Archive for Juni 2010

Missbrauchte Menschenaffen

Dienstag, 29. Juni 2010

In Fernsehsendungen, bei bunten Abenden und Schulfesten werden sie dem zahlenden Publikum präsentiert. Schimpansen, die Lederhosen tragen, Schuhplattler tanzen, Motorrad fahren oder Zigaretten rauchen.

Freiwillig tun die intelligenten Menschenaffen dies nicht. Mit roher Gewalt werden ihnen die sinnlosen Kunststücke beigebracht. Schläge, Tritte und Elektroschocks gehören zu den angewandten Dressurmethoden. Mit einer Eisenkette um den Hals, an einer Leine festgebunden müssen sie dann vor Publikum zeigen was sie gelernt haben. Ihren natürlichen Verhaltensweisen entsprechen die „Kunststücke“ noch nicht einmal annähernd. Und selbst vor den Augen des Publikums werden die Schimpansen gequält. Mit schmerzhaften Kniffen in die empfindlichen Ohren dirigieren die Trainer die Tiere. Für das ahnungslose Publikum sieht dies aus, als würden sie liebevoll über den Kopf der Tiere streicheln.
Aber es sind nicht nur dubiose Schausteller, die die hoch entwickelten Tiere so brutal zu solchen Darbietungen zwingen. Auch „Fernseh-Schimpansen“ ergeht es nicht anders. Verschiedene Augenzeugen wissen von Tritten und Schlägen bei den Dreharbeiten zu der bekannten Fernsehsendung „Unser Charly“ zu berichten. Versteckt aufgenommene Videos beweisen diese Tierquälerei.
Es sind Schimpansenkinder, die für die Auswüchse der Unterhaltungsindustrie herhalten müssen. Sie werden ihren Müttern weggenommen, und gegen Geld in Windeln oder Strampler gepackt von Arm zu Arm gereicht. Auch Fernsehshows nutzen den verkleideten Affennachwuchs gerne um Quote zu machen. Eine schreckliche Tierquälerei! Denn Schimpansenkinder haben das gleiche Bedürfnis nach Liebe, wie Menschenkinder. Sie gehören nicht in Fernsehshows oder auf Volksfeste, sondern in den Arm ihrer Mutter.

In freier Wildbahn leben Schimpansen in den dichten Wäldern und die offenen Savannen Afrikas. Einen großen Teil ihres Tages verbringen sie in den Bäumen, wo sie in selbst gemachten Nestern schlafen, Früchte ernten und aus deren Ästen sie Werkzeug herstellen. Bis zu ihrem vierten Lebensjahr werden Schimpansenkinder  von ihrer Mutter gestillt. Wenn sie größer werden, beginnen sie die Welt zu erkunden und reiten auf dem Rücken ihrer Mutter. Liebevoll kümmern sich die älteren Geschwister um die jüngeren, spielen mit ihnen oder tragen sie umher. Es sind diese familiären Bindungen und die sozialen Erfahrungen der ersten Lebensjahre, die das Verhalten der Tiere prägen.
Den „Show-Schimpansen“ wird all dies, was ein Schimpansenleben ausmacht, vorenthalten. Nur solange sie jung sind, eignen die Tiere sich für die Shows. Sobald sie in die Pubertät kommen, werden sie den Dompteuren zu unberechenbar. Dann werden sie weggesperrt,  in kleinen Käfigen oder alten LKWs. Sie sind erst im Teenageralter, doch sie haben bereits ausgedient. Unbemerkt von der Öffentlichkeit leiden die hoch entwickelten Tiere unter räumlicher Enge, Langeweile und oftmals auch unter Kälte und permanenter Dunkelheit.  Nur zur Zucht werden sie noch gebraucht, denn das Geschäft mit den Affenkindern ist lukrativ.

Machen wir uns nichts vor: Schimpansen in Gefangenschaft zu halten, damit sie im Fernsehen oder anderswo alberne Kunststücke aufführen, die in keinster Weise ihrem natürlichen Verhalten entsprechen, ist immer mit Tierquälerei verbunden.

Das können Sie tun:

  • Boykottieren Sie Fernsehsendungen in denen Menschenaffen auftreten müssen.
  • Schreiben Sie an die Fernsehsender und bitten Sie sie diese Sendungen einzustellen.
  • Informieren Sie ihre Bekannte und Verwandte über das Leiden der „Show-Schimpansen“.
  • Besuchen Sie keine Zirkusse, Tierparks oder Feste, bei denen die Tiere auftreten müssen.
  • Meiden Sie Produkte von Firmen, die für ihre Werbung dressierte Menschenaffen missbrauchen.
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Nach Tigertötung: Bewährungsstrafe für Magdeburger Zoodirektor

Freitag, 18. Juni 2010

Am 17.06.2010 wurden der Magdeburger Zoodirektor Kai Perret sowie Zootierarzt Pierre G., Zoooberinspektor Ortwin K. und Zoobereichsleiter René B. wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu Geldstrafen – ausgesetzt zur Bewährung – verurteilt.

Im Mai 2008 hatten die vier Angeklagten drei Tigerbabys kurz nach der Geburt getötet. Zuvor war durch einen Gentest bekannt geworden, dass der Vater, der Tiger Taskan, kein reinrassiger Sibirischer Tiger ist, sondern unter seinen Vorfahren auch ein Sumatra-Tiger war. Der Zoo begründete die Tötung damit, dass die Tiere für die Erhaltungszucht wertlos gewesen seien und damit Platz blockiert hätten, der für reinerbige Tiere gebraucht werde. animal public erstattete damals  Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Dieses verbietet ein Tier ohne vernünftigen Grund zu töten und dieser war aus Sicht von animal public nicht gegeben.
Nach anfänglichen Ermittlungen wurde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Eine Beschwerde von animal public bei der Generalstaatsanwaltschaft führte zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens und schließlich zur Anklageerhebung.
Jetzt befand das Gericht die Tötung der Tiere als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und verurteilte die Angeklagten. Sollten sie sich innerhalb der Bewährungsfrist von zwei Jahren wieder etwas zu Schulden kommen lassen, müssen sie Geldstrafen von 8100 Euro (Perret), 4500 Euro (Tierarzt) sowie je 3600 Euro (Inspektor und Bereichsleiter) zahlen. Zusätzlich wurden die Angeklagten zu Zahlungen an gemeinnützige Einrichtungen in Höhe von 300 bis 600 Euro verurteilt.
animal public begrüßt das Urteil als wegweisend. Seit Jahren agieren deutsche Zoos unter dem Deckmantel des Artenschutzes wie es ihnen beliebt. Sie züchten bewußt Mischlinge, verkaufen die Nachzuchten an dubiose Tierhändler oder propagieren öffentliche die Tötung überzähliger Tiere. Ob die Zoos überhaupt einen Beitrag zum Artenschutz leisten, wird kaum hinterfragt. Warum züchtet der Magdeburger Zoo Tiger, wenn es keine Auswilderungsprojekte gibt? Welchen Beitrag zur Arterhaltung leistet der Zoo Magdeburg, wenn seine Orang-Utan-Zucht wegen haltungsbedingter Probleme mit zwei toten und einem sterbenskranken Tier endet? Warum verkauft der Zoo Magdeburg 24 Humboldt-Pinguine aus seinem „Arterhaltungszuchtprogramm“ an einen höchst umstrittenen Tierhändler?
In Magdeburg wurde jetzt erstmals das Handeln eines deutschen Zoodirektors kritisch hinterfragt und als gesetzwidrig verurteilt.. Die Tötung der Tiger war tierschutzwidrig und kein Beitrag zum Artenschutz, so das Gericht. Perplex und ohne jegliches Schuldgefühl reagiert der verurteilte Zoodirektor Perret auf den Richterspruch. Einen rabenschwarzen Tag für die Zoolandschaft nannte er das Urteil. Auch wenn das Strafmaß gering erscheinen mag, ist das Urteil von weitreichender Bedeutung. Schiebt es doch der Tötung von Tieren in deutschen Zoos einen Riegel vor und zwingt die Zoo so ihr Zuchtmanagement zu überdenken.

Zahlreiche Medien haben über den Fall berichtet. Einige Medienberichte finden Sie hier:

http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/7419686.html

http://www.sueddeutsche.de/panorama/prozess-gegen-magdeburger-zoodirektor-nicht-reinrassige-tigerbabys-eingeschlaefert-1.961144

http://www.mdr.de/brisant/7419686.html

 

Urteil des Amtsgerichts Magdeburg

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Illegaler Tierhandel in Hamm

Samstag, 12. Juni 2010

12.06.2010 – Seit Jahren kritisiert animal public den Handel mit exotischen Wildtieren bei der „Terraristika“ in Hamm. Die Umstände unter denen die empfindichen Wildtiere verkauft werden entsprechen fast durchgehend noch nicht einmal den Mindestvorgaben der Tierbörsenleitlinien. Trotzdem greifen die zuständigen Veterinäre nicht ein. Bereits 2009 hat animal public daher Fachaufsichtsbeschwerde erstattet.

Wie jetzt ein Journalist enthüllt, gibt es auch im Bereich des Artenschutzvollzugs massive Probleme. Die „Terraristika“ ist unter den Augen der zuständigen Vollzugsbehörden zu einem der größten Umschlagplätze für den illegalen Tierhandel geworden.

Illegalem Tierhandel in Hamm auf der Spur

von David Schraven

Hamm. Laut Ermittlern ist die Messe „Terraristika“ in Hamm einer der größten Umschlagplätze der Welt für illegal gefangene Tiere. Erstmals bieten zwei Strafverfahren Einblicke in ein illegales Netzwerk.

Europas größte Börse für lebende Reptilien in Hamm hat den Charme einer Heimwerker-Messe. Auf der Terraristika in den Zentralhallen werden am Samstag Schildkröten in einer Art Tupper-Dosen gehandelt, dazu seltene Giftschlangen, Salamander und Eidechsen in Plastikschüsselchen. Allesamt freigegeben zur Haltung im heimischen Glascontainer. Doch hinter dieser friedlichen Hobby-Kulisse verbirgt sich nach Recherchen der WAZ einer der größten Umschlagplätze der Welt für illegal gefangene Tiere. Erstmals bieten gleich zwei Strafverfahren gegen Reptilienhändler Einblicke in die bundesweiten Strukturen eines illegalen Netzwerkes rund um die Messe. Die Akten liegen dem Westen vor.

Schildkröte per Internet angeboten

Alles begann scheinbar harmlos im Jahr 2007. Das Regierungspräsidium in Leipzig leitete damals ein Ermittlungsverfahren gegen den Tierhändler Erik N. aus Hamm ein. Dieser hatte über das Internet eine Schildkröte verkauft. Das Tier, eine seltene und streng geschützte Art, kam beim Empfänger verstümmelt an. Vor allem aber die Verkaufspapiere des Tieres machten die Behörde stutzig. Erik N. hatte die Dokumente anscheinend selbst ausgefüllt. Zudem legte er eine Kaufbescheinigung für die geschützte Kröte aus dem polnischen Slubice vor, die offenbar ebenfalls von einem Händler selbst erstellt worden war. Das besondere: Die Vordrucke aus Hamm und aus Polen waren identisch. Bei dem anschließend eingeleiteten Strafverfahren stießen die Ermittler schnell auf eine Gruppe, die seltene Schildkröten aus Sumpfgebieten in Ostdeutschland genauso handelt wie Raritäten aus Madagaskar.

Erik N. selbst ist in dem Strafverfahren eher eine Randfigur. Er lebt auf einem Gehöft in Hamm. In insgesamt 20 Fällen hat er seine Pleite erklärt. Nach Erkenntnissen der Strafbehörden soll er seinen Unterhalt zu einem Großteil über schwarze Geschäfte mit illegalen Tieren bestreiten. Besonders seltene Arten erzielen Stückpreise von mehreren tausend Euro.

Von Erik N. führte die Spur weiter zu seinem Geschäftspartner Stefan R.. Dieser ebenfalls aus Hamm stammende Artenhändler hat gleich tausende geschützte Tiere verkauft, er gilt den Ermittlern als ein Kopf der Bande. Aus Ermittlungen der Steuerfahndung geht hervor, dass Stefan R. einen regelmäßigen Umsatz neben seinem Job als Versicherungsagent von weit über 50 000 Euro im Jahr eingefahren haben soll. Dabei gibt es eine hohe Dunkelziffer, da nur ein Bruchteil der tatsächlichen Verkäufe nachvollzogen werden konnte.

Wie die Ermittler weiter herausfanden, soll sich Stefan R. auf ein Netzwerk an Helfern in ganz Deutschland gestützt haben. Diese Männer hätten für Stefan R. die geschützten Arten in Sümpfen und Bergen gesucht und sie gegen Bares abgeliefert.

Besonders im Vorfeld der Terraristika hätten die Leitungen im Netzwerk zu glühen begonnen, heißt es. So habe Stefan R. beispielsweise seine Helfer gedrängt, möglichst zügig Sumpfschildkröten aus den Brandenburger Seen zu besorgen, sagen Ermittler. Stefan R. hatte regelmäßig einen Verkaufsstand auf der Messe.

Spuren der Dokumente führen ins Rathaus

Um die nötigen Papiere habe sich Stefan R. keine Sorgen machen müssen, heißt es weiter. Die Spuren der Dokumente führen nach Angaben der Ermittler direkt ins Rathaus Hamm. Immer wieder seien im Verfahren Handelsgenehmigungen für die illegal gefangenen Tiere aufgetaucht, die die Unterschrift eines Mitarbeiters im dortigen Umweltamt tragen.

Ermittler sprechen davon, dass Hunderte dieser Blankoschreiben in der Szene kursieren würden. Der Trick ist dabei einfach: Wenn jemand ein illegal gefangenes Tier handeln will, muss er nur die Daten des Reptils in die Blanko-Bescheinigung eintragen und kann es danach nahezu frei verkaufen, sagen die Ermittler. Der Nachweis, dass es sich um geschützte Schildkröten aus der Natur handele, sei dann nur noch schwer zu führen. Die Behörden in Hamm sagen, ihnen seien die zweifelhaften Bescheinigungen nicht bekannt.

Stefan R. widerspricht auf Anfrage allen Vorwürfen. Er habe noch nie illegal gefangene Tiere gehandelt, alle Arten stammten aus seiner eigenen Zucht, zudem fertige er auch selbst die Papiere für seine Tiere aus und lasse diese vom Umweltamt Hamm bestätigen. Zuletzt gebe es auch kein Netzwerk, mit dem er kooperiert.

Wie dem auch sei: die Ermittler rechnen mit einer Anklage gegen Stefan R. in den kommenden Monaten. Gegen Erik N. soll noch in diesem Monat der Prozess beginnen.

Im Kern dreht sich laut Ermittler alles um die Messe in Hamm. Männer wie Stefan R würden sich mit ihren Käufern über das Internet verabreden.

Razzia der Zollfahnder

„Als Übergabeort der Tiere und des Geldes werden regelmäßig Orte in und um die Messe vereinbart“, sagt ein Beamter. „Hamm ist das größte Einfallstor in Europa für illegalen Tierhandel.“ Selbst die Stadt Hamm bestätigt, dass in Einzelfällen illegale Tiere auf der Messe beschlagnahmt worden seien. Trotzdem kann die Messe fortgeführt werden. Ein Sprecher der Stadt Hamm sagte, die Kontrolle der Messe sei ständig gewährleistet.

Doch offenbar stimmt das nicht so ganz. Aus einem internen Vermerk geht hervor, dass Maßnahmen gegen den illegalen Handel auf der Messe schon von den Behörden blockiert wurden. So verabredeten sich im Frühjahr 2008 Zollfahnder mit dem Bundesamt für Naturschutz zu einer Razzia in Hamm. Allerdings wurde der Einsatz überraschend gestoppt.

Die Umweltschützer aus dem Hammer Rathaus hätten alles im Griff, hieß es von oben.

Quelle: http://www.derwesten.de/nachrichten/Illegalem-Tierhandel-in-Hamm-auf-der-Spur-id3067285.html

 

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Schießtourismus – Abart einer blühenden Industrie

Donnerstag, 10. Juni 2010

Die Zahl der Hobbyjäger, die ihre Jagdfantasien im Ausland ausleben, wächst ständig. Sei es, weil sie in den heimatlichen Revieren nicht recht zu Schuss kommen – oder sei es, weil sie einfach mal ohne Einschränkung draufhalten wollen auf alles, was da kreucht und fleucht. So hehre Begriffe wie Hege, jagdlicher Anstand, Waidgerechtigkeit sind schnell vergessen, wenn es gilt Beute zu machen – um jeden Preis.

Quelle: grefe-jagdreisen.de

Auch – und besonders gern auf Tierarten, die hier unter strengem Schutz stehen. Wo kann man den sonst ohne Skrupel aus dem Vollen schöpfen, zielen und schießen bis die Schulter schmerzt? 80 „Stück“ Flugwild – Enten, Fasane und Rothühner in Spanien, 10 Wildschweine an einem Tag in der Türkei, mein Gott, was soll’s. Jagdethik, was ist das? Diana lacht sich kaputt. Überhaupt Frauen. Sie machen da selten mit. Zwar treten sie manchmal als nicht schießende Begleitpersonen auf, sind aber selbst in dieser Funktion nicht besonders gern gesehen. Die Machos möchten unter sich sein.

Manchen Hobbyjägern geht’s um Masse – vielen jedoch um Klasse. Denn weitaus die meisten  möchten einmal im Jahr oder einmal im Leben – je nach Finanzlage – einen rekordverdächtigen „Trophäenträger“ ums Leben bringen. Und da nun erfahrungsgemäß die Trophäengeilheit mit dem Alter wächst – offenbar zieht sie mit dem Einkommen gleich – müssen sich Jagdreiseveranstalter schon etwas einfallen lassen, damit die oft etwas kurzatmigen  Devisen-Bringer aus Deutschland auch garantiert zu Schuss kommen. Viele Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, jede Art von Jägerträumen zu erfüllen. Entspannung nach anstrengendem Jagdtag
inbegriffen.

Quelle: adlertours.deAlaska, Afrika, Australien – die Passion führt deutsche Hobbyjäger um den ganzen Erdball. Sie reisen um zu töten und betrachten die letzten Wildnisgebiete der Erde als Schießbude, die man plündern kann, solange der Einsatz reicht. Das Angebot ist riesig und wächst ständig. Die einschlägigen Jagdmagazine sind voll davon und das Internet bietet Schießtouristikunternehmen eine optimale Plattform. Und offenbar werden es immer mehr, die sich vom Jagdreisefieber anstecken lassen, um später auf ihrer Homepage in bewährter Jägerlyrik ihre reich bebilderten Jagdabenteuer zum Besten zu geben.

Ich habe in der letzten Zeit hunderte von Fotos betrachtet, die alle das gleiche zeigen: einen Mann, seine Waffe, ein totes Wildtier. Und immer, wirklich immer, wird das Tier so drapiert, dass es lebendig wirkt. Den Kopf gestützt, ohne Blut, ohne Verletzungen. Der daneben kniende Erleger hat stets eine Hand besitzergreifend auf der Tierleiche und lacht. Immer wieder dieses Lachen! Eine Obszönität!

Der Jagdreisemarkt jedenfalls boomt und brummt. Vermutlich gibt es kaum ein Fleckchen Erde, wo Wildtiere vor der Trophäengier der Auslandsjäger  sicher sind. Schon einige wenige Beispiele aus dem vielfältigen, nahezu unüberschaubaren Angebot können das verdeutlichen. Richten wir uns also gedanklich auf eine Weltreise ein, die eine lange Blutspur hinterlässt. Starten wir in Europa:

In Estland wird der Braunbär über 200 kg für 3.900,00 EURO angepriesen. Empfehlenswert seien auch die Bockjagden von Juni bis August und die gut organisierten Winterjagden auf Wolf, Luchs und Schwarzwild. Wenn es ein wenig größer und teurer sein darf, schießt Mann in Rumänien den Braunbären mit 350 CIC-Punkten für  5.000,00 EURO. („CIC“ ist die franz. Abkürzung für
den Internationalen Jagdrat, der ein System der Trophäenbewertung nach Punkten eingeführt hat.) Es fehlt auch nicht der Hinweis des Jagdausstatters, dass Bärentrophäen  mittlerweile wieder eingeführt werden dürfen. Pro Saison kämen etwa 120 Braunbären bei Einzeljagden und Drückjagden (kombiniert mit Schwarzwild) zur Strecke. Kapitale Trophäen über 400 CIC-Punkte seien keine Seltenheit. Kleine Anmerkung am Rande: Als Trophäe gilt das Fell des Bären, der Schädel sowie – man höre und staune, der Penisknochen!

In Russland ist der Wildbestand ausgezeichnet. Auerhahn, Birkhahn und Haselhahn gibt es in allen Revierteilen, lockt ein Outfitter jene Hobbyjäger, die endlich mal auf Vögel anlegen wollen, die zu Hause unter strengem Schutz stehen. Das 10-Tage-Jagdprogramm Bärenjagd am Haferfeld  kostet hier 2.850,00 EURO und das  10-Tage-Jagdprogramm Auer- , Birkhahn, Schnepfe und Bärenjagd im Frühjahr ist für 3.500,00 zu haben.
In Kasachstan  bietet eine Jagdzeitschrift ein wirkliches Schnäppchen als Leserreise an: die Brunftjagd auf Maral. (Der Maral ist eine Unterart des Rothirschs – sehr groß, mit stark entwickeltem und verzweigtem Geweih, selten, begehrt und daher teuer.)

Die Brunftjagd in der goldenen Herbstzeit ist besonders spektakulär, schwärmt das Magazin, die gewaltigen Trophäen erreichen durchschnittliche Gewichte von 12 Kilogramm.  Und weiter im Text – neben dem Foto des toten Tieres, heißt es salopp und unverblümt:  Wenn Sie sich vorstellen können, dass solch eine Maraltrophäe sich auch prima an ihrer Wand machen würde, dann kommen Sie doch einfach mit nach Kasachstan! Die Chancen stehen gut. Auch in der Mongolei: Erfolgsquote auf Steinbock und Maral 100 %. Viele Steinbockjäger konnten sogar 2 Trophäenträger zur Strecke bringen. Im Niederaltai haben auch körperlich weniger belastbare Jäger die Möglichkeit einen Steinbock zu erlegen, so steht’s im Angebot eines Jagdreiseunternehmens. Ja, wer sagt es denn? Und das 12-Tage-Jagdprogramm inkl. Gobi-Argali (ein seltenes Wildschaf)  u. Steinbock kostet hier nur schlappe 30.000 EURO.

Und jetzt jetten wir nach Kanada: InBritish Columbia gibt es die 10-Tage-Frühjahrsjagd für einen Jäger mit einem Jagdführer inkl. Grizzly für US$ 12.500,00 oder die 10-Tage-Jagd auf Grizzly, Elch, Schwarzbär, Wolf und Coyote inkl. Elch für 2 Jäger mit einem Jagdführer für Can$ 9.500,00. Im Yukon wird die 8-Tage-Winterjagd auf  Bison & Wolf für US$ 6.500,00 angeboten. Als Zuschlag ist der Abschuß von Schwarzbär, Wolf und Vielfraß  bei allen Herbstjagden kostenlos! Kanada/Northwest Territories: Ein Outfitter schreibt und macht es dringlich: Bis heute haben ausnahmslos alle unserer Jäger das gebuchte Wild zur Strecke gebracht und die Jagd höchst positiv beurteilt. Der Polarbär, von den Eskimos Nanook genannt, ist eine der begehrtesten Trophäen der Welt. Die wenigen Lizenzen sind immer sehr frühzeitig vergeben. Vorausbuchungsfristen von 2-3 Jahren sind daher keine Seltenheit. Das 12-Tage-Jagdprogramm auf Basis 1 Jäger und 2 Guides  inkl. Polarbär kostet bei ihm US$ 20.500,00

Ein Glücklicher hat wohl ein lizenziertes Exemplar ergattert und berichtet begeistert über sein größtes Jagdabenteuer, nachzulesen in der Juli Ausgabe eines Jagd-Magazins. Hier nur ein kurzer Auszug: Immer näher rückte der Schlitten auf, und schließlich stellte sich der Bär auf einen hohen Eisturm und schaute sich um. In aller Hast nahm ich die Waffe aus dem Futteral, in dem sie zum Schutz aufbewahrt worden war. Voller Jagdfieber schoß ich mit dem ersten Schuss den Bären etwas weich. (ETWAS WEICH!) Schnell repetierte ich durch und, bevor sich der Bär abwenden konnte, beendete ein zweiter Schuss die Jagd. Ein Neun-Fuß-Bär lag vor mir. Ein Jagdtraum hatte sich erfüllt.

Quelle: adlertours.deJenseits von Europa zieht  Afrika  zwischen Kamerun und dem Kap weitaus die meisten Auslandsjäger an. Afrika ist immer noch der Kontinent der Sehnsucht aller White Hunters, die es darauf anlegen, wenigstens einen der berühmten „Big Five“ (das sind Büffel, Elefant, Leopard, Löwe, Nashorn) zu töten. Ihr Traumland ist nach wie vor Namibia – oder „Deutsch-Südwest“, wie es in gewissen Kreisen immer noch genannt wird. Nach der Jagdstatistik Namibias stellen Jäger aus Deutschland das Gros der Schießtouristen. (2001: 2256) . Dass nur erstklassigen deutschsprachige Berufsjäger die Jagdgäste führen dürfen, ist wohl selbstverständlich. Zum Beispiel auf Leopard. Er ist durchaus erschwinglich und kostet 2.200,00 EURO. Wer sich nicht vorstellen kann, was der Erleger mit dem toten Leoparden anfangen will, dem hilft ein „Hunter’s Guide“ auf die Sprünge: Seine Decke, der Schädel sowie die im Muskelfleisch eingebetteten Schlüsselbeinknöchelchen (sog. floating bones) gelten als Jagdtrophäe. Große männliche Leoparden werden zunehmend stehend in Lebensgröße präpariert, kleinere Exemplare sehen sitzend auf einem Ast am allerbesten aus.

Da haben wir es wieder: Die toten Tiere sollen aussehen als lebten sie noch!

Nach der Jagdstatistik 2001 wurden in Namibia 67 Leoparden, 93 Geparden und 74 Schabrackenschakale von ausländischen Jägern getötet.  Botswana:  Ausnahmslos alle unsere Jäger waren bisher hochzufrieden und hatten eine Erfolgsquote von 100 % auf das gebuchte Wild. Botswana ist die erste Adresse für kapitale Elefanten. Die besten Trophäen liegen bei ca. 90 Pfund. Eine Jagd in Botswana ist zwar nicht gerade billig, aber dafür vom Feinsten, lockt ein Jagdausstatter und preist natürlich das Elfenbein-Gewicht der Stoßzähne an. Bei ihm kann man buchen:

Elefant: Lizenz US$ 5.000, Abschuss 18.000 US$

oder

14-Tage-Spezial-Safari inkl. Leopard und Büffel
US$ 19.950,00

14-Tage-Spezial-Safari inkl. Elefant US$ 29.950,00

Ja, es stimmt schon, auf der Wunschliste der Schießtouristen ganz oben – als größte Herausforderung mit dem stärksten Nervenkitzel – steht nach wie vor der Elefant. Und weil es für viele Menschen unbegreiflich ist, dass es in unseren Breiten Männer gibt, die sich nichts Schöneres vorstellen können als für ein paar Tage nach Afrika zu fliegen, um einen dieser grauen Riesen umzubringen, sollten wir uns hier ein wenig aufhalten und ins Detail gehen:

Einer, der genau weiß, wie man Elefanten tötet, schreibt: Frontale Gehirnschüsse sind eigentlich recht einfach. Doch spielen die Nerven dem Schützen bei diesem Schusswinkel häufig einen Streich. Grundsätzlich bleibt man oberhalb des auslaufenden Jochbeinknochens und unterhalb des Knorpelwulstes, der den Ohrschlitz anzeigt und schießt genau in die Mitte des Kopfes (Augen beachten). Trifft man den Elefanten um die Mittagszeit an, wenn er im Schatten döst, so hängt der Kopf normalerweise entspannt herab. In diesem Fall ist der Haltepunkt zwischen dem Jochbeinknochen und dem Knorpelwulst des Ohres mindestens 30 Zentimeter oberhalb der Augen. Ist der Elefant aufmerksam, so wird er wahrscheinlich mit erhobenem Kopf in Richtung des Schützen sichern.
Das ist eine klassische Situation, und der Schusswinkel liegt zwischen Jochbeinknochen und Körperwulst, genau zwischen den Augen. 
(…) Und so geht es seitenlang weiter.

Einer seiner Kunden hat die Lektion gelernt. Er berichtet: Der Bulle war noch etwa 100 Meter entfernt, als der Wind drehte. Der Elefant war auf 80 Meter an uns herangekommen, als er ruckartig abdrehte und den Rüssel in den Wind hob. Sofort schickte ich ihm, am Baum angestrichen, das 400 Grains schwere Solid-Geschoß von Barnes aufs Blatt. Gleich darauf schoss auch Denker aus seiner .404 Jeffery. Als er seinen Kopf kurz drehte, schickte ich ihm ein zweites Solid in den Ohrschlitz. Wie vom Blitz getroffen brach der alte Bulle zusammen. Wir sausten nun zum Elefanten und traten von hinten an ihn heran. Ein weiterer Fangschuss war nicht mehr notwendig, denn das Leben war aus dem Bullen. Am nächsten Morgen begannen die Skinner, die Stoßzähne vorsichtig aus dem Schädel zu arbeiten. Nach zwei Tagen hatten sie es geschafft. Die Stoßzähne übertrafen unsere kühnsten Erwartungen.

Zweifellos werden die hochpassionierte Auslandsjäger das obskure Objekt ihrer Begierde, die Trophäe, mit nach Hause bringen wollen. In der Regel könne sie das auch, wenn sie einige Formalien beachten. Für die Einfuhr von Jagdtrophäen gelten Ausnahmeregelungen – selbst wenn sie von Tierarten stammen, die im Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA oder engl. CITES) aufgelistet sind und zur höchsten Schutzkategorie gehören. Dafür hat die einflussreiche Jagdlobby schon gesorgt! Jagdtrophäen werden nämlich wie persönliche Gebrauchsgegenstände behandelt und benötigen lediglich eine Einfuhrgenehmigung, die das Bundesamt für Naturschutz  meistens auch ausstellt. Und solange unsere Bundesregierung auch Schießtourismusprojekte als sog. Entwicklungshilfe in Afrika unterstützt, sie als nachhaltige deklariert und dafür finanzielle Mittel bereit stellt, solange wird sich daran sicherlich nichts ändern.

Und in der Tat gibt es ein paar schlagende Begriffe, Zauberworten gleich, die Trophäenjäger für sich in Anspruch nehmen, um sich als Musterknaben mit gutem Gewissen darzustellen. So  suggeriert z.B. der Safari Club International (SCI), der Zusammenschluss der Auslandsjäger, dass jeder Schuss, den sie auf die herrlichsten Wildtiere in den entlegensten Regionen der Erde abgeben, ein Beitrag zum Artenschutz sei. Verteidiger der Auslandsjagd gebrauchen nämlich gerne Schlagworte wie nachhaltige Nutzung, use it or lose it, if it pays it stays oder auch schützen durch nützen. Diese Begriffe, die in der Regel synonym verwendet werden, sind zwar in aller Munde, aber kaum jemand kann oder will sie exakt definieren. Sie sind eher Worthülsen oder Sprechblasen und so unbestimmt und schwammig, dass  jeder darunter das verstehen kann, was ihm in den Kram passt.

Wenn wir der Jägerbehauptung Glauben schenken, so gehört die Trophäenjagd per se zur vielzitierten nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen, denn angeblich fördert sie:

  • die überaus lukrative Nutzung von Wildtieren,
  • den Erhalt naturnaher Lebensräume, weil Auslandsjäger eine möglichst unberührte Naturlandschaft erwarten,
  • den Anreiz, Wildtieren einen Wert zu geben sowie die Akzeptanz für ihren Schutz,
  • Einkommensquellen und Arbeitsplätze für die ortsansässigen Menschen, (die übrigens nicht selten noch als „Eingeborene“ tituliert werden.)

Natürlich sind das nur Scheinargumente, die Kritiker und Gegner der Trophäenjagd nicht überzeugen können. Jeder einzelne Punkt trifft nämlich genau so für den Natur- und Fototourismus zu, der in der Tat „nachhaltig“ im Sinne von unschädlich, schonend, langlebig und sozialverträglich ist. Dagegen hält der Jagdtourismus einer genaueren Überprüfung nicht stand und erweist sich als schädlich und alles andere als „nachhaltig“ für Mensch, Tier und Natur. Einige Beispiele:

  • Zur Sicherung des Tierbestands in den meisten betroffenen Regionen erfolgen lediglich rein numerische Bestandserhebungen. Über einen längeren Zeitraum gesicherten Daten existieren nicht
  • Es werden nicht selten auch ortsfremde, jagdlich interessante Arten angesiedelt.
  • Es wird jagdbegleitende Prädatorenbekämpfung betrieben, in dem z.B. Wölfe getötet werden, um größere Bestände von Huftieren für Auslandsjäger zu erzielen
  • Der Eingriff in das Geschlechterverhältnis, die Sozial- und Altersstruktur der bejagten Tierarten ist äußerst problematisch, weil es sich bei den „Tophäenträgern“ meist um alte und erfahrene männliche Tiere handelt. Sie sind ja nicht umsonst alt und erfahren geworden.
  • Die wenigen, von Jägerseite immer wieder als erfolgreich zitierten Vorzeigeprojekte wie CAMPFIRE in Simbabwe halten sich nicht aus eigener Kraft und arbeiten nach Jahren, besser Jahrzehnten, immer noch nicht rentabel.
  • Weiße Trophenjäger vermitteln der ortsansässigen Bevölkerung ein unethisches, verächtliches und brutales Bild im Umgang mit Tieren und Natur und nehmen keine Rücksicht auf deren Tradition und religiösen Gefühle.
  • Und – wie könnte es anders sein, den Reibach macht nach wie vor die  weiße Tourismusindustrie bzw. die oft korrupte Oberschicht der Jagdlandes.

So kommt denn auch das Bundesamt für Naturschutz, das  nicht im Verdacht steht, jagdfeindlich zu sein, in seinem Positionspapier zur Trophäenjagd auf gefährdete Arten im Ausland zu dem Schluss:

Nicht ganz so eindeutig, wie vielfach dargestellt, sind hingegen die wirtschaftlichen Vorteile der als lukrativ angesehenen Trophäenjagd im Vergleich zum Fototourismus einzuschätzen, zumal belastbare Zahlen zu Aufwendung für Infrastruktur, Einkommensmöglichkeiten für den Staat und die unmittelbar betroffene, einheimische Bevölkerung nicht verfügbar sind.

Na bitte!

Akzeptabel für Tiere und Natur kann demnach nur die Jagd mit der Kamera sein. Für den Natur- und Fototourismus muss kein Tier sterben. Im Gegenteil – dazu sollte es höchst lebendig, gesund und munter bleiben. So lässt es sich 1000fach „nutzen“. Als wunderbares Naturerlebnis, das viele Menschen als Trophäe im Kopf, im Herzen und vielleicht noch als Erinnerungsfoto mit nach Hause nehmen können – ohne eine Blutspur hinter sich her zu ziehen.

 

Quellen:

www.google.de/Auslandsjagd

Jäger 7/2003

BfN Positionspapier zur Trophäenjagd auf gefährdete Arten im Ausland

Jagen Weltweit (div. Ausgaben)

Hunter’s Guide 2

Original-Zitate wurden kursiv gesetzt

 

Text: Karin Hutter

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Wie edel ist der Pelz?

Mittwoch, 09. Juni 2010

Pelz stammt von toten Tieren, soviel ist klar. Aber welches Leid es für die Tiere bedeutet ein Felllieferant zu sein ist vielen Menschen nicht klar. animal public hat recherchiert.

Pelztierzucht

Nach Angabe des Deutschen Pelzinstituts stammen über 80 Prozent aller Pelze aus der Pelztierzucht. Tiere, wie Nerze, Füchse, Nutrias und Marderhunde werden massenhaft für die Pelzindustrie gezüchtet. „Ein besonderer Vorteil der Zucht ist es, durch Mutation die Vielfalt der Edelpelztierfelle zu erhöhen und der modischen Entwicklung neue Impulse zu geben“, heißt es in einem Fachbuch über Pelztierzucht. Allein in der EU werden jedes Jahr über 32 Millionen Füchse und Nerze für die Pelzgewinnung gezüchtet. In Deutschland gibt es noch 6 Pelztierfarmen, auf denen jeweils einige Tausend Nerze auf engstem Raum gehalten und nach nur wenigen Lebensmonaten mit Autoabgasen getötet werden.

Nerzen, die in Freiheit ein Revier von ca. 20 km²; durchstreifen werden in den Zuchtfarmen in kleine Drahtgitterkäfige gepfercht. In freier Wildbahn verbringen sie einen Großteil ihres Lebens im und am Wasser. Dort bauen sie Nester und Wohnhöhlen, jagen im Wasser und in Ufernähe und brauchen es vor allem im Sommer, um sich abzukühlen. Zwischen den Zehen haben sie sogar kleine Schwimmhäute. In den Pelzfarmen leben sie auf einem Drahtgittergeflecht, bekommen Wasser nur aus einer Nippeltränke.

Dass den natürlichen Bedürfnissen der Tiere in der Pelztierzucht keine Rechnung getragen wird, hat Folgen. Viele Nerze laufen Stunde um Stunde monoton im Kreis oder hüpfen immer wieder an ein und derselben Stelle am Gitter hoch. Dies ist für die lauffreudigen Tiere die einzig mögliche Form der Beschäftigung um der Langeweile zu entkommen. In der Fachsprache nennt man das Stereotypien oder Hospitalismus. Eine holländische Studie belegt, dass etwa 70% aller Nerze in Pelztierzuchten daran leiden.

Häufig ist in Pelzfarmen zu beobachten, dass sich Nerze selbst verstümmeln oder ihre Artgenossen angreifen und ernsthaft verletzen. Das führt dazu, dass manche Tiere keinen Schwanz mehr haben, ihnen eine Pfote fehlt oder dass sie sogar an den Folgen der Verletzungen sterben. Der Grund dafür ist eine weitere Verhaltensstörung – Kannibalismus. Die Tiere können in den kleinen Käfigen keine ihrer natürlichen Verhaltensweisen ausleben, dies führt zu Frustrationen, die die Tiere aggressiv werden lassen. Das kann so weit gehen, dass Muttertiere ihre lebenden Jungen auffressen.

Für animal public sind allein diese Umstände Beleg genug, dass die Pelztierzüchter gegen §2 Abs. 2 des Tierschutzgesetzes verstoßen. Dieser besagt, „Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden“. Zur gleichen Erkenntnis kamen die hessische und bayerische Landesregierung, die Aufgrund einer Studie der Universität Gießen, in ihren Ländern diese Form der Käfighaltung von Nerzen untersagten.

Bereits 2006 wurde auch der Bundesrat aktiv und beschloss eine neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung („Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung“), die auch bessere Haltungsbedingungen für Tiere auf Pelztierfarmen festschreibt. Demnach muss z.B. einem Nerz mindestens 1 m² Platz zur Verfügung stehen.

Den Betreibern wurde für die Umsetzung der neuen Haltungsvorgaben eine Übergangsfrist von fünf Jahren, bis zum 11.12.2011, eingeräumt. Doch vollständig umgesetzt hat sie bisher kein Züchter. Viele schlossen nach Ablauf der Frist ihre Farmen, andere betreiben sie weiter und klagen gegen die neuen Tierschutzvorgaben. Damit scheiterten sie bereits vor den Amtsgerichten in Schleswig, Düsseldorf, Münster und Greifswald.

Im Dezember 2014 urteilte jedoch das Oberverwaltungsgericht Schleswig, zum Erstaunen vieler Juristen, dass die hohen Anforderungen an die Haltung von Nerzen in der neuen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, einem Berufsverbot gleichkämen. Dies hätte, so das Gericht, nicht in Form einer Verordnung geschehen dürfen, sondern nur durch ein Gesetz, welches auch den Bundestag hätte passieren müssen.

Eine eben solche Gesetzesänderung beschloss daraufhin im Sommer 2015 der Bundesrat, auf Antrag der GRÜN regierten Länder Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Nun ist es an der Bundesregierung endlich aktiv zu werden.

In Österreich gibt es schon seit 1998 keine Käfighaltung von Nerzen und Füchsen mehr, da die Tiere dort nicht als domestizierte Haustiere oder landwirtschaftliche Nutztiere, sondern als Wildtiere gelten. Diese Auffassung vertritt auch der Facharzt für Zoo- und Wildtiere, Dr. Ruempler, in einem Offizialgutachten für die Staatsanwaltschaft Köln: dass „[…] in Intensivhaltung gezüchteten Nerze keine Haustiere sind. Für Wildtiere im zoologischen Sinne kann eine Käfig-Intensivhaltung keineswegs als adäquat bzw. tiergerecht angesehen werden.“

Neben den großen Zuchtfarmen für Nerze gibt es in Deutschland unzählige kleine Hobbypelztierzuchten. In Dachböden, Kellern, Garagen und Schrebergärten werden Kaninchen, Eichhörnchen und Chinchillas gezüchtet. Ein Chinchillapelz gilt als die „Krone der Eleganz“. Dies hat dazu geführt, dass die springfreudigen Tiere in ihrer Heimat, den Andenregionen Südamerikas, nahezu ausgerottet wurden. Deshalb versucht man sie in Käfigen zu züchten. Bis Anfang der 90 Jahre warben viele Chinchillahändler über Zeitungsanzeigen neue Hobbyzüchter. Ihnen wurde eine Zuchtgruppe und Käfige zusammen mit dem Versprechen verkauft, die Jungtiere zurückzukaufen. Es wurde garantiert, dass sich ihre Investition innerhalb von 5 Jahren verzehnfacht. Dies stellte sich zumeist als unmöglich heraus, denn Chinchillas sind sehr empfindlich. Sie vertragen weder Luftzug, noch zu hohe oder zu niedrige Temperaturen. Todesraten von bis zu 50% sind keine Seltenheit. So kam es dazu, dass sich Mitte der 90 Jahre zahlreiche Chinchillahändler wegen Betruges vor Gericht verantworten mussten – und verurteilt wurden. Trotzdem gibt es in Deutschland noch immer viele private Chinchillazuchten. Wie viele es genau sind, ist unbekannt, denn die so genannten Hobbyzuchten brauchen keine Genehmigung.

Fallenjagd

Gemäß des Deutschen Pelzinstituts stammen etwa 15 Prozent der Tiere, die jährlich für die Fellgewinnung getötet werden aus der freien Wildbahn. Viele von ihnen werden mit Fallen gefangen. Die Pelzindustrie spricht in diesem Zusammenhang von einer notwendigen Begrenzung von Tierpopulationen. Durch das Eingreifen des Menschen in die Natur sollen die Tierbestände reguliert werden, um den Ackerbau, Kulturlandschaften und die Ernte vor „Schädlingen“ zu schützen. Erstaunlich ist aber, dass einerseits Beutegreifer, wie z.B. der Fuchs und auf der anderen Seite Beutetiere, wie z.B. Kaninchen als „Schädling“ gefangen werden und somit die der Natur eigenen Mechanismen der Bestandsregulierung außer Kraft gesetzt werden. Die Populationsdichte der Beutetiere und Beutegreifer hängen voneinander ab. In einem gesunden Naturkreislauf regulieren sie sich gegenseitig. Da Beutegreifer gerade kranke und alte Tiere erbeuten, sichern sie das Überleben eines gesunden Tierbestands. Andererseits reguliert die Anzahl der Beutetiere die der Beutegreifer. Jagdwissenschaftler haben herausgefunden, dass es immer dann, wenn die Anzahl der Beutetiere sinkt, zu einer stressbedingten Selbstregulation der Beutegreifer kommt. Dieses komplexe System kann nicht durch die Fallenjagd ersetzt werden. Vor allem weil Fallen wahllos fangen. Es kann also in keiner Weise von einer gezielten Populationsregulation die Rede sein.

In Deutschland wird die Fallenjagd vom Jagdrecht geregelt, welches von Bundesland zu Bundesland variiert. Generell zulässig sind nur Fallen, die sofort töten oder die Tiere unversehrt fangen. In der Praxis ist dies nicht möglich. Die Totschlagfalle tötet ein Tier nur dann sofort, wenn die Größe des Tieres zur Falle passt und es im richtigen Winkel hinein läuft. Dies passiert nur in 15% aller Fälle. Häufiger kommt es vor, dass eine Fuchsfalle einem Marder das Hinterteil zerquetscht oder eine Marderfalle einem Fuchs die Schnauze einklemmt und die Tiere langsam verbluten. Auch kann es passieren, dass sich ein Tier mit schweren Verletzungen aus einer Falle befreien kann und dann irgendwo im Unterholz an den Verletzungen stirbt. Eine Untersuchung aus dem Jahr 1991 belegt, dass sich ca. 20.000 Füchse mit schweren Laufverletzungen aus Fallen befreien konnten.

Was bei uns verboten ist, ist in anderen Ländern noch massenhaft in Gebrauch – Leghold-Traps oder zu Deutsch Tellereisen. Das sind Fallen, die wie der Name schon sagt, die Tiere am Bein festhalten, bis der Jäger eintrifft. Diese Fangmethode ist in den Augen der Tierschützer besonders grausam, da Beinbrüche, Bänderrisse und Wunden die Regel und nicht die Ausnahme sind. Aufgrund der massiven Proteste von Tierschützern wollte die EU 1991 eine Verordnung erlassen, die die Einfuhr von Pelzen bestimmter Tierarten aus Ländern, in denen Tellereisen verwendet werden, verbietet. Die so genannte Tellereisenverordnung trat Aufgrund des Drucks der Hauptproduktionsländer, den USA, Kanada und Russland nicht wie vorgesehen in Kraft. Stattdessen schloss die EU 1997 mit diesen Ländern ein Abkommen, dass den Ländern eine Frist von fünf Jahren zur Erforschung von „humanen“ Fallen einräumt. Danach verbleiben ihnen weitere drei Jahre, um diese Fangmethoden in die Praxis umzusetzen. Neben den langen Übergangsfristen ist auch der Inhalt des Übereinkommens für die Tierschützer ein Schlag ins Gesicht. Fallen, die fünf Minuten brauchen um ein Tier zu töten werden als human deklariert.

Nirgendwo werden mehr Wildtiere wegen ihres Pelzes gefangen und getötet als in Nordamerika, Kanada und Russland. Schätzungsweise bis zu 90% der Tiere werden mit einer Falle gefangen. In vielen Fällen immer noch mit Tellereisen, weil sie den wichtigen „Rohstoff“, den Pelz nicht beschädigen. Da die Tiere nur an einer Pfote festgehalten werden, bleibt ihr Fell unversehrt. Eingequetscht zwischen zwei Metallbügeln versuchen die Tiere in Todesangst sich zu befreien. Ein Martyrium, das sich über Tage hinziehen kann. Zumeist kontrollieren die Trapper ihre Fallen noch nicht einmal alle 24 Stunden und selbst wenn sie dies täten, leiden die Tiere zwischen drei und dreizehneinhalb Stunden in der Falle. Dies haben Studien mit Zeitmessern ergeben. Selbst die Trapper bestätigen dies. So berichtet ein Trapper, dass er bei der Kontrolle seiner Fallen oft Pfoten in einer Blutlache fand, die die Tiere sich abgebissen hatten um zu flüchten oder dass er nur noch einen Kadaver vorfand. Dass dies nur selten geschieht hält er für unrealistisch, nach seiner Schätzung passiert es in 50% aller Fälle.

Es gibt keinen vernünftigen Grund echten Pelz zu tragen, für dessen Produktion Tiere leiden und sterben mussten. Dieser Ansicht ist auch Umfragen zu Folge die Mehrheit der deutschen Bürger. Trotzdem ist echter Pelz noch immer im Sortiment vieler Modehäuser zu finden – als Besatz am Kragen, den Ärmeln oder der Mütze. So versucht die Pelzindustrie verlorene Absatzmärkte durch die Hintertür zurückzuerobern.

So erkennen Sie echten Pelz:

Seit 2012 gibt es die neue Europäische Textil- Kennzeichnungsverordnung. Wenn ein Kleidungsstück aus tierischen Produkten besteht, muss dies gekennzeichnet werden. Auf dem Etikett steht dann: enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs.

Steht es nicht im Etikett, kann leider dennoch Echtpelz enthalten sein. Manche Tiere werden verarbeitet und als Kunstpelz deklariert, da die Massenzucht – z.B. in China – billiger ist als echt wirkender, hochwertiger Kunstpelz.

So können Sie helfen:

  • Boykottieren Sie Firmen die Pelze verkaufen
  • Schreiben Sie diesen Unternehmen und fordern Sie sie auf die Pelze aus ihrem Sortiment zu nehmen
  • Klären Sie ihre Freunde und Bekannte über das Leid der Pelztiere auf
  • Unterstützen Sie die Arbeit von animal public zum Verbot der Pelzfarmen in Deutschland mit einer Spende

Alle Bilder: www.tierschutzbilder.de

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„SOS Animal’s Care“ und „Tier & Partner“ unterstützen animal public Zirkuskampagne

Mittwoch, 09. Juni 2010

Mit großzügigen Spenden unterstützen  "SOS Animal’s Care" und "Tier & Partner" die aktuelle animal public Kampagne "Tierleid verdient keinen Applaus" gegen die Wildtierhaltung im Zirkus.
Die Spenden haben es möglich gemacht Tausende Protestpostkarten zu drucken und Tierfreunden in ganz Deutschland kostenfrei zur Verfügung zu stellen.
Mehr Informationen zur Kampagne finden Sie hier
Postkarten können bei info@animal-public.de bestellt werden

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animal public begrüßt Initiative der Karlsruher GRÜNEN gegen Wildtierhaltung im Zirkus

Donnerstag, 03. Juni 2010

Hunderte Wildtiere werden in deutschen Zirkusunternehmen gehalten. Dabei ist aus Sicht von Experten eine artgerechte Haltung dieser Tiere in reisenden Unternehmen nicht möglich. Die GRÜNE Gemeinderatsfraktion in Karlsruhe hat sich nun mit einem Antrag an die Stadtverwaltung gewandt, der vorsieht die Vorführung bestimmter Wildtierarten auf städtischen Flächen nicht mehr zu gestatten. Der Tierschutzverein animal public begrüßt das Engagement der Karlsruher Grünen.
Affen und Bären eingesperrt in kleine Käfigwagen, Elefanten wie Sträflinge an Hinter- und Vorderbein festgekettet, so werden bis heute Hunderte Wildtiere in deutschen Zirkusunternehmen gehalten. Nicht nur Tierschützer, sondern auch Tierärzte und Wissenschaftler fordern seit langem die Haltung von Wildtieren in reisenden Zirkusunternehmen zu verbieten, die niemals artgerecht sein kann. In anderen Ländern wie Österreich, Finnland, Dänemark, Schweden sind Wildtiere in reisenden Zirkusbetrieben bereits teilweise oder sogar ganz verboten.
Auch in Deutschland gab es einen entsprechenden Vorstoß. Im Jahr 2003 beschloss der Bundesrat auf Initiative des Landes Hessen, dass die Haltung von Wildtieren insbesondere Elefanten, Affen und Bären in reisenden Zirkusbetrieben grundsätzlich verboten werden soll.
Jedoch wurde der Beschluss von der Bundesregierung bis heute nicht umgesetzt.
Die GRÜNE Gemeinderatsfraktion in Karlsruhe hat sich nun mit einem Antrag an die Stadtverwaltung gewandt, um durch Änderung der Platzüberlassungsverträge die Zurschaustellung und die Vorführung von bestimmten Wildtierarten gemäß der Ausschlussliste der Tierärztlichen Vereinigung Tierschutz (TVT) auf städtischen Flächen nicht mehr zu gestatten.
Solche Initiativen gab es zuvor bereits in Kassel, Heidelberg, Köln, Schwerin. Auch in München und Berlin wird über eine solche Maßnahme derzeit nachgedacht. Laura Zimprich, Sprecherin des Tierschutzvereins animal public e.V., begrüßt den Vorstoß der Karlsruher GRÜNEN: „Die zahlreichen kommunalen Initiativen gegen das Leid von Wildtieren in Zirkusbetrieben sind ein Signal an die Bundesregierung endlich aktiv zu werden und die Wildtierhaltung in Zirkusbetrieben zu verbieten.“

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Tierschützer starten Postkartenkampagne gegen Wildtierhaltung im Zirkus

Dienstag, 01. Juni 2010

Düsseldorf, den 31.05.2010 – Im Jahr 2003 hat der Bundesrat sich für ein grundsätzliches Verbot der Haltung von Wildtieren in reisenden Zirkusbetrieben ausgesprochen. Bislang wurde dies von der Bundesregierung nicht umgesetzt. Jetzt machen Tierschützer mit einer Postkartenaktion mobil und fordern eine Umsetzung des Beschlusses.
Großkatzen und Bären eingesperrt in kleine Käfigwagen, Elefanten wie Sträflinge an Hinter- und Vorderbein festgekettet, so werden bis heute Hunderte Wildtiere in deutschen Zirkusunternehmen gehalten. Nicht nur Tierschützer, sondern auch Tierärzte und Wissenschaftler fordern seit langem die Haltung von Wildtieren in reisenden Zirkusunternehmen zu verbieten, die niemals artgerecht sein kann. In anderen Ländern wie Österreich, Finnland, Dänemark, Schweden sind Wildtiere in reisenden Zirkusbetrieben bereits teilweise oder sogar ganz verboten.
Auch in Deutschland gab es einen entsprechenden Vorstoß. Im Jahr 2003 beschloss der Bundesrat auf Initiative des Landes Hessen, dass die Haltung von Wildtieren insbesondere Elefanten, Affen und Bären in reisenden Zirkusbetrieben grundsätzlich verboten werden soll.
Jedoch wurde der Beschluss von der Bundesregierung bis heute nicht umgesetzt.
Nun hat die zuständige Bundesministerin Aigner angekündigt die Haltungsvorgaben für Zirkustiere überarbeiten zu wollen. Von einem Verbot ist keine Rede. Aus Sicht von Laura Zimprich, Sprecherin des Vereins animal public e.V., ein Skandal: „Eine Reform der Haltungsvorschriften reicht nicht aus, um das Leid der Wildtiere im Zirkus zu beenden. Wir brauchen ein rechtsverbindliches Verbot.“

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