specialists, and regulators were joined by Members of the European Parliament in reviewing the status of the trade in both wild-caught and captive-bred exotic species and what measures may be required to guarantee animal welfare, biodiversity, human health and safety, and environmental integrity. Their deliberations struck a chord with the results of a recent public opinion survey which found that 80% of European citizens approved of additional restrictions on the sale of exotic species of animals and plants.

Daniel Turner, spokesperson for ENDCAP, the European coalition that authored and published the report, commented: “European citizens, Europe’s Parliamentarians, international scientists and the Federation of European Veterinarians, representing all of Europe’s veterinarians, are calling for measures to restrict and control the trade in and the keeping of exotic pets by private individuals in the European Union.” Turner explained, “Our research has identified severe threats to biodiversity as a result of the exotic pet trade. There are also significant disease risks to public health and safety and our natural habitat could be under threat if these species are released or escape into the environment.”

Europe’s Parliamentarians, international scientists and the Federation of European Veterinarians specifically call for:

  1. Effective measures to reduce injury and mortality as a result of the trade.
  2. Clear, consistent definitions of terms such as domestic and wild.
  3. Harmonised EU legislation and effective enforcement of existing legislation.
  4. Traceability – accurate identification and registration of wild animals in trade.
  5. Improved public information concerning species husbandry, animal care, and how to reduce the risks associated with keeping wild animals as pets.
  6. Better education and training of customs officers, animal professionals, firemen, veterinarians and other professionals likely to have exposure of exotic animals.
  7. An EU-wide certificate of ownership for certain species (particularly those deemed dangerous).
  8. Restricted movement of certain species (particularly those known to carry disease).
  9. The prevention of unsustainable wildlife exploitation in countries of origin.
  10. Consideration of greater trade restrictions to prevent over-exploitation or animal suffering.

Kriton Arsenis, Greek MEP, said „Personally I believe there is no justification for keeping a wild animal as a pet. We are not talking about domesticated animals such as dogs or cats but wild animals that may be abducted from  their natural habitat or are bred in captivity. For me, wild animals belong to the wild. Moreover, the trade in exotic animals may encourage and facilitate illegal and criminal activities that endanger species and habitats. I therefore welcome the recommendations made at this  important meeting and would go further in calling for an EU-ban on exotic pet trade to protect biodiversity, animal welfare and public health.“

 

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Report zur privaten Wildtierhaltung veröffentlicht

Mittwoch, 03. Oktober 2012

Am 03.10.2012 hat ENDCAP* im Europäischen Parlament in Brüssel einen Report zur privaten Wildtierhaltung in Europa vorgestellt. Seit einigen Jahren nimmt in ganz Europa die Haltung von Wildtieren wie Affen, Schlangen oder Chamäleons in Privathaushalten zu. Der Report Wild Pets in the European Union zeigt auf, dass dies mit zahlreichen Problemen verbunden ist für die Tiere, die Umwelt und den Menschen.

Der internationale Handel mit Wildtieren für die Privathaltung ist ein Milliarden Dollar Geschäft.Die Europäische Union gehört zu den größten Importeuren weltweit. Das europäische Tierschutznetzwerk ENDCAP hat am 03.10.2012 im Europäischen Parlament den Report Wild Pets in the European Union vorgestellt, der aufzeigt welche weitreichenden Folgen der internationale Wildtierhandel für die betroffenen Tiere, die Umwelt und die Verbraucher hat.

Der Report enthüllt, dass

  • der Fang von Wildtieren für den Heimtierhandel als einer der Hauptursachen für das Artensterben angesehen wird.
  • die versehentliche oder absichtliche Freilassung von privat gehaltenen Wildtieren zur Ansiedlung von invasiven Arten führen kann. Dies hatte in Europa bereits jetzt die Etablierung von über 80 gebietsfremden Arten zur Folge. Invasive Arten werden als eine der Hauptursachen für das weltweite Artensterben angesehen
  • der Handel und Besitz von Wildtieren als ein signifikanter Faktor für das Auftreten und die Ausbreitung von Zoonosen (zwischen Mensch und Tier übertragbare Krankheiten) angesehen wird.
  • für jedes gefangene und verkaufte Wildtier, etwa 50 weitere Tiere während des Fangs und des Transports gestorben sind.
  • Schätzungen zufolge etwa 25% des Wildtierhandels illegal ist. Nach dem Handel mit Drogen und Waffen ist der Handel mit geschützten Arten das lukrativste illegale Gewerbe.
  • Geschätzte 90% der für die Heimtierhaltung wild gefangenen Reptilien nicht einmal ein Jahr in Gefangenschaft überleben, obwohl ihre natürliche Lebenserwartung zumeist zwischen 8 und 120 Jahren liegt.

Laura Zodrow, Sprecherin des deutschen Tierschutzvereins animal public e.V., der mit an dem Report gearbeitet hat, fordert von den verantwortlichen Politikern aus diesen Erkenntnissen Konsequenzen zu ziehen: „Sowohl in den einzelnen Mitgliedsstaaten, als auch auf EU-Ebene müssen Maßnahmen zur Regulierung des Wildtierhandels ergriffen werden, um bedrohte Arten, die betroffenen Wildtiere, die Gesundheit der Verbraucher und das hiesigen Ökosystem zu schützen.“ Aus Sicht von Zodrow ist ein Verbot des Handels mit Wildfängen ein erster unumgänglicher Schritt.

* ENDCAP (the European network to END the keeping of wild animals in CAPtivity) ist ein informelles Netzwerk europäischer Tierschutzorganisationen und Wildtierexperten die sich gemeinsam gegen die Haltung von wilden Tieren in Gefangenschaft einsetzen. Das Netzwerk wurde 2005 gegründet.

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